Mit Guillermo Ochoa verabschiedet sich einer der prägendsten Torhüter der vergangenen zwei Jahrzehnte vom aktiven Fußball. Wenige Tage nach dem Ende der Heim-Weltmeisterschaft 2026 erklärte der Mexikaner seinen Rücktritt vom Vereins- und Nationalmannschaftsfußball. Nach 22 Jahren als Profi endet damit die Karriere einer der größten Torwartlegenden Mexikos.
Bereits während der Weltmeisterschaft hatte Ochoa durchblicken lassen, dass seine aktive Laufbahn unmittelbar vor dem Ende stehe. Seinen 41. Geburtstag feierte er noch während des Turniers. Am 22. Juli 2026 machte er seinen Entschluss schließlich über die sozialen Medien öffentlich. Er habe alles für seine Vereine und für Mexiko gegeben und nehme die Zuneigung von Millionen Menschen mit sich, erklärte Ochoa sinngemäß.
Der emotionale Abschied im Aztekenstadion
Bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada war Ochoa nicht mehr die klare Nummer eins. Diese Rolle hatte Raúl Rangel übernommen. Dennoch blieb der Routinier als Führungsspieler und Identifikationsfigur ein wichtiger Bestandteil der mexikanischen Mannschaft.
Im abschließenden Gruppenspiel gegen Tschechien erhielt Ochoa noch einmal seinen großen Moment. Nationaltrainer Javier Aguirre wechselte ihn für die letzten Minuten ein und ermöglichte ihm damit einen Abschied vor heimischem Publikum im Aztekenstadion.
Mexiko gewann die Partie mit 3:0 und schloss die Gruppenphase mit drei Siegen ab. Ochoa war sogar noch an der Entstehung des dritten Treffers beteiligt. Nach dem Abpfiff küsste er unter Tränen die Torpfosten, ehe ihn seine Mitspieler feierten und in die Luft warfen. Die Bilder gingen weit über Mexiko hinaus.
Auch beim späteren 2:3 im Achtelfinale gegen England war Ochoa als emotionaler Fixpunkt der Mannschaft präsent. Sportlich stand Rangel im Tor, doch Ochoas Bedeutung für das Gesamtgefüge ging längst über seine Einsatzzeit hinaus. Für zahlreiche Mitspieler war er Führungsspieler, Ansprechpartner und Verbindung zwischen mehreren Generationen der mexikanischen Nationalmannschaft.
Sechs Weltmeisterschaften und mehr als 150 Länderspiele
Das zentrale Ausrufezeichen hinter Ochoas Karriere ist seine außergewöhnliche Beständigkeit auf der größten Bühne des Fußballs. Mit seiner Nominierung für die WM 2026 wurde er zum ersten Torhüter, der bei sechs Weltmeisterschaften im Kader stand.
Ochoa gehörte 2006, 2010, 2014, 2018, 2022 und 2026 zum mexikanischen Aufgebot. Damit erreichte er eine Marke, die bei den Feldspielern lediglich Lionel Messi und Cristiano Ronaldo vorweisen können. Bei seinen ersten beiden Turnieren blieb Ochoa noch ohne Einsatz. Ab 2014 war er Mexikos Stammtorhüter und wurde endgültig zu einem der bekanntesten Gesichter von „El Tri“.
Insgesamt absolvierte Ochoa 154 Länderspiele für Mexiko. Damit gehört er nicht nur zu den Rekordspielern seines Landes, sondern auch zu den Torhütern mit den meisten Einsätzen in der Geschichte des internationalen Fußballs.
Seine Bedeutung für Mexiko lässt sich jedoch nicht allein an der Zahl seiner Länderspiele festmachen. Ochoa gewann mit der Nationalmannschaft mehrfach den CONCACAF Gold Cup. 2023 wurde er beim erneuten Titelgewinn zudem als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet. Nach dem Triumph von 2025 standen für ihn insgesamt sechs Gold-Cup-Titel zu Buche.
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