Kap Verdes WM-Held Vozinha ist bei seinem neuen Klub Colo-Colo in Santiago de Chile mit einer pompösen Show empfangen worden. Mehrere Tausend Fans des chilenischen Rekordmeisters feierten den 40-jährigen Torhüter im Estadio Monumental bei Livemusik und Feuerwerk. Es war neben der Weltmeisterschaft, als man letztlich im Sechzehntelfinale knapp in der Verlängerung gegen den späteren Vizeweltmeister Argentinien scheiterte, ein weiterer denkwürdiger Moment des 40-jährigen Shootingstars der WM 2026.
Vozinha, mit vollem Namen Josimar José Évora Dias, wurde bei der WM eher versehentlich zum globalen Social-Media-Phänomen: Seine Instagram-Followerzahl stieg während des Turniers von 50.000 auf knapp 30 Millionen, sein Marktwert von 50.000 auf 500.000 Euro. Er schaffte es sogar in die offizielle FIFA-Auswahl der besten Turnierelf. Zuletzt stand der Keeper beim portugiesischen Zweitligisten GD Chaves unter Vertrag. Dieser war aber zum Saisonende ausgelaufen.
Bei seiner Vorstellung zeigte sich Vozinha überglücklich über den Wechsel: Er habe immer schon bei einem großen Klub spielen wollen, und als das Angebot von Colo-Colo gekommen sei, habe er keine Zweifel gehabt. Vereinspräsident Aníbal Mosa betonte zudem, dass nicht die enorme mediale Reichweite, sondern in erster Linie Vozinhas sportliche Verfassung ausschlaggebend für die Verpflichtung gewesen sei.
Für das neue Aushängeschild der chilenischen Liga machte der chilenische Fußballverband ANFP sogar eine Ausnahme von seinen eigenen Statuten: Vozinha darf seinen inzwischen weltbekannten Spitznamen auf dem Trikot tragen. Eigentlich sehen die Statuten vor, dass die Spieler mit ihren realen Namen auflaufen müssen. Der emotionale Höhepunkt der Zeremonie war der Moment, als sein neues Torwarttrikot von einem Fallschirmspringer ins Stadion eingeflogen wurde – begleitet von tosendem Jubel der Fans.
Vozinha soll beim aktuellen Tabellenführer der chilenischen Ersten Liga bis zum Saisonende im Dezember das Tor hüten, mit einer Option auf ein weiteres Jahr. Laut übereinstimmenden lokalen Medienberichten wird er dabei monatlich umgerechnet rund 44.500 Euro verdienen – ein Bruchteil dessen, was viele andere WM-Teilnehmer bei ihren Vereinen verdienen. Für Colo-Colo ist die Verpflichtung Vozinhas vor allem ein emotionales Statement mit weltweiter Strahlkraft, für den Torhüter selbst die Krönung eines kometenhaften Sommers. Ob er bei seinem neuen Klub auch sportlich an seine starken WM-Auftritte anknüpfen kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
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