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C. Schlüter (SC Sand): „Nationalmannschat hat mir meinen Traum erfüllt!“

von T.Schlitzke 


Carina Schlüter Foto Verein

Carina Schlüter gilt als eine der besten Torfrauen in Deutschland. Aktuell spielt sie beim SC Sand in der Frauen-Bundesliga und ist dort die klare Nummer eins. Im Gespräch mit torwart.de erzählt sie, warum sie kein Vorbild hat und wie ihre Karriere begonnen hatte.

torwart.de: Bitte erzähl uns uns kurz etwas zu deinem sportlichen Werdegang. Vor allem auch deine Zeit auf dem Internat!

Carina Schlüter: Ich habe mit vier Jahren begonnen, beim SV Weser Leteln mit den Jungsmannschaften Fußball zu spielen und war dort bis 2011. Erst danach habe ich in eine U17 Mädchenmannschaft zum DSC Arminia Bielefeld gewechselt. Nachdem ich ein Jahr auf der Westside High School in Houston (Texas) spielte, entschloss ich mich 2013 auf die DFB-Eliteschule Kaiserau zu gehen, um dort mein Abitur zu absolvieren und durch kurze Wege und optimale Trainingsbedingungen meinen Traum der Nationalmannschaft weiterhin leben zu können. Außerdem wechselte ich in die zweite Bundesliga zum VfL Bochum, nachdem der Verein 2015 nicht mehr die Lizenz für die erste Damenmannschaft zahlen wollte, wechselte ich vom Ligakonkurrenten Herforder SV und spiele nun seit Sommer 2016 in der Allianz-Frauenbundesliga beim SC Sand. Dabei habe ich verschiedene U-Nationalmannschaften durchlaufen und mein größtes sportliches Erlebnis war wohl die U20 WM 2016 in Papua-Neuguinea.

torwart.de Wie bist du denn überhaupt mit dem Fußball in Berührung gekommen? Oder bist du eine Quereinsteigerin, die vorher eine andere Sportart ausgeübt hat?

Schlüter: Ich bin zusammen mit meinem 1 1/2 Jahre älteren Bruder zum Fußballtraining gegangen und war sofort begeistert. Für mich war der Fußball immer die Sportart Nummer eins!

torwart.de: Es hieß, dass du kein Vorbild hast. Wieso?

Schlüter: Besonders als Torwart muss man ein starker Charakter sein. Ich bin der Meinung, wenn jemand ein Vorbild hat, macht man diesem nur nach und kopiert das Verhalten, damit kann man nie besser werden! Natürlich gefällt mir vieles, was namenhafte Torhüter wie beispielsweise Casillas oder Neuer leisten, aber dennoch muss jeder auf dem Platz seine ganz eigene Persönlichkeit entwickeln.

torwart.de: Warst du schon immer Profi?

Schlüter: Da ich Studentin bin und das Ganze mit dem Leistungssport kombiniere, um mir ein zweites Standbein aufzubauen, würde ich mich nicht als Vollprofi bezeichnen. Dennoch würde ich behaupten, dass der Sport meinen Alltag bestimmt und ich versuche, den Rest daran anzupassen.

torwart.de: Wie sehr hat Nadine Angerer dich und den Beruf der Torfrau geprägt?

Schlüter: Ich denke, dass jede erfolgreiche Torhüterin diese Position in gewisser Weise prägt. Die Zeit steht nicht still, alles entwickelt sich weiter, es entstehen neue Techniken, Taktiken und Philosophien. Dementsprechend muss sich natürlich auch das Torwartspiel entwickeln!

torwart.de: Was macht das Torwarttraining beim SC Sand aus?

Schlüter: Ich bin von dem Torwarttraining beim SC Sand sehr begeistert. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch so arbeiten wir viel zusammen. Beispielsweise steht nach jedem Spiel eine ausführliche Videoanalyse auf dem Programm, dazu kommen Aufnahmen aus dem Training, eine klare Struktur mit geplantem Wochenablauf und sehr individuelle Übungen. Wir trainieren sehr spielnah und versuchen somit Situationen aus der Meisterschaft zu rekonstruieren und unser Torwartspiel zu optimieren. Besonders wichtig finde ich es persönlich, sich Teilziele zu setzen. Möchte man etwas Neues erlernen, wird das wohl kaum von heute auf morgen geschehen, man braucht eine sehr hohe Wiederholungszahl und damit verbunden Geduld und Durchhaltevermögen! Die richtige Einstellung als Leistungssportler ist von sehr hoher Bedeutung!

torwart.de: Das Torwarttraining wird bisher ausschließlich von Männern durchgeführt. Warum gibt es so wenige Frauen, die als Torwarttrainerin arbeiten wollen?

Schlüter: Das kann ich nicht so ganz bestätigen, da ich sowohl in den Jugendnationalmannschaften als auch in der Westfalenauswahl unter anderem von Torwarttrainerinnen trainiert wurde. Ob da letztendlich ein Mann oder eine Frau steht ist meiner Meinung nach unwichtig, hauptsache es passt, es entsteht ein vernünftiges Arbeitsklima und ich kann mich weiter entwickeln.

torwart.de: Gibt es bei den Frauen auch eine Art "neuer Torwart/neue Torfrau" wie bei den Männern? Also hin zum mitspielenden Torwart?

Schlüter: Natürlich ist eine annähernde Beidfüßigkeit, das Mitspielen in Offensive und Defensive sowie taktisches Spielverständnis im Frauenfußball mittlerweile genauso wichtig wie im Männerfußball. Wie bereits gesagt, entwickelt sich alles weiter, so auch die verschiedenen Positionen, den Torwart einbegriffen, egal ob Männer- oder Frauenfußball.

torwart.de: Hat sich hierbei auch im Nachwuchsbereich eine Professionalisierung entwickelt?

Schlüter: Im Allgemeinen profitiert Deutschland im Männer- und Frauenfußball von einer sehr guten Torwartausbildung der Jugend! Schon früh werden Talente gesichtet und individuell gefördert. In diesem Bereich wird der DFB auf jeden Fall immer professioneller, schon in den letzten Jahren fanden große positive Entwicklungen statt. Die Ausbildung bezieht sich nicht nur auf das "Bälle fangen" an sich, sondern vor allem auch auf die Fußtechniken, Athletik, Krafttraining, Taktik und natürlich darf nie die schulische Ausbildung zu kurz kommen.

torwart.de: Wie wichtig waren für dich die Teilnahmen an den diversen Junioren EM-Turnieren?

Schlüter: Das waren nicht nur unbeschreibliche Erlebnisse und tolle Erfahrungen, die ich machen durfte, sondern sich international zu messen bringt einen in der Entwicklung sehr nach vorne. In solchen Turnieren spielt man auf dem höchsten Niveau, das in der Altersklasse gegeben ist, muss dementsprechend alles abliefern und sieht genau, wie das Land im Vergleich zu anderen Nationen steht. Zusätzlich ist es immer ein super Gefühl, mit dem Adler auf der Brust aufzulaufen, die Nationalhymne zu singen und Deutschland repräsentieren zu dürfen.

torwart.de: Wie wichtig war die Nominierung im März ins A-Team?

Schlüter: Das war natürlich mein aller größter Lebenstraum, der in Erfüllung gegangen ist! Ich konnte es kaum glauben, als ich den Anruf bekam und war unglaublich glücklich und stolz, dass ich es so weit geschafft habe. Jede noch so harte Trainingseinheit wird mit so einer Nominierung belohnt und alles, wofür ich immer gekämpft habe, wurde Wirklichkeit.

torwart.de: Wo siehst du noch Entwicklungsbedarf im Frauenfußball?

Schlüter: Ein großes Thema im Vergleich Männer- und Frauenfußball ist natürlich immer wieder der finanzielle Aspekt. Natürlich wird das nie auch nur annähernd ausgeglichen sein, dennoch finde ich es sehr schade, dass es leider nicht nur die Ausnahme ist, dass Vereine ihre Frauenabteilung aus wirtschaftlichen Gründen zurückziehen, andere Damenmannschaften nicht aufsteigen können, weil sie die weiten Auswärtsfahrten und ähnliches nicht zahlen können, sondern bereits sehr häufig vorkommt. Natürlich hat der Frauenfußball einen großen Schritt in Richtung Professionalität gemacht, erregt mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, aber dennoch ist es im Allgemeinen sehr schade, wie wenige Informationen über diesen Sport in Medien beispielsweise verbreitet werden.

torwart.de: Wie wichtig ist Torwartmaterial für dich?

Schlüter: Da es das ist, womit ich meine Arbeit bestreite, ist es natürlich sehr wichtig. Besonders ein optimaler Handschuh und Schuhe sind von hoher Bedeutung! Das perfekte Modell kann niemand benennen, da jeder für sich herausfinden muss, womit man sich wohl fühlt. Denn das ist der wichtigste Punkt, nur wenn man sich wohl fühlt, nichts stört und alles optimal passt und den Verhältnissen angepasst ist, kann man entsprechende Leistungen bringen.

torwart.de: Danke dir!

Schlüter: Gerne.

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