Bei Tottenham zuletzt nicht mehr unumstritten
Nach seinem Wechsel von Empoli im Sommer 2023 entwickelte sich Vicario bei Tottenham schnell zum Stammkeeper. In insgesamt 117 Pflichtspielen blieb er 29-mal ohne Gegentor. 2025 gewann er mit den Spurs die Europa League. Zuletzt geriet seine Position allerdings ins Wanken. Auch eine Verletzung bremste den Italiener aus. Unter Trainer Roberto De Zerbi erhielt der tschechische Torhüter Antonín Kinský zunehmend den Vorzug. Für Vicario eröffnete sich dadurch die Chance auf eine Rückkehr nach Italien – und für Juventus eine Gelegenheit, die vorher nicht bestand. Nachdem Tottenham einer Leihe zugestimmt hatte, nahm der Transfer zu Beginn der Woche konkrete Formen an. Vicario reiste am Montag nach Turin und absolvierte seinen Medizincheck im vereinseigenen J|Medical. Anschließend unterschrieb er seinen Vertrag, ehe Juventus den Wechsel offiziell bestätigte.
Acht Millionen Kaufoption: Juventus hält das Risiko klein
Die Vertragskonstruktion erklärt letztlich, warum Vicario für Juventus zur attraktivsten Lösung wurde. Der Torhüter wechselt ohne Leihgebühr bis zum 30. Juni 2027 nach Turin. Anschließend besitzt Juventus eine Kaufoption über acht Millionen Euro. Durch Bonuszahlungen kann sich die Summe um weitere zwei Millionen Euro erhöhen. Nach Medienberichten übernimmt Juventus während der Leihe zudem Vicarios Gehalt. Im Vergleich zu den zuvor gehandelten Kandidaten ist das ein deutlich überschaubareres Paket. Juventus verpflichtet keinen teuren Torwart mit langfristiger Bindung, sondern verschafft sich zunächst ein Jahr Zeit, um Vicario unter Serie-A-Bedingungen zu bewerten. Überzeugt er, könnte Juventus für vergleichsweise wenig Geld einen erfahrenen italienischen Nationaltorhüter dauerhaft verpflichten. Gelingt ihm die Rückkehr zu seiner früheren Form nicht, endet die Zusammenarbeit ohne große finanzielle Belastung.
Bewährungsdeal statt Königstransfer?
Genau darin liegt der eigentliche Reiz dieses Transfers. Juventus hat die lange Torwartsuche nicht mit dem spektakulärsten Namen beendet, sondern mit der wirtschaftlich flexibelsten Lösung. Trainer Luciano Spalletti erhält einen Torhüter, der die Serie A kennt, internationale Erfahrung besitzt und keinen langen Anpassungsprozess benötigen dürfte. Für Vicario wiederum bietet der Wechsel die Gelegenheit, nach seiner schwierigen letzten Phase bei Tottenham wieder dauerhaft in den Mittelpunkt zu rücken.
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