Für Livaković wäre es nicht die erste Erfahrung im spanischen Fußball: Bereits in der Hinrunde der Saison 2025/26 war der Kroate von Fenerbahçe an den FC Girona verliehen, kam dort aber zu keinem einzigen Einsatz. Die Leihe wurde vorzeitig beendet, offenbar auch, weil sich das Verhältnis zu Gironas Trainer Míchel eintrübte – dieser berichtete später, Livaković habe ihm mitgeteilt, nicht mehr weitermachen oder spielen zu wollen, da er sich mit Blick auf die Weltmeisterschaft alle Optionen habe offenhalten und nach einem neuen Verein habe Ausschau halten wollen. Nach dem Ende der Leihe kehrte er zunächst zu Fenerbahçe zurück, ehe er in der Rückrunde erneut verliehen wurde – diesmal zu seinem einstigen Stammklub Dinamo Zagreb.
Bei Fenerbahçe selbst hat der 31-Jährige nach der Verpflichtung des ehemaligen Manchester-City-Torhüters Ederson praktisch keine Perspektive mehr auf Spielzeit. Sein Vertrag bei den Türken läuft eigentlich noch bis 2028, eine Trennung erscheint angesichts der sportlichen Situation aber naheliegend – zumal der Klub sich die für einen Verbleib nötige Ablöse für Dinamo Zagreb Berichten zufolge zuletzt selbst nicht hätte leisten können, weshalb es nun zu dem Dreiecksgeschäft mit Barcelona kommen soll, das laut "Index HR" allen vier beteiligten Parteien dienen würde.
Ausschlaggebend für Barcelonas Interesse waren nach übereinstimmenden Berichten insbesondere Livakovićs überzeugende Auftritte bei der Weltmeisterschaft 2026, bei der er in allen 4 Partien Kroatiens im Tor stand, ehe seine Mannschaft im Sechzehntelfinale an Portugal scheiterte. Der Routinier gilt seit seiner Weltmeisterschaft 2022 mit Kroatien, bei der er im Achtelfinale gegen Japan und im Viertelfinale gegen Brasilien insgesamt vier Elfmeter parierte und bis zum dritten Platz kam, als einer der erfahrensten und nervenstärksten Elfmeterkiller des internationalen Fußballs. Insgesamt bringt er 79 Länderspiele für Kroatien mit.
Eine zentrale Rolle in den Verhandlungen soll laut mehreren Quellen Livakovićs Berater Andy Bara einnehmen, der über eine langjährige und enge Beziehung zum FC Barcelona verfügt und maßgeblich dazu beigetragen haben soll, eine für alle Seiten passende Vertragskonstruktion zu entwickeln. Der Vorstoß bei Livaković ist dabei nicht Barcelonas erster Versuch in dieser Transferperiode, die Torwartposition hinter Joan García zu verstärken: Zuvor hatten sich die Katalanen bereits um Álex Remiro von Real Sociedad bemüht, dieses Vorhaben zerschlug sich jedoch. Sollte der Deal mit Livaković nicht wie geplant zustande kommen, bliebe Remiro laut Berichten weiterhin eine mögliche Option für die kommende Saison.
Sollte der Deal mit Livaković tatsächlich finalisiert werden, wäre es ein kluger Schachzug, vor allem auch im Hinblick auf den finanziellen Aspekt. Die Katalanen sind weiterhin durchaus großen finanziellen Zwängen unterworfen. Der Klub würde sich frühzeitig eine erfahrene, international bewährte Option für die Rolle hinter Joan García sichern, ohne dass der kroatische Nationaltorhüter in dieser Saison überhaupt im eigenen Kader stehen müsste. Für Livaković selbst böte sich damit die Perspektive, nach Jahren wechselhafter Leihstationen ab 2027 endlich wieder bei einem europäischen Topklub eine feste Rolle zu übernehmen. Auch wenn es nicht die Position der Nummer 1 wäre, gab es auch unter Trainer Hansi Flick immer wieder gewisse Einsatzzeiten für die Nummer 2 bei den Katalanen.
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