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Lisa Weiß - "hautnah" bei torwart.de

L.Weiß: "Nummer eins in Deutschland als Ziel!"

von T.Schlitzke 


Lisa Weiß (Foto: Verein)

Lisa Weiß begann ihre Karriere beim SV Lohausen. Im Jahre 2006 wechselte sie zum Bundesligisten FCR 2001 Duisburg, wo sie jedoch nicht zum Einsatz kam. Nach nur einem Jahr wechselte sie zur SG Essen-Schönebeck. Am 7. Oktober 2007 gab sie ihr Bundesligadebüt im Spiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam. Am 22. Mai 2008 debütierte sie in der U-23-Nationalmannschaft. Bis heute kämpft sie immer noch um die Position der Nummer eins im deutschen Tor. torwart.de hat bei der symphatischen Torfrau nachgefragt!

torwart.de: Lisa, wir sprachen das letzte Mal vor fünf Jahren. Wie hast du dich seitdem, vor allem als Torfrau weiter entwickelt?

Lisa Weiß: Seit gut zwei Jahren haben wir einen neuen Torwarttrainer (Volker Meßmann). In dieser Zeit habe ich viel an meinen fußballerischen Fähigkeiten und der Spieleröffnung gearbeitet. Das Training trägt langsam Früchte und es macht Spaß zu merken, dass man mit fast 30 immer noch Techniken und Feinheiten verändern kann. (schmunzelt)

torwart.de Wie zufrieden bist du mit deiner Saisonleistung und dem Erreichten von Essen?

Weiß: Wenn wir am Sonntag in München noch mal punkten, ist es punkttechnisch die beste Saison, die wir mit Essen je gespielt haben. Dennoch hätten wir nach einer starken Hinrunde in der Rückrunde noch mehr rausholen können.

torwart.de: Kannst du etwas zur Torwartkonzeption und Training bei Essen sagen?

Weiß: Wir in Essen verfolgen auch die Philosophie des modernen Torwartspiels. Das heißt, dass viel Wert auf technische und spielerische Fähigkeiten gelegt wird. Der Torwart ist in meinen Augen der erste Spielmacher und die Rolle versuche ich auch so gut es geht auszufüllen. Was das Training angeht, haben wir noch etwas Luft nach oben. Aus beruflichen Gründen ist unser Torwarttrainer leider nur zwei bis drei Mal wöchentlich bei uns. Diese Zeit versuchen wir trotzdem gut zu nutzen. Schwerpunkte in dieser Saison waren: Spieleröffnung, Flanken, Strafraumbeherrschung und 1 gegen 1 Situationen.

torwart.de: Wo steht der Frauenfußball heute im Vergleich zu der Zeit, als du angefangen hattest, Profi zu werden?

Weiß: Der Frauenfußball hat sich meiner Meinung nach enorm entwickelt. Durch die Allianz haben wir seit einiger Zeit einen tollen Partner, der die Bundesliga weiter attraktiv macht und voran treibt. Durch TV Übertagungen auf Sport1 und früher Eurosport sind wir permanent zu sehen. Das war vor einigen Jahren undenkbar. Generell sind viele Clubs inzwischen sehr professionell aufgestellt und bieten den Spielerinnen top Bedingungen.

torwart.de: Wo siehst du noch den meisten Entwicklungsbedarf?

Weiß: Jeder Verein sollte neben einem hauptamtlichen Trainer auch einen hauptamtlichen Torwarttrainer haben, um das Niveau der deutschen Torhüterinnen weiterhin hoch zu halten. Entwicklungsbedarf sehe ich in der Verbesserung der Trainings - und Spielmöglichkeiten für alle Teams. Es sollten einheitliche Standards herrschen in diesen Bereichen.

torwart.de: Du sagtest vor Jahren gegenüber torwart.de "Ich muss sagen, dass ich nur Männer als Vorbilder habe. Manuel Neuer oder Diego Benaglio. ". Ist das heute immer noch so und was bewunderst du an beiden?

Weiß: Über die Auswahl damals von Diego Benaglio muss ich ein bisschen schmunzeln, da ich ihn nicht als mein Vorbild ansehe, bzw. nicht mehr. Manuel Neuer ist immer noch ein Weltklasse Torwart. Seine fußballerischen Fähigkeiten finde ich einzigartig. Außerdem wäre ich gerne annähernd so groß wie er. (lacht) Ansonsten versuche ich aber meinen eigenen Stil beizubehalten, aber schaue mir gerne von dem ein oder anderen Torwart der Bundesliga etwas ab.

torwart.de: Am 24. Mai 2015 wurdest du von Bundestrainerin Silvia Neid aus dem endgültigen Kader für die Weltmeisterschaft 2015 in Kanada gestrichen. Wie bitter war diese Erfahrung für dich?

Weiß: Sehr bitter. Da es für mich nicht das erste Mal war, dass ich aus einem endgültigen Kader geworfen wurde. 2011 zur Heim-WM hat es damals auch nicht gereicht. Trotz großer Enttäuschung habe ich 2015 die Entscheidung gelassener aufgenommen. Ich habe den Moment herbei gesehnt, dass Steffi Jones endlich Trainerin wird.

torwart.de: Wie sind heute deine Ambitionen noch einmal in Richtung Nationalelf anzugreifen? Wie wichtig war dabei dein Comeback gegen Russland?

Weiß: Mein Ziel ist es weiterhin die Nummer 1 im deutschen Tor zu werden. Diesen Traum gebe ich nicht nicht auf, auch wenn ich bald 30 werde. Mein Comeback gegen Russland war für mich persönlich ein Ansporn nicht aufzugeben und zu merken, dass harte Arbeit irgendwann belohnt wird. Ich bin sehr dankbar, dass Steffi Jones mit ihrem Trainerteam mir für die beiden EM-Quali Spiele das Vertrauen geschenkt hat.

torwart.de: Was ist Steffi Jones für eine Trainerin?

Weiß: Eine sehr offene und kommunikative Trainerin, die häufig das Gespräch mit ihren Spielerinnen sucht. Sie hat eine sehr ehrliche und authentische Art, die uns begeistert. Wir hoffen, dass wir ihr als Team ein erfolgreiches erstes großes Turnier bescheren können.

torwart.de: Fehlt Nadine Angerer als Persönlichkeit dem Frauenfußball?

Weiß: Manchmal fehlt „Natze" als Spaßvogel schon im Team. Ich denke gerne an die gemeinsame Zeit mit ihr zurück, weil es immer etwas zu lachen gab. Aber inzwischen gibt es auch einige andere Spielerinnen, die mit ihrer Persönlichkeit sehr wertvoll für den Frauenfußball geworden sind.

torwart.de: Danke dir!

Weiß: Gerne.

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