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Edouard Mendy, der Spätzünder

Mit seinem Wechsel zu Chelsea wurde Mendy zu einem der weltbesten Torhütern

Autor: T. Rübe - 23.02.2022

 

Manuel Neuer, Iker Casillas, Thibaut Courtois und Gianluigi Donnarumma. Alle diese Torhüter verkörpern oder wie im Falle von Casillas verkörperten Weltklasse. Neuer und Casillas waren phasenweise sogar ein eigenes Level, Donnarumma wiederum kann auf lange Sicht eine ganze Ära prägen. All diese Torhüter eint, dass sie bereits zu Beginn ihre Karriere den frühen Durchbruch hatten und sich als Stammkraft etablieren konnten. Den kompletten Gegensatz dazu verkörpert Edouard Mendy. Der 29-Jährige ist buchstäblich wie Phönix aus der Asche in die Weltspitze vorgedrungen. Dabei tauchte der in Frankreich geborene Sohn senegalischer Einwanderer in jungen Jahren gar nicht auf. Seine Karriere schien bereits vorbei zu sein, bevor sie wirklich begonnen hatte. Bereits mit 14 Jahren schien der Traum vom Profifußball sich nie zu erfüllen.

Zu diesem Zeitpunkt wurde dem jungen Mendy, der noch als Stürmer bei Le Havre spielte, dass es keine gute Idee wäre für ihn, im Feld zu spielen. Gleichsam endete damit die Zeit bei Le Havre. Es folgten Stationen in der fußballerischen Provinz, ehe er zur AS Cherbourg kam, damaliger Drittligist. Bei seinem Wechsel nach Cherbourg wurde der 1,95 Meter große Torhüter noch prophezeit, dass es für den Profifußball nicht reichen würde. Er wäre zu inkonstant, hätte zu wenig Ausstrahlung und auch die Reflexe wären alles andere als ausreichend.

Viel Einsatzzeit bekam Mendy auch in den niedrigen französischen Profiligen nicht

Doch Mendy konnte zumindest ab und in Cherbourg spielen. So stehen 26 Spiele in 3 Jahren zu Buche. Danach war dort aber Schluss. Sein Vertrag wurde nicht verlängert, gleichzeitig war der Verein mittlerweile in der vierten Liga angekommen. Mendy musste anschließend Sozialhilfe beantragen. Dass er doch später noch vom Fußball mehr als gut leben können, dies scheint nicht einmal mehr eine Wunschvorstellung zu sein.

Durch die Sozialhilfe, so gestand der nunmehr amtierende FIFA-Welttorhüter, konnte er sich vorerst auf den Fußball konzentrieren. Doch lange hielt diese Situation nicht an. Seine Frau erwartete zu dieser Zeit ihr erstes Kind, ein normaler Job musste her. Während er eine Aushilfstätigkeit in einem Modegeschäft zunächst noch ablehnte, verdiente er dann den Lebensunterhalt als Bedienung in einem Fast-Food-Restaurant: „Es war unglaublich schwierig, und meine Partnerin erwartete unser erstes Kind. Die Unterstützung reichte nicht mehr aus. Wir brauchten etwas anderes, und so begann ich nach anderen Dingen zu suchen."

Mit 26 Jahren machte Mendy sein Erstliga-Debüt in der Ligue 1

Doch das Schicksal meinte es doch noch gut mit dem frisch gebackenen Afrika-Meister. Mit 23 Jahren, Mendy war nun weit weg von einer Laufbahn als Profi, stellte Cherbourgs Präsident Gerard Gohel den Kontakt zu Olympique Marseille her. Im Probetraining konnte Mendy zumindest dahingehend überzeugen, dass er einen Vertrag für die zweite Mannschaft bekam. 8 Spiele bestritt er dort. Ein Jahr später ging es nach Reims, zweite französische Liga. Zunächst war Mendy dort nur Reservist. Nach dem Aufstieg in die erste Liga gab der Torwart sein Ligue 1-Debüt mit 26 Jahren.

Dies geschah 2018. Drei Jahre später und noch mit der Station bei Stade Rennes gewinnt der Torwart, mit dem FC Chelsea und auch als Torwart gerade alles, was ihm in die Quere kommt. Die Champions League gewann er mit dem FC Chelsea, ebenso die Klub-WM, ist Welttorhüter, Afrika-Meister mit dem Senegal und war auch bester Torwart  in der Champions League. Gleichzeitig setzte er sich sofort in London gegen den teuersten Torwart der Welt, Kepa, durch. Nun könnte der bald 30-Jährige 2 Tage vor seinem 30. Geburtstag noch den Liga-Pokal gewinnen. Im Finale trifft Chelsea auf den Liverpool FC.

Mendy hat in der letzten Champions-League-Saison außerdem mit 9 Spielen ohne Gegentor einen Rekord gleichgestellt. Am CL-Heimspiel gegen den Lille OSC am letzten Dienstag brach Mendy einen weiteren Rekord. Von seinen 18 bislang bestrittenen Champions League-Spielen waren 14 ohne Gegentor. Eine Quote von 78 %, neuer Rekord in der Königsklasse.

Derzeit ist Mendy, sogar noch einer der Gering-Verdiener bei den Blues, ist weit weg von seinem Konkurrenten Kepa, der rund 180.000 Euro in der Woche verdient und somit rund dreimal so viel, wie der Torhüter, der irgendwie versehentlich in die Weltspitze gestoßen ist. Wenn man es von einem Torwart wohl definitiv nicht erwartet hätte, dann von Edouard Mendy, der zurecht gerade in aller Munde ist. Eine Ende des Höhenflugs scheint zumindest derzeit nicht in Sicht.

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