Das Torwart- und Fußballportal
  TORWART.DE ONLINE-SHOP Torwarthandschuhe von adidas, Reusch, Uhlsport, NIKE, Puma, Jako, Derbystar, Erima, Sells, Selsport, Storelli, McDavid, Under Armour, Lotto, TW1!
torwart.de-Shop:Torwarthandschuhe, Torwartausrüstung
torwart.de-Shop:Torwarthandschuhe, Torwartausrüstung
 


Home > Magazin > torwart.de-kompakt 25/26 > 2. Bundesliga > Tjark Ernst: Wird die 2. Bundesliga zu klein für ihn?

Tjark Ernst: Wird die 2. Bundesliga zu klein für ihn?

Statistik-König und Transfer-Kandidat: Herthas Tjark Ernst vor dem nächsten Karriereschritt

Autor: T. Rübe - 14.02.2026

Der Traum vom Pokal vor heimischer Kulisse ist für die Hertha BSC wieder einmal vorbei. Die „Alte Dame“ verlor denkbar unglücklich im Elfmeterschießen gegen den SC Freiburg. Dabei wurde Freiburgs Florian Müller mit zwei parierten Elfmetern zum Helden des Abends. Auf der Gegenseite war Herthas Fabian Reese für viele der beste Mann auf dem Platz. Dabei ging ein Berliner fast schon ein wenig unter: Tjark Ernst. Auch wenn der Torhüter nicht das gleiche Glück wie sein Gegenüber hatte, zeigte der 22-Jährige eine tolle Leistung. Nicht nur, dass der Keeper ebenfalls einen Elfmeter parierte – er war überhaupt einer der entscheidenden Faktoren, dass die Hertha das Elfmeterschießen erreichte.

Im Allgemeinen war es bei weitem nicht die erste starke Vorstellung des U21-Nationaltorhüters in dieser Saison. Allein die Zahlen sprechen für sich: Hinter dem FC Schalke 04 mit 16 Gegentoren in 21 Spielen hat der Berliner Sportclub mit 20 Gegentreffern die zweitbeste Defensive der Liga. Wenn man in diese Überlegung auch noch den Wert der erwartbaren Gegentreffer (Expected Goals Against) einbezieht, wird die starke Performance der Hertha-Defensive noch deutlicher. Statistisch betrachtet wären knapp 32 Gegentore anhand der gegnerischen Chancen zu erwarten gewesen. Mit gerade einmal 20 Gegentoren kassierte man real ganze 12 Treffer weniger – ein Spitzenwert in der 2. Bundesliga. Nur der VfL Bochum kommt mit 10 realen Gegentoren weniger als erwartbar in ähnliche Gefilde.

Der junge Torhüter überzeugt mit seinen Statistiken

Konkret auf den Sohn des ehemaligen Bundesliga-Torhüters Thomas Ernst bezogen, ist die Statistik noch offensichtlicher. Insgesamt konnte der Torhüter bisher 66 Paraden zeigen. Damit weist er derzeit eine Quote von 77 % abgewehrter Schüsse auf – der aktuelle Bestwert der Liga. Auch in diesem Stadium der Saison ist das ein außergewöhnlicher Wert. Zumeist werden ähnliche Quoten nur zu Beginn einer Spielzeit erreicht, doch nach fast zwei Dritteln der Saison ist das mehr als nur überdurchschnittlich. Schon eine Quote von rund 70 % gilt als guter Wert. Aber nicht nur als Shot-Stopper kann Ernst überzeugen: 76 % seiner Kurzpässe finden den Weg zum Mitspieler, bei den langen Bällen sind es 48 %, was immerhin einen soliden Durchschnitt darstellt. Überragend sind wiederum seine Abwürfe: 88 seiner 89 Versuche kamen beim Teamkollegen an. Zusätzlich sicherte sich der Torwart in dieser Saison bereits 10 Weiße Westen.

Dadurch vereint der Schlussmann klassische Elemente des Torwartspiels mit dem Anforderungsprofil eines Keepers moderner Ausprägung. Mit diesem Profil und seinen Leistungen in den letzten Monaten ist er nicht nur einer der gefragtesten Torhüter der 2. Bundesliga, sondern hat sich längst in die Notizbücher größerer Klubs gespielt. In der Vergangenheit wurde er bereits mit Benfica Lissabon in Verbindung gebracht, im Dezember wurde zudem über ein gesteigertes Interesse von Ajax Amsterdam berichtet. Gerade beim niederländischen Traditionsklub wäre Ernst ein Kandidat für den Posten der Nummer 1, der seit dem Abgang von André Onana im Jahr 2022 nicht vollends zur Zufriedenheit der Verantwortlichen besetzt werden konnte.

Aber auch aus der Bundesliga soll es großes Interesse am 1,93 m großen Torhüter geben. Dem Vernehmen nach denken mehrere Erstliga-Vereine über eine Verpflichtung nach. Bei der Hertha hat er noch einen Vertrag bis 2027, in dem eine Ausstiegsklausel in Höhe von 5 Millionen Euro verankert sein soll. Für die Hertha ist eine Vertragsverlängerung nach derzeitigem Stand wohl nur möglich, wenn der Hauptstadt-Klub den Aufstieg ins Oberhaus schafft.

Der nächste Schritt wird folgen

Selbst wenn die „Alte Dame“ den Aufstieg verpassen sollte, ist es wahrscheinlich, dass Ernst in der kommenden Saison bei einem Bundesligisten unter Vertrag steht. Namentlich wird bisher Borussia Mönchengladbach genannt. Diese Spur könnte vor allem dann heiß werden, wenn Moritz Nicolas im Sommer den Verein verlässt – die aktuelle Nummer 1 der Fohlen wird bereits seit dem letzten Sommer mit der Premier League in Verbindung gebracht. Weitere Optionen könnten der HSV oder Eintracht Frankfurt darstellen. Bei den Rothosen ist derzeit noch Daniel Heuer Fernandes als klare Nummer 1 gesetzt, doch gab es bereits im Winter Diskussionen über die Nachfolge von Daniel Peretz als Nummer 2. Letztlich wurde der 23-jährige Norweger Sander Tangvik für 2,6 Millionen Euro aus Trondheim geholt – für den HSV viel Geld, weshalb ein Ernst-Transfer dorthin eher unwahrscheinlich erscheint.

Bisher ist zwar kein Kontakt bekannt, doch würde Ernst sehr gut ins Profil von Eintracht Frankfurt passen. Stand jetzt haben die Hessen nach dem Abgang von Kevin Trapp eine Vakanz auf der Position der langfristigen Nummer 1. Kaua Santos sollte diese Position einnehmen, doch der Brasilianer hat in einer teilweise vogelwilden Frankfurter Defensive noch nicht die nötige Grundstabilität gefunden. Der vor der Saison geholte Michael Zetterer konnte vor allem im Spätherbst nicht mehr vollends überzeugen und fiel dadurch auf, dass er nach Gegentreffern die eigenen Mitspieler anging, während er mitunter selbst für die Tore verantwortlich war.

Von daher wäre Ernst eine passende Alternative. Aufgrund der Ausstiegsklausel wäre der Torhüter vergleichsweise günstig zu haben. Darüber hinaus vereint er die von Neu-Trainer Albert Riera bevorzugten Fähigkeiten als Shot-Stopper mit dem Profil von Sportvorstand Markus Krösche, der einen spielstarken Torhüter sehen möchte. Lediglich bei der Strafraumbeherrschung hat Ernst noch Reserven, wobei er sich auf einem ähnlichen Niveau wie Santos bewegt und bereits eine sichtbare Entwicklung vollzogen hat. Hinzu kommt die familiäre Historie: Vater Thomas Ernst trug insgesamt 13 Jahre das Trikot der Eintracht und läuft bis heute für die Traditionsmannschaft auf.

Unabhängig davon, wie es ab dem Sommer weitergeht – es ist davon auszugehen, dass Tjark Ernst zeitnah in die Bundesliga wechselt, sofern die Hertha den Aufstieg nicht selbst realisiert. Der zweiten Liga scheint der Torwart indes allmählich entwachsen zu sein.


Kommentare (0)

Keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

© 1999-2026 torwart.de - Impressum

TIP A FRIEND SITEMAP TORWART.DE _Sitemap _oben

Um unsere Website laufend zu verbessern, verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos