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Kevin Müller (Heidenheim): "Fehler gehören dazu im Leben!"

von T. Schlitzke/ M. Schäfer


K. Müller (Foto: Firo)

Kevin Müller ist die Nummer eins beim FC Heidenheim! Der Keeper spielt am Mittwoch gegen den FC Bayern München im DFB Pokal Viertelfinale. Auch wenn die Heidenheimer krasser Außenseiter sind, die Hoffnung stirbt zuletzt! torwart.de sprach mit dem Keeper über seinen Karriereweg!

Infos zu Kevin Müller:
  • Nationalität: deutsch
  • Geburtstag: 15. März 1991
  • Verein: Heidenheim
  • Position: Torwart
  • Liga: 2.Liga
  • Größe (cm): 190cm
  • Vorheriger Verein: Energie Cottbus (Leihe)

torwart.de: Kevin, am Wochenende hat es nur zu einem 0-0 gereicht. Was nimmst du aus diesem Spiel mit?

Kevin Müller: Am Ende ist es so, dass wir so in das Spiel gefunden haben, wie wir uns es vorgestellt hatten. Dann aber gab es einen kleinen Bruch und auch die Gelb-Rote Karte trug dazu bei, dass es schwieriger wurde. Am Ende war es ein hart erkämpfter Punkt für uns.

torwart.de: Wie siehst du generell Heidenheim in dieser Saison?

Müller: Es ist klar, dass wir aus einer Verfolgerrolle kommen. Es ist schön, dass wir so gut dastehen. Es ist immer angenehmer nach oben als nach unten zu schauen. Dennoch beschäftigen wir uns immer nur mit dem nächsten Spiel jeweils und wollen immer das Maximum herausholen.

torwart.de: Ist die 2.Liga in diesem Jahr stärker als in den Jahren zuvor?

Müller: Es sind zwei sehr starke Absteiger mit Köln und dem HSV in die 2.Liga gekommen und beide gehören eigentlich in die Bundesliga. Sie gaben von Anfang an den Ton an, aber unterm Strich machen sie einen soliden Job und marschieren vorne weg. In diesem Jahr ist alles klarer im Vergleich zum letzten Jahr. So langsam zeichnet sich eine Mittelfeldzone ab und es gibt ja nur noch acht Spiele und für einige Teams, wie etwa Bochum, wird nur noch wenig passieren.

torwart.de: Was zeichnet die 2.Liga für dich aus?

Müller: Es ist extrem physisch! Es geht nicht nur darum den Ball hin und her zu schieben, sondern alles ist sehr zweikampfbetont. Die Qualität der Mannschaften im Spiel nach vorne ist gewachsen und alle Teams sind defensiv und taktisch besser geworden. Es geht generell immer schneller und höher. Jeder muss schnell sein und mit dem Ball umgehen zu können. Die zweite Liga ist zudem enorm ausgeglichen.

torwart.de: Im Dezember 2016 gab es einen Knock-Out bei dir auf dem Platz. Hat die Verletzung bei dir eine persönliche Konsequenz gehabt, wie etwa bei Petr Cech?

Müller: Ich muss ganz ehrlich sagen, ich war ja nicht so stark verletzt wie Petr Cech. Ich habe es nicht als böswillig empfunden. Die Aktion war relativ normal, als ein Ball in die Tiefe kam und wir beide zum Ball gingen und es passierte. Großartig umgestellt habe ich nichts, das wäre auch der falsche Weg. Es war natürlich ein Schockmoment für meine Familie! Wir haben das aber alle gut verarbeitet und ich konnte ja in der Woche drauf wieder spielen.

torwart.de Wie siehst du die anderen Torhüter in der 2.Liga?

Müller: Man schaut sich schon an, was die Kollegen machen! Da würde ich lügen, wenn ich sagen würde, dass es nicht so ist. Ich finde zum Beispiel spannend, dass Julian Pollersbeck unter seinem Trainer in der Dreierkette mit den Innenverteidigern spielen musste. Über sowas denke ich dann schon nach.

torwart.de Du hattest mal gesagt, dass du Manuel Neuer bewunderst!

Müller: In der Jugend hatte ich nie ein Vorbild. Ich hatte immer auf alle mal geschaut. Aber Manuel Neuer ist natürlich ein klasse Keeper und ich verstehe die Kritik an ihm überhaupt nicht. Er ist aber genauso wie ter Stegen, de Gea oder Oblak auf Weltklasseniveau. Ter Stegen dribbelt selbst noch Gegenspieler aus. De Gea oder Oblak sind auf der Linie Weltklasse – da macht es Spaß zuzusehen.

torwart.de Kommen wir auf das Spiel gegen Bayern: Freust du dich darauf besonders?

Müller: Es wäre gelogen zu sagen, es ist ein Spiel wie jedes andere. Das DFB Pokal Viertelfinale ist etwas Besonderes und es ist halt nur ein Spiel! wenn man einen überragenden Tag hat und Glück dazu kommt, kann man den ganz großen Coup landen - wir arbeiten darauf hin. Es ist auch persönlich für mich interessant sich auf dem Niveau sich zu messen und zu sehen, wo man steht. Gleichzeitig ist klar, dass wir der absolut krasse Außenseiter in diesem Duell sind.

torwart.de Wie wichtig ist eigentlich Glück bei der Karriereentwicklung?

Müller: In meinen Augen ist Glück so das letzte Quäntchen, das am Ende den Unterschied macht. Es fängt schon dort an bei welchem Verein man Profi wird. Man wird vom richtigen Trainer geholt, man bleibt frei von Verletzungen. Alles das zählt. In der Jugend spielte ich mit so vielen Spielern zusammen, die am Ende dann Verletzungen hatten und es nicht schafften. Auf der anderen Seite glaube ich, dass man das Glück selbst erarbeiten kann. Wenn man hart genug auch verzichten kann! Wer in der Jugend sich fokussieren kann, der erarbeitet sich einen riesen Vorsprung. Eine Garantie gibt es leider nicht zum Profifußballer. Es gibt Sachen, die kann man nicht beeinflussen, wenn man zum Beispiel 183cm ist, hat man keine Chance mehr im Tor.

torwart.de Deine Karriere fing bei Rostock an. Wie war das für dich?

Müller: Rostock ist ein großer Traditionsverein: Es gibt viele Fans, ein großes Umfeld, viele Leute die gerne mitreden wollen. Da hat sich der Verein manchmal aus der Ruhe bringen lassen. Klar, Hansa gehört ebenfalls mindestens in die 2.Liga. Der Druck bleibt immer der Gleiche. Am Ende muss Fußball Spaß machen. Es nagt aber schon wenn man immer in der Zeitung liest wie sehr man versagt. Selbst wenn man sich einredet, dass es einem nichts ausmacht.

torwart.de Was ist der Vergleich zu Heidenheim?

Müller: Heidenheim ist sehr familiär und alles ist sehr überschaubar. Die Presselandschaft ist kleiner und man steht nicht so sehr im Fokus. Mittlerweile habe ich mir aber abgewöhnt Zeitung zu lesen.

torwart.de Und wie lief es mit deiner Torwartentwicklung?

Müller: Als heutiger Sicht bin ich sehr konservativ groß geworden in Rostock. Bei mir war in der C- oder D-Jugend noch so, dass man den Ball eher nach vorne schlagen musste. Marco Kostmann, (heutiger TWT in Bielefeld die Red.) hat mich gerade in meinen ersten Profijahren geprägt. Mit ihm habe ich bis heute Kontakt.

torwart.de Wie ging es dann weiter?

Müller: Alexander Ogrinc machte mich dann wirklich zum Profi. Er konnte mir viel mitgeben und hat an vielen kleinen Details mit mir gearbeitet!

torwart.de Und in Stuttgart warst du dann bei einem Profiverein!

Müller: Ja, in Stuttgart kam ich das erste Mal in die „große Welt“! Andy Menger und Thomas Walter haben hart an mir geschliffen, gerade was der technische Bereich anbelangt und viel investiert in mich. Dennoch bin ich nach Cottbus gegangen, weil ich mehr spielen wollte.

torwart.de Bei Heidenheim trainiert dich Bernd Weng!

Müller: Ich habe ein super Verhältnis zu Bernd Weng. Ich fühle mich sehr wohl, wir tauschen uns ständig aus, wo wir etwas besser machen können. Wir analysieren jedes Spiel und fragen uns: Wie ist die Schlagqualität bei Bällen, wie war das torwarttaktische Verhalten beim Eins-Gegen-Eins? Hätte man vielleicht eine Spieleröffnung besser machen können? Da sind wir sehr in detaillierter Arbeit, um mich auch vorwärts zu bringen. Ich bin immer überzeugt, dass ich mich weiter entwickeln kann.

torwart.de Wer ist dort der strengere in der Analyse? Du oder dein TWT?

Müller: Wenn man meine Frau fragt, sie würde bestätigen: Das perfekte Spiel gibt es für mich nicht! Es gibt immer noch einen Ball, den ich besser hätte spielen können. Da bin ich auch sehr hart gegenüber mir!

torwart.de Wie gehst du mit Fehlern um?

Müller: Am Anfang meiner Laufbahn habe ich mir viele Gedanken über Fehler gemacht. Nach einiger Zeit habe ich dann aber mit einem Mentaltrainer gearbeitet und es tat mir gut. Es gibt da ein, zwei Vorgehensweisen wie man mit Fehlern umgeht. Es war keine einfache Arbeit, weil man sich eigene Schwächen eingestehen muss. Aber es hat mich gelassener gemacht, Fehler gehören dazu im Leben!

torwart.de Als du vor einigen Jahren gefragt wurdest, ob die erste Liga dein Traum ist, bist du ausweichend gewesen!

Müller: Natürlich träumt man von der 1.Liga, wer in der 2.Liga spielt, will in der ersten Liga spielen. Vielleicht schaffen wir es ja auch mal irgendwann in einer perfekten Saison mit Heidenheim den großen Wurf zu holen. Da sind wir wieder bei höher, weiter, schneller: Die Ambitionen sind erste Liga zu spielen, das sind die Sachen die einem antreiben, um mehr zu erreichen. Unser Ziel als 1. FC Heidenheim 1846 ist jedoch die weitere Etablierung in der 2. Liga!

torwart.de Welche Schlagzeile würdest du gerne am Tag nach dem Pokalspiel über dich lesen?

Müller: Es würde mich freuen, wenn wir in der Zeitung lesen, dass wir uns gut präsentieren konnten. Aber wie gesagt, wir fahren dorthin um was zu reißen! Wir fahren nicht dorthin, um das Spiel herzuschenken! Freiburg hat gezeigt, wie es gehen können. Viel laufen ist wichtig und wir müssen an uns glauben.

torwart.de Wirst du auch dein Trikot mit Manuel Neuer tauschen?

torwart.de (lacht) Mein Sohn hat mich danach gefragt.


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