Der FC Schalke 04 hat Torhüter Luca Podlech mit sofortiger Wirkung an den norwegischen Erstligisten Aalesunds FK verliehen.
Der Leihvertrag läuft bis zum 31. Dezember 2026. Die auf den ersten Blick ungewöhnlich kurze Laufzeit hängt mit dem Spielkalender in Norwegen zusammen: Die Saison der Eliteserien wird aufgrund der klimatischen Bedingungen innerhalb eines Kalenderjahres von März bis Dezember ausgetragen.
Über eine mögliche Kaufoption machten die beteiligten Vereine keine Angaben. Podlech soll nach dem Ende der norwegischen Saison zunächst zum FC Schalke 04 zurückkehren. Sein Vertrag bei den Königsblauen läuft noch bis zum 30. Juni 2028.
Podlech soll erstmals regelmäßig im Profifußball spielen
Der 21-Jährige hatte zuvor mehrere Tage bei Aalesunds FK trainiert und sich dabei dem Trainerteam um Cheftrainer Kjetil Rekdal präsentiert. Der 2,00 Meter große Schlussmann gehört bereits seit 2016 dem FC Schalke 04 an und durchlief seitdem sämtliche Mannschaften der Knappenschmiede.
Für die Schalker Profis hat Podlech bislang noch kein Pflichtspiel bestritten. Seine Spielpraxis sammelte er zuletzt ausschließlich in der U23 in der Regionalliga West. Dort absolvierte er in den vergangenen beiden Spielzeiten 37 Partien und blieb neunmal ohne Gegentor. Nun soll er in Norwegen erstmals regelmäßig auf Erstliga-Niveau zum Einsatz kommen.
Die Leihe bietet Podlech damit die Chance, den nächsten Schritt vom Nachwuchs- in den Profifußball zu gehen. Neben der sportlichen Herausforderung muss sich der junge Torhüter auch an ein neues Land, eine andere Spielkultur und den höheren Wettbewerbsdruck gewöhnen. Da die norwegische Saison bereits weit fortgeschritten ist, bleibt ihm allerdings nur eine vergleichsweise kurze Eingewöhnungszeit.
Mulder: Spielpraxis hat Priorität
Schalkes Direktor Profifußball Youri Mulder erklärte, dass regelmäßige Einsätze für Podlechs weitere Entwicklung nun entscheidend seien. Die norwegische Eliteserien biete dafür ein geeignetes sportliches Umfeld. Gerade für einen jungen Torhüter sind regelmäßige Einsätze im Profifußball häufig wertvoller als die Rolle als Ersatzkeeper oder weitere Spielzeit in der Regionalliga.
Bei Aalesunds FK dürfte Podlech daher nicht nur zusätzliche Wettkampfpraxis sammeln, sondern auch Erfahrungen unter höherem Ergebnis- und Leistungsdruck machen. Für Schalke ist die Leihe zugleich eine Möglichkeit, die Entwicklung des Torhüters gezielt voranzutreiben, ohne ihn dauerhaft abzugeben.
Mit Loris Karius, Kevin Müller und Johannes Siebeking ist das Schalker Torhüterteam für die kommende Saison zunächst komplett. Podlech hätte im aktuellen Konkurrenzkampf vermutlich nur geringe Aussichten auf regelmäßige Einsätze bei den Profis gehabt.
Spannend wird die Personalie zum Jahreswechsel: Nach dem Ende der norwegischen Saison kehrt Podlech voraussichtlich nach Gelsenkirchen zurück. Dann müssen die Schalker Verantwortlichen entscheiden, ob der 21-Jährige bereits bereit für eine größere Rolle im Profikader ist oder ob eine weitere Leihe der sinnvollere Schritt für seine Entwicklung wäre.
Norwegen als Wegbereiter für die weitere Karriere?
Ein vergleichbares Modell nutzte 2015 bereits Sascha Burchert. Der damalige Hertha-Torhüter wurde für die zweite Hälfte der norwegischen Saison an Vålerenga Oslo verliehen und kam dort zu 14 Ligaeinsätzen. Zwar setzte er sich nach seiner Rückkehr nicht mehr bei Hertha durch, doch wenig später wurde er bei der SpVgg Greuther Fürth über mehrere Jahre zum Stammtorhüter in der 2. Bundesliga. Auch Heinz Müller nutzte Norwegen als Sprungbrett: Über Odd Grenland und Lillestrøm führte sein Weg zunächst nach England und später als Bundesliga-Torhüter zum 1. FSV Mainz 05.
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