Statistisch reiht sich Urbig in eine sehr kleine Gruppe ein: Was Torhüter wie Baumann und nun eben auch Urbig gelang, blieb in den vergangenen fast 50 Jahren so manch deutscher Torwartlegende verwehrt – unter anderem Manuel Neuer, dessen weiße Weste schon nach dem eigenen Länderspieldebüt verloren ging. Auch beim Alter setzte Urbig ein Zeichen: Mit 23 Jahren und 54 Tagen wäre er die Nummer 11 der jüngsten Torhüter-Debütanten der Nachkriegszeit gewesen und hätte sich damit knapp vor Neuer eingereiht.
Mehr als 2 solide Auftritte waren es von dem ehemaligen Kölner noch nicht, was aber letztlich auch daran lag, dass sowohl Serbien als auch Griechenland kaum offensive Momente hatten. Dennoch wird Urbig als zukünftige klare Nummer 1 im deutschen Tor gesehen. Noch vor der ersten Partie dieser 4 Länderspiele wurde Marc-André ter Stegen von Jürgen Klopp als „momentane“ Nummer 1 im deutschen Tor bezeichnet. Allerdings zeigte der 34-Jährige einen etwas ungewöhnlichen Auftritt gegen die Niederlande. Während er auf der Linie eine sehr starke Vorstellung zeigte, neigte er in der Spieleröffnung zu ungewöhnlichen Fehlpässen, und auch die Strafraumbeherrschung ließ zu wünschen übrig.
Zwar hat Urbig erst 2 Länderspiele absolviert und befindet sich in starker Konkurrenz, doch hat er ebenso große und einflussreiche Fürsprecher, die ihn zumindest im Hinblick auf die Nationalmannschaft unterstützen können. Gleichzeitig verstand es der Torhüter bereits als Vertreter von Manuel Neuer, häufig zu überzeugen, und leistete sich ebenso nur wenige Fehler. Daher können die beiden Spiele, die ihm Klopp in der Nations League gab, für die kommenden Monate bereits ein kleiner Fingerzeig sein, dass ihm zumindest lang-, wenn nicht sogar bereits mittelfristig die Zukunft als neuer Stammtorhüter im deutschen Tor gehören könnte. Dabei spielt aber natürlich auch eine Rolle, dass er als Torhüter beim FC Bayern München stets um Titel mitspielt und auch auf allerhöchstem Niveau im Klubfußball Spielpraxis sammeln kann.
Dabei ist Urbig derjenige, der unter den deutschen Torhütern im größten Klub spielt und ab der kommenden Saison auch nach derzeitigem Stand bei einem europäischen Top-Klub Stammtorhüter sein wird. Kein anderer deutscher Torhüter hat dies aktuell vorzuweisen. Allein das könnte für Urbig in den kommenden Jahren zumindest ein Trumpf sein – ungeachtet der eigentlichen Entwicklung. Potenzial hat der 1,89 m große Torhüter – das hat er nun bereits mehrfach unter Beweis stellen können, und auch nicht grundlos sieht der FC Bayern in ihm den legitimen Nachfolger von Manuel Neuer, der nichts anderes als eine absolute Weltkarriere hingelegt hat. Nun könnte er sich aufschwingen, Manuel Neuer neben dem Klub auch auf der Ebene der Nationalmannschaft zu beerben.
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