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Eike Immel (Deutschland) wird 60 Jahre alt

"Mein bewegtes Leben ist nicht stormlinienförmig verlaufen" - 27.11.20

von M. Schäfer

Immel wechselt 1986 zum Ligarivalen VfB Stuttgart (firo)
1992 wird Immel Deutscher Meister mit den Schwaben (firo)
Immel im Trainerteam von Christoph Daum als Torwarttrainer (firo)

Eike Immel feiert heute seinen 60. Geburtstag. Wir blicken auf eine Karriere und Lebensweg mit Höhen und Tiefen. Eike Immel stieß bereits mit 17 Jahren blitzartig in die höchste Spielklasse Deutschlands vor und wurde mit 19 Jahren der jüngste Nationaltorhüter Deutschlands.

Immel stammt aus dem hessischen Stadtallendorf und war Sohn eines Landwirts. Das Torwartgen wurde Immel in die Wege gelegt, denn Immels Vater Heinrich war seines Zeichen Landwirt und in seiner Freizeit Torwart und das frühe Vorbild des Sohns.

Mit 15 Jahren wechselte Immel bereits zu Borussia Dortmund. Die heutigen Nachwuchsleistungszentren gab es zu jener Zeit noch nicht. Immel wohnte zuerst bei einer Gastfamilie und in frühen Jahren schon auf sich alleine gestellt.

Am 12.8.1978 debütierte Immel als jüngster Torwart aller Zeiten mit 17 Jahren in der Bundesliga.  Beim 1:0-Sieg des BVB gegen den FC Bayern war Immel der überragende Mann auf dem Platz. „Es war eines der besten Spiele meines Lebens und ein sensationeller Start in meine Karriere“, blickt Immel auf dieses besondere Spiel zurück. Auch im zweiten Spiel gegen Gladbach (2:2) hält Immel stark.  In der Auswärtundspartie bei Hertha BSC erwischte Immel einen rabenschwarzen Tag. Nach drei Gegentreffern wurde er in der 60. Minute von Trainer Rühl gegen Horst Bertram ausgewechselt. Doch Immel verarbeitet diesen ersten Rückschlag, trainierte weiter hart und spielte noch einige weitere Spiele in der Saison.

In der Saison 1979/80 wird Immel zur unumstrittenen Nummer eins bei den Borussen und bestreitet alle Spiele.  Trainer Udo Lattek prognostizierte Immel bereits eine ähnlich große Karriere wie Sepp Maier.

Immel durchläuft in allen Juniorennationalmannschaften des DFBs und schnell kam der Sprung in die A-Nationalmannschaft. Bei seiner A-Länderspiel-Premiere am 11. Oktober 1980 gegen die Niederlande in Eindhoven (1:1) war er mit 19 Jahren der bis dahin jüngste deutsche Nationaltorhüter. Zwischen 1980 und 1988 stand Eike Immel insgesamt 19mal im Tor der deutschen Nationalmannschaft.

Nach 247 Spielen für Dortmund in der Bundesliga wechselt Immel 1986 für die Rekordablöse von ca. 1 Mio D-Mark zum Ligakonkurrenten VfB Stuttgart. Seine größten Erfolge mit den Schwaben waren das Erreichen des Finales im UEFA-Pokal 1989 und besonders der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1992.

Immel stand im Kader der Nationalelf bei der EM 1980 (Europameister), der WM 1982 (WM-Zweiter in Spanien) und bei der WM 1986 (WM-Zweiter). Er kommt allerdings an der klaren Nummer 1, Harald "Toni" Schumacher (1. FC Köln) nicht vorbei und bleibt ohne Einsätze.

Im Frühjahr 1987 enthüllt Toni Schumacher Internas über den deutschen Fußball und veröffentlicht dazu ein Buch mit dem Titel "Anpfiff". Schumacher bekommt dafür den sofortigen Rausschmiss vom DFB und vom 1. FC Köln.

Über Nacht wird Eike Immel ein Jahr vor Heim-EM zur neuen Nummer eins im deutschen Tor. Bodo Illgner ist beim DFB die die Nummer zwei. Illgner trat beim 1. FC Köln sofort die Nachfolge von Toni Schumacher an.

Immel steht 1988 bei der Heim-EM im deutschen Tor. Immel spielt eine ordentliche EM, die mit einer Niederlage im Halbfinale gegen Holland in Hamburg enttäuschend für das DFB-Team endet. Der Weg für van Basten, Gullit und Co. zum ersten EM-Titel ist frei.

Nach der EM 1988 spielen die Deutschen am 31.8.1988 das WM-Qualifikationsspiel in Finnland. Trainer Beckenbauer lässt in diesem Spiel den jungen Illgner spielen. Eike Immel erklärt nach dem Spiel mit 27 Jahren verärgert seinen Rücktritt aus der Nationalelf. „Es war eine Kurzschlussreaktion und ein Fehler im Nachhinein. Ich hätte es wie Oliver Kahn bei der WM 2006 machen sollen und im Team bleiben sollen“, blickt Immel auf den einschneidenden Moment in seiner Karriere zurück.

Fortan konzentriert sich Immel auf die Vereinskarriere beim VfB Stuttgart. Er feiert 1992 die Deutsche Meisterschaft unter Trainer Christoph Daum. Es war Immels einziger Titel. 1989 steht er im Finale des UEFA-Pokals gegen den SSC Neapel mit Maradona. Der VfB hält gut mit. Nach einer knappen 1:2-Niederlage in Neapel, trennen sich die beiden Teams 3:3 in Stuttgart. Neapel holt sich den Titel.

In der Saison 1995/96 gab Immels damaliger Trainer Rolf Fringer überraschenderweise dem Nachwuchstorwart Marc Ziegler, der heute beim DFB für Entwicklung des Torwartspiels in der Verantwortung steht, den Vorzug. Eike Immel entschied sich im Anschluss, den VfB zu verlassen. Er wechselte in die Englische Premier League zu Manchester City.

Von 1995 – 1997 läuft er 43mal für die Nordengländer auf. Aufgrund von Hüftproblemen muss Immel 1997 seine Karriere mit 37 Jahren beenden. Insgesamt kann Immel auf 534 Bundesligaspiele zurückblicken. Rekordtorhüter Kahn überholt ihn später und kommt auf 557 Spiele.

1998 übernahm Immel sein erstes Traineramt beim Amateurklub VfR Heilbronn in der württembergischen Verbandsliga. 1999 steigt er als Vizemeister in die Oberliga Baden-Württemberg auf. Marcel Schäfer von torwart.de spielte damals als Torwart mit dem FC 07 Albstadt zweimal gegen den VfR Heilbronn und erinnert sich: „Für uns war es etwas Besonderes gegen den Trainer und ehemaligen Torwart Eike Immel zu spielen. Immel war ein sehr fairer und sympathischer Trainer des VfR Heilbronn.“

Im März 2001 wechselte Immel in die Türkei zu Beşiktaş Istanbul und wird Torwarttrainer im Team von Christoph Daum. Weitere Stationen als Torwarttrainer sind Austria Wien und Fenerbahçe Istanbul.

In den Jahren 2007 bis 2012 muss Immel größere finanzielle Probleme bewältigen.  2008 meldete er gar eine Privatinsolvenz an. „Ich wusste in der Zeit nicht, wo ich ein Brötchen her bekomme“, so Immel. Sogar ein nicht für möglich gehaltener Ausflug ins RTL-Dschungel-Camp (Gage ca. 70.000 €)  tat sich der einstige Nationaltorhüter an, um die horrenden Schulden zu begleichen.  Immel hatte zu oft in seiner Karriere auf die falschen Freunde vertraut, entwickelte einen Hang zur Spielsucht, investierte sein früh in der Karriere verdientes Geld in Fehlspekulationen und windige Investments und gab sehr viel Geld für luxuriöse Autos und teure Bekanntschaften aus.

2016 kehrte Immel in seine hessische Heimat zurück. Bei seinem Heimatverein Eintracht Stadtallendorf, der momentan in der Regionalliga spieltfindet er auch wieder eine sportliche Heimat. So trainiert er aktuell Jugendteams der Eintracht Stadtallendorf und kümmert sich um die zweite Mannschaft des Vereins in der Kreisliga A Marburg.

Immel scheint in der Heimat wieder halt bekommen zu haben. „Die Menschen hier sind total nett und bodenständig, es lässt sich hier gut leben. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich nicht wieder zurückgekommen wäre“, äußert sich Immel gegenüber der Oberhessischen Presse.

Immel schreibt gerade an seiner Autobiographie. Er blickt auf „ein bewegtes Leben“, das „nicht stromlinienförmig verlaufen ist“ zurück.

Torwart.de und die Torwart-Community wünschen Eike Immel zum 60. Geburtstag alles Gute, und dass sein Leben künftig in ruhigen Bahnen verlaufen wird. 

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