Alexander Nübel steht unmittelbar vor einem endgültigen Abschied vom FC Bayern München. Der 29 Jahre alte Nationaltorhüter soll zu Beşiktaş Istanbul wechseln.
Nach übereinstimmenden Medienberichten haben sich alle beteiligten Parteien inzwischen auf die wesentlichen Bedingungen des Transfers verständigt.
Nach Informationen von Sky zahlt Beşiktaş 6,5 Millionen Euro als feste Ablöse. Durch erfolgsabhängige Bonuszahlungen kann die Summe um weitere fünf Millionen Euro steigen. Die „Bild“ berichtet von rund sieben Millionen Euro zuzüglich möglicher Boni. Nübel soll beim türkischen Traditionsverein einen Vertrag bis zum Sommer 2029 unterschreiben. Der Medizincheck ist dem Bericht zufolge für Mittwoch in Istanbul vorgesehen.
Abfindung macht den Weg frei
Die letzte Hürde war offenbar die vorzeitige Beendigung von Nübels noch bis 2029 laufendem Vertrag beim FC Bayern. Nach Informationen der „Bild“ einigten sich der Torhüter und die Münchner am Montagabend auf eine Ausgleichszahlung. Erst danach konnte der Wechsel endgültig auf den Weg gebracht werden.
Nübel hätte dem Bericht zufolge in München auch ohne Einsatz- und Titelprämien weiterhin knapp sechs Millionen Euro pro Saison verdient. Da sein Gehalt bei Beşiktaş niedriger ausfallen soll, erhält er von Bayern offenbar einen finanziellen Ausgleich. Wie hoch die Abfindung tatsächlich ist, wurde nicht bekannt.
Auch Beşiktaş soll auf eine schnelle Entscheidung gedrängt haben. Demnach hätten sich die Verantwortlichen andernfalls nach einem anderen Torhüter umgesehen. Der FC Bayern wiederum wollte Nübel noch vor dem Trainingsauftakt am 20. Juli dauerhaft von der Gehaltsliste bekommen. Sportlich spielte er in den Münchner Planungen keine Rolle mehr. Manuel Neuer bleibt zunächst die Nummer eins, während Jonas Urbig als dessen möglicher Nachfolger aufgebaut wird.
Nur vier Pflichtspiele für Bayern
Nübel war im Sommer 2020 ablösefrei vom FC Schalke 04 nach München gewechselt. Damals galt er als möglicher langfristiger Nachfolger Neuers. Durchsetzen konnte er sich beim Rekordmeister jedoch nie. Insgesamt absolvierte er nur vier Pflichtspiele im Bayern-Trikot.
Nach seiner ersten Saison wurde Nübel zunächst für zwei Jahre an die AS Monaco verliehen. Es folgten drei Spielzeiten beim VfB Stuttgart. Damit endet sein Kapitel beim FC Bayern nach sechs Jahren, obwohl er den größten Teil dieser Zeit bei anderen Vereinen verbrachte.
Beim VfB zum Nationaltorhüter gereift
Seine sportlich erfolgreichste Zeit erlebte Nübel in Stuttgart. Beim VfB entwickelte er sich zum unumstrittenen Stammtorhüter und zu einem der konstantesten Schlussmänner der Bundesliga.
Mit den Schwaben wurde er 2024 deutscher Vizemeister und qualifizierte sich für die Champions League. Ein Jahr später gewann der VfB den DFB-Pokal. Insgesamt absolvierte Nübel 129 Pflichtspiele für Stuttgart.
Auch individuell überzeugte er. In den Spielzeiten 2023/24 und 2025/26 gewann Nübel die Gesamtwertung des von torwart.de vergebenen „Goldenen Handschuhs“ für den besten Torhüter der Bundesliga.
Eine dauerhafte Verpflichtung durch den VfB kam dennoch nicht zustande. Neben der finanziellen Größenordnung spielte dabei auch die langfristige Stuttgarter Planung auf der Torwartposition eine Rolle.
Beşiktaş bietet klare Perspektive
Bei Beşiktaş soll Nübel als neue Nummer eins eingeplant sein. Die Verantwortlichen um den deutschen Technischen Direktor Eduard Graf wollten den Nationaltorhüter nach Medienberichten unbedingt verpflichten. Nübel soll einem Wechsel in die Türkei zunächst skeptisch gegenübergestanden haben, wurde aber offenbar von seiner sportlichen Rolle und dem geplanten Neuaufbau überzeugt.
Offiziell bestätigt ist der Transfer bislang noch nicht. Nach der Einigung, dem geplanten Medizincheck und der ausgehandelten Vertragsauflösung deutet jedoch alles darauf hin, dass Nübels ungewöhnliches Bayern-Kapitel in Kürze endgültig endet.
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