Im Sommer adelte Almuth Schult Ann-Katrin Berger noch als einzige aktive Weltklasse-Torhüterin aus Deutschland. In der zweiten Reihe reifen zwar weitere Torhüterinnen heran, doch mit dem Prädikat "Weltklasse" wären derzeit keine weiteren versehen. Umso entscheidender war daher die Frage, ob Ann-Katrin Berger noch über das Jahr 2025 in der Nationalmannschaft weitermacht oder sie sich ab dem kommenden Jahr aus der Auswahl zurückzieht und sich allein auf ihre Klub-Karriere konzentriert.
Die Keeperin, die bereits zwei Krebs-Erkrankungen überstanden hat, spielt in den USA, genauer beim Gotham FC. Mit dem Klub feierte sie unmittelbar vor den Finalspielen in der Nations League die US-amerikanische Meisterschaft. Gleichzeitig schwebte aber auch das Thema des möglichen Rücktritts aus der Nationalmannschaft immer wieder über den beiden Spielen gegen Spanien. Während das erste Spiel, gemessen am Spielverlauf, nur mit einem torlosen Remis endete, verlor man das Rückspiel in Madrid mit 0:3. Berger agierte zwar nicht ganz fehlerfrei, und dennoch konnte sie abermals ihre Klasse unter Beweis stellen und zeigen, dass sie nach wie vor eine Bereicherung für die deutsche Nationalmannschaft wäre. In den beiden Halbfinal-Spielen fehlte Berger aufgrund einer Knie-Blessur, sodass für sie Stina Johannes spielte und zeigen konnte, dass sie in den Highlight-Spielen bereits auf einem ähnlichen Niveau performen kann. Im Klub aber wirkte Johannes in der aktuellen Spielzeit bisweilen noch nicht vollends konstant.
Die Erfahrung und auch die sehr großen Comeback-Qualitäten sprechen aber für Berger, die erstmals bei den Olympischen Spielen die klare Nummer 1 im deutschen Tor war. Unmittelbar nach dem verlorenen Finale äußerte sich der Bundestrainer nach dem Spiel gegen Spanien dahingehend, dass man sich noch im Anschluss an das Spiel mit Berger zusammensetzen und besprechen wolle, ob sie auch im kommenden Jahr in der Nationalmannschaft auflaufen werde. Berger wiederum klang zunächst etwas klarer: "Wenn der Trainer mich haben möchte und wir uns einfach einig sind, dann werden wir sehen, was die Zukunft sagt. (...) Ich bin stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein und freue mich auf das nächste Jahr, um zu sehen, was noch in der Mannschaft steckt." Das große Ziel könnte hierbei die WM in Brasilien in zwei Jahren sein. Sie wäre zu diesem Zeitpunkt 37 Jahre alt. Es könnte das letzte große Turnier für sie in der Nationalmannschaft sein.
Dies klang an sich nach einer Fortsetzung der Zusammenarbeit, doch die Erklärung des DFB am darauffolgenden Tag las sich deutlich verhaltener: "Es wurden Perspektiven und Gedanken ausgetauscht. Das Trainerteam hat deutlich gemacht, dass es die Zusammenarbeit mit Ann-Katrin Berger gerne fortsetzen möchte. Die Torhüterin hat um etwas zusätzliche Bedenkzeit gebeten, um die Eindrücke aus dem Gespräch und den Finals in Ruhe noch etwas sacken zu lassen."
Die "BILD" möchte erfahren haben, dass Berger dennoch weitermachen wird. Zwar hatte sich die Torhüterin kurzzeitig tatsächlich mit dem Rücktrittsgedanken auseinandergesetzt, doch sollte es eine sehr große Überraschung sein, wenn Berger sich nun doch dazu entschließen würde, ab dem kommenden Jahr nicht mehr in der Nationalmannschaft auflaufen zu wollen.
Kommentare (0)
Keine Kommentare vorhanden!