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WM-Rückblick: Give me the f****Ball

Claudio Bravo (Foto: Firo)

Knapp zwei Wochen ist es jetzt her, dass Manuel Neuer den WM-Pokal erstmals in die Luft streckte und mit seinem Team den Weltmeister-Titel in Brasilien feierte. Zeit für uns, auf die WM aus Torhütersicht zurück zu blicken.

Ein Blick auf den Transfermarkt genügt schon, um festzustellen, wie die WM für einige Torhüter gelaufen ist. Chiles überzeugender Rückhalt Claudio Bravo wurde noch während der WM vom FC Barcelona verpflichtet, Keylor Navas, der Keeper vom Überraschungsteam Costa Rica, steht kurz vor der Unterschrift bei Champions League-Sieger Real Madrid und der aktuell noch vereinslose Guillermo Ochoa wird vom Champions League-Finalisten Atlético umworben. Dort verabschiedete sich der ausgeliehene Thibaut Courtois, über dessen Rückkehr Chelsea heilfroh ist. Allesamt Keeper, die bei der WM mit tollen Leistungen überzeugen konnten. Während man von Courtois nach seiner bärenstarken Saison für Madrid nichts anderes erwartete, kamen die tollen Leistungen der lateinamerikanischen Keeper für viele überraschend. Die allesamt bei kleineren Clubs beschäftigten Keeper galten noch vor der WM als Unsicherheitsfaktoren, doch das änderte sich schnell: Ochoa überzeugte mit überragenden Paraden, Bravo fing alles ab, was irgendwie in den Strafraum kam und Navas war der Mann, der mit Außenseiter Costa Rica fast bis ins Halbfinale vorstieß.

Dazu kamen auf lateinamerikanischer Seite ein bis zum Endspiel fehlerfrei agierender Romero für Argentinien, ein zumindest bis zum Halbfinale starker Julio Cesar für Brasilien und David Ospina, der sich mit Kolumbien nach dem Achtelfinale zum Geheimfavoriten mauserte. Allesamt Keeper, die auf der übergroßen Bühne Fußballweltmeisterschaft im Mittelpunkt standen, während sie im Alltag bei Clubs Genua, Toronto und Nizza unter Vertrag stehen. Anders verhielt es sich mit Fernando Muslera: Auch er spielte eine souveräne WM, aber als Keeper von Galatasaray Istanbul steht er auch außerhalb des Turniers im Fokus der europäischen Öffentlichkeit.

Tim Krul (Foto: Firo)

In diesem Fokus stand Jasper Cillesen gleich mehrfach während der WM: Erst sorgte er mit seinem Team beim 5:1 über Titelverteidiger Spanien für die erste Überraschung des Turniers, dann wurde er vor dem Elfmeterschießen im Viertelfinale ausgewechselt und schließlich schaffte er es mit einer Pose im Spiel um Platz 3 auch noch zum Internethelden. Um seine neue Popularität einschätzen zu können, muss man nur bei Twitter den Hashtag „JasperCillessenSittingOnThings“ eingeben. Für großes Aufsehen sorgte auch sein Vertreter Tim Krul, aber nicht nur, weil er die Niederländer mit zwei gehaltenen Elfmetern gegen Costa Rica ins Halbfinale brachte. Vor jedem Elfer ging er auf den Schützen los und textete ihn aggressiv zu, aber das war alles ganz harmlos, wie er im Nachhinein zu Protokoll gab: „Ich habe ihnen nur gesagt, dass ich weiß, wohin ihr Schuss geht. Ich habe versucht, in ihren Kopf zu kommen und, sie psychologisch fertigzumachen." Pech hatte Bondscoach Van Gaal dann im Halbfinale: Bereits zu Beginn der Verlängerung hatte der Trainer drei Mal gewechselt und mit dem sonst starken Jasper Cillessen im Kasten schied Oranje im Elfmeterschießen gegen Argentinien sang- und klanglos aus.

Im Vergleich zu anderen großen europäischen Fußballnationen hielten sich die Niederländer damit großartig, denn sowohl für Spanien mit Welttorhüter Casillas, als auch für Italien mit Torwartlegende Buffon war die WM bereits nach der Vorrunde beendet. Während Buffon im Tor der Azzurri noch mal groß aufspielte, patzte ein enttäuschender Casillas gleich mehrfach.

Tim Howard (Foto: Firo)

Ebenfalls nach der Vorrunde mussten die Engländer abreisen, dieses Mal allerdings ohne Patzer des Keepers. Der solide aufspielende Joe Hart fiel trotzdem auf, als es ihm im Spiel gegen Italien nicht schnell genug ging. Völlig außer sich schrie er den Balljungen an: „Hey, hey, give me the f****** Ball“ , gleichzeitig trat er heftig gegen die Bande. Genützt hat das, wie schon beschrieben, nicht viel. Währenddessen wuchs ein alter Bekannter noch mal über sich hinaus: Tim Howard schaffte es mit Klinsis US-Amerikanern bis ins Achtelfinale, wo er die Belgier mit unzähligen Paraden fast zur Verzweiflung brachte.

Mit starken Leistungen ging es in der K.O.-Runde weiter: Während einige Vorrundenpartien durch Unsicherheiten der Keeper entschieden wurden, hielten sich die Schlussmänner in den Finalspielen der WM weitestgehend schadlos. Stattdessen überzeugten sie mit tollen Paraden mit zielgenauen Abschlägen. Allgemein ließ sich feststellen, dass nahezu alle Keeper hervorragend mit dem Ball am Fuß umgehen konnten. Pech hatte in der K.O. Runde Nigerias Schlussmann Enyeama, der im Achtelfinale gegen Frankreich lange ein ganz starkes Spiel machte, dann jedoch im entscheidenden Moment patzte. Eine Ecke der Franzosen erreichte er nur mit einer Hand, was die Équipe Tricolore eiskalt bestrafte. Für die Franzosen, deren Kasten unauffällig aber souverän von Hugo Lloris gehütet wurde, war dann im Viertelfinale Endstation. Dort unterlagen sie dem späteren Weltmeister Deutschland mit 0:1. Mitverantwortlich dafür war eine fehlerfreie deutsche Nummer Eins, Manuel Neuer. Dem fehlten zwar während dem Turnier die ganz großen Paraden, doch das war am Ende egal: Mit seinem überragenden Torwartspiel führte Neuer sein Team zum WM-Titel und er war es, der nach einer langen WM verdientermaßen den „Golden Glove“ als bester Torhüter des Turniers verliehen bekam.


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