Werder Bremen als Antithese zur Frankfurter Unruhe
Auch im Norden Deutschlands zeigt man gerade, wie man einen jungen Torwart in Ruhe aufbauen möchte. So darf Mio Backhaus bei Werder Bremen in seiner ersten Saison im deutschen Oberhaus als Nummer 1 in Ruhe reifen. Daher war es am Freitagabend in der Partie gegen Eintracht Frankfurt besonders interessant zu beobachten, wie sich Santos und Backhaus verhielten, als Werder Bremen vor heimischer Kulisse auf Eintracht Frankfurt traf. Beiden Torhütern war dabei anzusehen, dass sie noch etwas Zeit brauchen und den einen oder anderen Entwicklungsschritt in Zukunft gehen müssen.
Gleichzeitig haben sie auch in Szenen bereits zeigen können, dass sie das Potenzial haben, auch auf höchstem Niveau bestehen zu können. Im Übrigen beerbte Backhaus den jetzigen Frankfurter Zetterer, der vor dem Spiel von Werder noch offiziell verabschiedet wurde. In Frankfurt bedeutet das aber auch, dass die sportliche Leitung dringend dazu angehalten ist, dem Torwart weiterhin den Rücken zu stärken und möglichst Ruhe auf der Torwart-Position einkehren zu lassen. Denn sie selbst haben die Situation ein Stück weit heraufbeschworen, als man schnellstmöglich Santos zurück ins Tor bringen wollte, aber nach wenigen Wochen schon wieder die Geduld verlor, obwohl die Unsicherheit in der Hintermannschaft vor allem an einer nicht ausbalancierten Abwehr lag und der Torwart nur ein weiterer Punkt und nicht die Ursache der Misere war.
Mit dem Trainerwechsel bei der Eintracht wird es nun extrem spannend zu beobachten sein, wie die neue sportliche Leitung nach der Ära Toppmöller die Torwartposition besetzen und mit Kaua Santos umgehen wird. Erhält der Brasilianer unter der neuen Führung das uneingeschränkte Vertrauen, oder folgt eine erneute Kehrtwende?
Im Sommer wählte das Team unter Toppmöller auch im Hinblick auf die getätigten Transfers einen anderen Ansatz mit einem hohen Gegenpressing, was aber auch risikobehaftet war und eine sehr hohe Konteranfälligkeit bedeutete. Im Allgemeinen kann ein Torwart bei Kontern nur sehr wenig ausrichten, was auch in die Bewertung der Frankfurter Torhüter einfließen müsste. Vor allem auch in Bremen war es wieder diese eklatante Konteranfälligkeit, die den Hessen die Punkte kostete. An Santos lag es indes nicht.
Fazit: Ein Neuanfang als Chance für Ruhe
Die kommenden Wochen werden für Eintracht Frankfurt wegweisend. Durch die Entlassung von Dino Toppmöller werden die Karten am Main komplett neu gemischt.
Für Kaua Santos bietet dieses neue Kapitel die Chance, sich unter einer neuen Führung ohne die Altlasten der vergangenen Monate zu beweisen. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen aus den Fehlern der Hinrunde gelernt haben: Ein junger Torwart braucht keine öffentliche Debatte, sondern Rückendeckung und Zeit.
Sollte es der Eintracht gelingen, die defensive Statik zu stabilisieren, wird auch die Torwart-Diskussion so schnell verstummen, wie sie aufgekommen ist. Das Potenzial für eine große Karriere ist bei Santos unbestritten – jetzt muss der Verein den Rahmen schaffen, in dem dieses Potenzial auch nachhaltig wachsen kann.
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