Nach dem endgültigen Aus wandte sich Juventus umgehend einem neuen Kandidaten zu: Guglielmo Vicario. Laut Romano verhandeln die Turiner bereits konkret über eine Leihe inklusive Kaufpflicht. Der italienische Nationaltorhüter ist bei den Spurs unter dem neuen Trainer Roberto De Zerbi komplett aus der Torwarthierarchie gerutscht, da dieser Antonín Kinský den Vorzug gibt. Kinský hatte zuvor unter dem ehemaligen Trainer Igor Tudor noch eine historische Demontage in der Champions League hinnehmen müssen, als er nach zwei schweren Fehlern und beim Stand von 0:3 gegen Atlético Madrid bereits nach 17 Minuten vorzeitig vom Platz genommen wurde.
Für Vicario selbst gilt eine Rückkehr in die Serie A als attraktive Möglichkeit, seine zuletzt stagnierende Karriere neu zu beleben und wieder zu regelmäßiger Spielpraxis zu gelangen. Juventus soll die entsprechenden Formalitäten nun zügig abwickeln und Vicarios Medizincheck in Italien so schnell wie möglich ansetzen wollen. Das Interesse der „Alten Dame“ ist dabei keineswegs neu: Bereits im Frühjahr flammten Gerüchte auf, dass der Rekordmeister den Nationalkeeper zurück nach Italien holen wolle.
Für Martínez bedeutet das Scheitern des Wechsels, dass er vorerst bei den „Villans“ bleibt, wo sein Vertrag ohnehin noch bis Mitte 2029 läuft. Seine Rolle als unangefochtene Nummer 1 gerät durch die jüngsten Entwicklungen jedoch plötzlich unter erheblichen Druck: Aston Villa steht parallel vor der Verpflichtung von Suzuki, nachdem dessen ursprünglich geplanter Wechsel zu Paris Saint-Germain samt anschließender Leihe zu Juventus überraschend an einem Provisionsstreit gescheitert war. Villa einigte sich mit Parma Berichten zufolge auf eine Ablöse von rund 30 Millionen Euro, die durch Boni auf bis zu 35 Millionen Euro steigen kann. Der bei der WM überzeugende Japaner dürfte in Birmingham direkt den Konkurrenzkampf um den Stammplatz eröffnen.
Für Martínez, der seit seinem Titelgewinn 2022 zu den prägendsten Torhütern seiner Generation zählt, endet damit vorerst der Traum von einem Wechsel nach Turin. Allerdings könnte sich für den 33-Jährigen womöglich ein neues Fenster öffnen: Für den Fall, dass Juventus nun tatsächlich Vicario verpflichtet, zeigen sich die Spurs stark an Martínez interessiert. Bei Tottenham herrscht sportlich allerdings Ernüchterung: Nach zwei Spielzeiten in Folge, die jeweils auf dem 17. Tabellenplatz und damit nur haarscharf über dem Strich endeten, entspräche ein Engagement kaum den sportlichen Ansprüchen des Welttorhüters der Jahre 2023 und 2024.
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