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Endgültig geplatzt: Juventus beendet Werben um Emiliano Martínez, Vicario im Fokus

Turiner blicken nun auf Tottenhams Vicario

Autor: M. Schäfer - 18.08.2026

Der über Monate andauernde Transfer-Poker um Emiliano Martínez hat ein abruptes Ende gefunden: Juventus Turin hat seine Bemühungen um den argentinischen Weltmeister-Torhüter von Aston Villa offiziell eingestellt. Die „Bianconeri“ richten ihren Fokus nun auf Guglielmo Vicario von Tottenham Hotspur.

Bereits im Juni hatten sich Juventus und Martínez persönlich auf einen Wechsel geeinigt – der Torhüter selbst soll sich einen Wechsel nach Turin schon lange gewünscht haben. Am eigentlichen Knackpunkt der Verhandlungen, der Ablösesumme, scheiterte der Deal jedoch letztlich. Nach Angaben von Transferexperte Fabrizio Romano forderte Aston Villa eine feste Summe von umgerechnet rund 8,5 Millionen Pfund ohne Bonuszahlungen, während Juventus laut französischen Quellen zunächst nicht über rund 6 Millionen Euro plus Boni hinausgehen wollte. Andere Berichte sprechen von einer geforderten Summe in Höhe von 15 Millionen Euro seitens Aston Villa. In jedem Fall lag die Differenz am Ende zu weit auseinander, obwohl sich die Klubs über Wochen hinweg mehrfach über die Transfermodalitäten des Keepers ausgetauscht hatten.

Am Samstag hatte sich zwischenzeitlich noch einmal Bewegung in den Poker geschlichen: Juventus soll ein verbessertes Angebot in Höhe von bis zu 10 Millionen Euro unterbreitet haben, nachdem Aston Villa zuvor bereits eine Einigung mit Parma über den Transfer von Zion Suzuki erzielt haben soll und damit einen potenziellen Nachfolger in der Hinterhand hatte. Letztlich war es dann aber Juventus selbst, das sich am Sonntagabend entschied, die Verhandlungen endgültig zu beenden. Wie Romano über die sozialen Netzwerke mitteilte, habe es ein direktes Gespräch zwischen Juventus und der Spielerseite gegeben – der Deal sei damit offiziell vom Tisch. Der Argentinier liebäugelt indes weiterhin mit einem Abschied; allerdings fehlt nach derzeitigem Stand ein konkreter Abnehmer für den Weltmeister von 2022 und Vize-Weltmeister von 2026.

Nach dem endgültigen Aus wandte sich Juventus umgehend einem neuen Kandidaten zu: Guglielmo Vicario. Laut Romano verhandeln die Turiner bereits konkret über eine Leihe inklusive Kaufpflicht. Der italienische Nationaltorhüter ist bei den Spurs unter dem neuen Trainer Roberto De Zerbi komplett aus der Torwarthierarchie gerutscht, da dieser Antonín Kinský den Vorzug gibt. Kinský hatte zuvor unter dem ehemaligen Trainer Igor Tudor noch eine historische Demontage in der Champions League hinnehmen müssen, als er nach zwei schweren Fehlern und beim Stand von 0:3 gegen Atlético Madrid bereits nach 17 Minuten vorzeitig vom Platz genommen wurde.

Für Vicario selbst gilt eine Rückkehr in die Serie A als attraktive Möglichkeit, seine zuletzt stagnierende Karriere neu zu beleben und wieder zu regelmäßiger Spielpraxis zu gelangen. Juventus soll die entsprechenden Formalitäten nun zügig abwickeln und Vicarios Medizincheck in Italien so schnell wie möglich ansetzen wollen. Das Interesse der „Alten Dame“ ist dabei keineswegs neu: Bereits im Frühjahr flammten Gerüchte auf, dass der Rekordmeister den Nationalkeeper zurück nach Italien holen wolle.

Für Martínez bedeutet das Scheitern des Wechsels, dass er vorerst bei den „Villans“ bleibt, wo sein Vertrag ohnehin noch bis Mitte 2029 läuft. Seine Rolle als unangefochtene Nummer 1 gerät durch die jüngsten Entwicklungen jedoch plötzlich unter erheblichen Druck: Aston Villa steht parallel vor der Verpflichtung von Suzuki, nachdem dessen ursprünglich geplanter Wechsel zu Paris Saint-Germain samt anschließender Leihe zu Juventus überraschend an einem Provisionsstreit gescheitert war. Villa einigte sich mit Parma Berichten zufolge auf eine Ablöse von rund 30 Millionen Euro, die durch Boni auf bis zu 35 Millionen Euro steigen kann. Der bei der WM überzeugende Japaner dürfte in Birmingham direkt den Konkurrenzkampf um den Stammplatz eröffnen.

Für Martínez, der seit seinem Titelgewinn 2022 zu den prägendsten Torhütern seiner Generation zählt, endet damit vorerst der Traum von einem Wechsel nach Turin. Allerdings könnte sich für den 33-Jährigen womöglich ein neues Fenster öffnen: Für den Fall, dass Juventus nun tatsächlich Vicario verpflichtet, zeigen sich die Spurs stark an Martínez interessiert. Bei Tottenham herrscht sportlich allerdings Ernüchterung: Nach zwei Spielzeiten in Folge, die jeweils auf dem 17. Tabellenplatz und damit nur haarscharf über dem Strich endeten, entspräche ein Engagement kaum den sportlichen Ansprüchen des Welttorhüters der Jahre 2023 und 2024.


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