Manuel Neuer arbeitet weiter an seinem Comeback. Der 40-jährige Bayern-Torwart laboriert an den Folgen einer Wadenverletzung und verpasste zuletzt das WM-Testspiel gegen Finnland. Ob er in der Generalprobe gegen die USA am 6. Juni in Chicago wieder zwischen den Pfosten steht, soll kurzfristig entschieden werden.
Die ursprüngliche Verletzung zog sich Neuer bereits im Frühjahr zu – ausgerechnet beim Torjubel im Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen Bayer Leverkusen. Seitdem verlief die Reha nicht immer reibungslos. Mehrfach reagierte die Wade erneut, auch beim Bundesliga-Saisonfinale gegen Köln musste Neuer vorzeitig ausgewechselt werden. Auch im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart vor zwei Wochen stand Jonas Urbig im Tor der Bayern.
Am 1. Juni kehrte Neuer auf den Trainingsplatz zurück und absolvierte erste torwartspezifische Einheiten. Gerade für einen Torwart ist die Wade besonders sensibel: Seitliches Abtauchen, explosive Abdruckbewegungen, Landungen und schnelle Korrekturschritte belasten den Muskel enorm. Ein Einsatz gegen die USA wäre deshalb nicht nur ein medizinischer Test, sondern auch wichtig für Rhythmus, Timing und Spielpraxis.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte Neuer trotz der Verletzung als klare Nummer eins für die WM nominiert. Gleichzeitig betonte er, dass man kein Risiko eingehen wolle: Ziel sei, Neuer spätestens in der Gruppenphase maximal fit zu haben. Oliver Baumann vertrat ihn beim 4:0 gegen Finnland souverän und bleibt die erste Alternative. Jonas Urbig reist als zusätzlicher Backup mit.
Für Neuer wäre die WM auch sportlich ein besonderes Comeback: Seit dem EM-Viertelfinale 2024 gegen Spanien hat er kein Länderspiel mehr bestritten. Nun hängt vieles an seiner rechten Wade. Deutschland braucht vor dem Turnier nicht nur Neuers Paraden, sondern auch seine Präsenz, Erfahrung und Ausstrahlung auf die Defensive.
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