Nagelsmann weicht in der Causa Neuer aus
Das Verhältnis zwischen Neuer und Nübel gilt als professionell kühl, und es könnte weiter zu keiner Besserung kommen, denn wie „Sky“ zunächst am Wochenende berichtete, steht Manuel Neuer tatsächlich unmittelbar vor der Rückkehr in die Nationalmannschaft. Auf der Vorab-Meldeliste für die FIFA, die 55 Namen beinhaltet, war Neuer bereits zu finden. Bisher hat der Weltmeister von 2014 124 Spiele im DFB-Dress absolviert. Sollte Neuer tatsächlich mit zur WM reisen, ist davon auszugehen, dass er auch als Nummer 1 der Nationalmannschaft auflaufen wird. Alles andere wäre eine noch größere Überraschung als das Comeback selbst. Dieses hatte Neuer bisher definitiv verneint. Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann war bisher grundsätzlich klar in seiner Kommunikation der Causa Neuer und hatte sich auch bereits öffentlich hinter Oliver Baumann als seine Nummer 1 gestellt.
Im „Aktuellen Sportstudio“ wich der Bundestrainer aber trotz mehrfacher Nachfrage von Moderator Jochen Breyer aus. Laut Nagelsmann sei noch kein Spieler informiert worden, demzufolge auch nicht Oliver Baumann. Ein Gespräch mit Neuer bestätigte Nagelsmann nicht, sagte aber, dass er mit jedem Spieler telefonieren wird, der bereits unter seiner Ägide eine Rolle in der Nationalmannschaft hatte. Es ist allerdings auch möglich, dass der Bundestrainer noch vorsichtig war in der Torwartthematik, denn wieder einmal spürte Neuer gegen Köln ein Zwicken in der Wade. Ob wirklich eine strukturelle Verletzung vorliegt, soll nun eine MRT-Untersuchung klären.
Unterdessen mehrten sich bereits die Kommentare von Experten zur Torwartthematik. Während Oliver Kahn den Zeitpunkt der Diskussion und des möglichen Comebacks für „abenteuerlich“ hielt, würde gerade Baumann damit beschädigt werden. Kahn ist dabei durchaus erfahren in einer ähnlichen Konstellation. Vor genau 20 Jahren rief der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann den öffentlichen Kampf um die Nummer 1 im deutschen Tor zwischen dem bisherigen Stammtorhüter Oliver Kahn und Jens Lehmann aus – mit dem besseren Ende für Lehmann, während Kahn sich plötzlich zu Fehlern hinreißen ließ. Gleichzeitig gab Kahn zu bedenken, dass Baumann seit seiner Ernennung zur Nummer 1 weniger stabil in seinen Leistungen wirkte als zuvor. Neuer hingegen zeigte vor allem in den wichtigen Spielen bisweilen Glanzleistungen.
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