Es war keine große Überraschung mehr, als der Abgang von Michael Zetterer wenige Stunden nach dem Auswärtsspiel bei Union Berlin bekanntgegeben wurde. Der 31-Jährige verlässt Eintracht Frankfurt nach nur einem Jahr und wechselt in die Premier League zu Leeds United. Dort unterschrieb der gebürtige Münchner einen Dreijahresvertrag bis 2029.
Bei Leeds trifft Zetterer auf James Trafford, der als klare Nummer 1 eingeplant ist. Für Zetterer bedeutet der Wechsel damit zunächst erneut die Rolle des Herausforderers. Dass er diesen Schritt trotzdem geht, hat vor allem mit der Premier League zu tun. Nach seinem Wechsel bezeichnete er die englische Liga als persönlichen Traum und lobte Trafford ausdrücklich als Torhüter mit dem Potenzial, künftig auch Englands Nummer 1 zu werden.
Noch wenige Tage zuvor hatte Zetterers Berater-Agentur entsprechende Wechselgerüchte gegenüber der „Bild“ deutlich zurückgewiesen. Zetterer und seine Familie fühlten sich in Frankfurt sehr wohl, ein Wechsel komme aktuell nicht infrage, hieß es damals. Kurz darauf berichtete der „kicker“ allerdings, dass sich der Torhüter bereits in England aufgehalten hatte, um sich bei Leeds ein persönliches Bild von Verein und Umfeld zu machen. Spätestens am Wochenende zeichnete sich dann ab, dass der Transfer konkret werden würde.
Atubolu verändert die Situation in Frankfurt
Sportlich hatte sich Zetterers Ausgangslage in Frankfurt inzwischen deutlich verändert. Im vergangenen Sommer war er von Werder Bremen an den Main gewechselt. Eigentlich sollte er zunächst hinter Kauã Santos die Rolle der Nummer 2 übernehmen.
Im Saisonverlauf kam Zetterer jedoch deutlich häufiger zum Einsatz als ursprünglich erwartet. Santos überzeugte nicht durchgehend und wurde im März zudem durch eine erneute Knieverletzung ausgebremst. Zetterer absolvierte dadurch 22 Bundesligaspiele und kam insgesamt auf 28 Pflichtspiele für die Eintracht.
Mit der Verpflichtung von Noah Atubolu änderte sich die Hierarchie erneut. Trainer Adi Hütter bezeichnete den Neuzugang aus Freiburg direkt als neue Nummer 1. Damit waren Zetterers Aussichten auf regelmäßige Einsatzzeiten deutlich gesunken.
Ein Verbleib als zweiter Torhüter wäre zwar grundsätzlich möglich gewesen, gleichzeitig eröffnete sich mit Leeds aber eine sportlich reizvolle Alternative. Zetterer bekommt dort die Möglichkeit, erstmals in seiner Karriere in der Premier League zu spielen – auch wenn er zunächst hinter Trafford startet.
Frankfurt erhält rund fünf Millionen Euro
Die Ablösesumme soll bei rund fünf Millionen Euro liegen. Damit erhält Frankfurt ungefähr jene fixe Summe zurück, die die Eintracht im vergangenen Sommer selbst an Werder Bremen gezahlt hatte. Damals sollen zusätzlich noch Bonuszahlungen von bis zu 800.000 Euro vereinbart worden sein.
Auch aus Sicht der Eintracht ergibt der Transfer Sinn. Nach der Verpflichtung Atubolus war das Torwartteam stark besetzt. Mit Zetterers Verkauf reduziert Frankfurt die Zahl der Torhüter im Kader und nimmt gleichzeitig einen vergleichsweise gut dotierten Vertrag aus dem Gehaltsbudget.
Für Zetterer endet damit nach nur einer Saison seine Zeit in Frankfurt. Trotz seiner ursprünglich geplanten Rolle als Nummer 2 kam er deutlich häufiger zum Einsatz und konnte sich noch einmal auf Bundesliga- und Champions-League-Niveau zeigen.
Nun folgt der nächste Schritt nach England. Seine Ausgangslage bei Leeds ist dabei klar: Trafford startet als Nummer 1, Zetterer als erfahrener Herausforderer. Dass er diese Rolle annimmt, zeigt, welchen Stellenwert der Wechsel in die Premier League für ihn hat.
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