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DFB: Erster Fingerzeig auf Jonas Urbig

Gilt Urbig als die Zukunft im deutschen Tor?

Autor: T. Rübe - 06.10.2026

Jonas Urbig gab am 1. Oktober 2026 in der Allianz Arena sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft. Es war eines der schlechter gehüteten Geheimnisse der jüngeren DFB-Geschichte, dass der Bayern-Keeper beim dritten Nations-League-Spieltag gegen Serbien zum Zug kommen würde. Urbig war zuvor bereits von Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann nominiert worden, kam aber bei Testspielen gegen Finnland und die USA vor der WM nicht zum Einsatz. Auch bei der Weltmeisterschaft selbst war er noch außen vor, wenngleich er als Trainingstorhüter dabei war. Die Partie selbst verlief für ihn ruhig: Die serbische Auswahl forderte ihn beim souveränen 2:0-Erfolg des DFB-Teams fast nie ernsthaft.

Gleichzeitig war es auch ein solider Auftritt des 23-Jährigen, der damit auch die erste Hürde in der Nationalmannschaft überspringen konnte. Vor seinem ersten Einsatz bekam Urbig Zuspruch aus den eigenen Reihen: Sowohl Manuel Neuer als auch Sven Ulreich schrieben ihm und wünschten alles Gute, wie der Keeper nach dem Spiel freudestrahlend berichtete. Dies zeugt auch von dem sehr guten Verhältnis, welches Manuel Neuer zu seinem designierten Nachfolger pflegt.

Klopp setzte nach dem Debüt gegen Serbien auch beim Gastspiel in Griechenland erneut auf den Bayern-Keeper – im zweiten Teil seines ungewöhnlich großen XXL-Kaders für diese Länderspielphase. Der Bundestrainer begründete diese Entscheidung mit dem Umstand, dass alle anderen Torhüter, die Klopp während der 4 Länderspiele begrüßte, im Klub regelmäßige Spielpraxis als Nummer 1 bekommen. Urbig hingegen wird zwar mit gewissen Spielanteilen bei den Bayern bedacht, der Stammtorhüter ist aber in dieser Saison immer noch Manuel Neuer. Gegen die Griechen strahlte Urbig viel Ruhe aus und glänzte zudem früh mit einer Parade.

Statistisch reiht sich Urbig in eine sehr kleine Gruppe ein: Was Torhüter wie Baumann und nun eben auch Urbig gelang, blieb in den vergangenen fast 50 Jahren so manch deutscher Torwartlegende verwehrt – unter anderem Manuel Neuer, dessen weiße Weste schon nach dem eigenen Länderspieldebüt verloren ging. Auch beim Alter setzte Urbig ein Zeichen: Mit 23 Jahren und 54 Tagen wäre er die Nummer 11 der jüngsten Torhüter-Debütanten der Nachkriegszeit gewesen und hätte sich damit knapp vor Neuer eingereiht.

Mehr als 2 solide Auftritte waren es von dem ehemaligen Kölner noch nicht, was aber letztlich auch daran lag, dass sowohl Serbien als auch Griechenland kaum offensive Momente hatten. Dennoch wird Urbig als zukünftige klare Nummer 1 im deutschen Tor gesehen. Noch vor der ersten Partie dieser 4 Länderspiele wurde Marc-André ter Stegen von Jürgen Klopp als „momentane“ Nummer 1 im deutschen Tor bezeichnet. Allerdings zeigte der 34-Jährige einen etwas ungewöhnlichen Auftritt gegen die Niederlande. Während er auf der Linie eine sehr starke Vorstellung zeigte, neigte er in der Spieleröffnung zu ungewöhnlichen Fehlpässen, und auch die Strafraumbeherrschung ließ zu wünschen übrig.

Zwar hat Urbig erst 2 Länderspiele absolviert und befindet sich in starker Konkurrenz, doch hat er ebenso große und einflussreiche Fürsprecher, die ihn zumindest im Hinblick auf die Nationalmannschaft unterstützen können. Gleichzeitig verstand es der Torhüter bereits als Vertreter von Manuel Neuer, häufig zu überzeugen, und leistete sich ebenso nur wenige Fehler. Daher können die beiden Spiele, die ihm Klopp in der Nations League gab, für die kommenden Monate bereits ein kleiner Fingerzeig sein, dass ihm zumindest lang-, wenn nicht sogar bereits mittelfristig die Zukunft als neuer Stammtorhüter im deutschen Tor gehören könnte. Dabei spielt aber natürlich auch eine Rolle, dass er als Torhüter beim FC Bayern München stets um Titel mitspielt und auch auf allerhöchstem Niveau im Klubfußball Spielpraxis sammeln kann.

Dabei ist Urbig derjenige, der unter den deutschen Torhütern im größten Klub spielt und ab der kommenden Saison auch nach derzeitigem Stand bei einem europäischen Top-Klub Stammtorhüter sein wird. Kein anderer deutscher Torhüter hat dies aktuell vorzuweisen. Allein das könnte für Urbig in den kommenden Jahren zumindest ein Trumpf sein – ungeachtet der eigentlichen Entwicklung. Potenzial hat der 1,89 m große Torhüter – das hat er nun bereits mehrfach unter Beweis stellen können, und auch nicht grundlos sieht der FC Bayern in ihm den legitimen Nachfolger von Manuel Neuer, der nichts anderes als eine absolute Weltkarriere hingelegt hat. Nun könnte er sich aufschwingen, Manuel Neuer neben dem Klub auch auf der Ebene der Nationalmannschaft zu beerben.


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