Spätestens durch die WM gilt Zion Suzuki als einer der vielversprechendsten jungen Torhüter der Welt. Dass die großen europäischen Klubs daher um den 23-Jährigen buhlen, war die logische Konsequenz. Allen voran war Paris Saint-Germain am japanischen Nationaltorhüter interessiert, und in den letzten Tagen galt der Transfer im Grunde genommen als perfekt: Suzuki sollte von Parma Calcio zu PSG wechseln und sofort an Juventus Turin weiterverliehen werden, um somit in der Serie A zu bleiben. Dieser Transfer ist nun jedoch buchstäblich in letzter Sekunde geplatzt.
Über Wochen hatte sich ein regelrechter Bieterwettstreit um den 23-jährigen Japaner entwickelt. Nachdem Suzuki bei der Weltmeisterschaft mit starken Auftritten auf sich aufmerksam gemacht hatte, zeigten unter anderem der FC Bayern München, Inter Mailand, die SSC Neapel, Manchester United, Aston Villa und Juventus Turin Interesse. Die Verhandlungen mit Juventus, das Suzuki zwischenzeitlich als Alternative zu Emiliano Martínez ins Auge gefasst hatte, scheiterten schließlich an Verzögerungen und unterschiedlichen Vorstellungen – die Turiner wandten sich daraufhin offiziell anderen Kandidaten zu, verhandelten aber bereits im Hintergrund mit dem Champions-League-Sieger, um temporär in Form einer Leihe auf Suzuki zurückgreifen zu können.
In dieser Gemengelage kristallisierte sich in den letzten Tagen PSG als Topfavorit heraus und schien sich mit Stammklub Parma zunächst schnell handelseinig zu werden: Ein erstes Angebot über 28 Millionen Euro plus fünf Millionen Euro Bonuszahlungen wurde von den Italienern zurückgewiesen, ein nachgebessertes Angebot in Höhe von rund 35 Millionen Euro brachte schließlich die Wende. Rund fünf Tage lang bestand nach übereinstimmenden Berichten eine mündliche Einigung zwischen allen Beteiligten – auch mit Suzuki selbst.
Just als der Transfer in trockenen Tüchern schien, kam Anfang der vergangenen Woche der überraschende Rückzieher: Wie mehrere französische und internationale Medien berichten, scheiterten die Verhandlungen an geänderten Provisionsbedingungen der Spieler- bzw. Beraterseite. So berichtete es zuerst „RMC“. PSG soll sich daraufhin dazu entschlossen haben, komplett von einer Verpflichtung Abstand zu nehmen. Zuvor hatte es zudem Unstimmigkeiten über Suzukis künftige Rolle im Kader gegeben: Der Japaner soll darauf bestanden haben, nicht dauerhaft auf der Bank zu sitzen, sondern regelmäßig zu spielen – eine Garantie, die PSG angesichts der Konkurrenzsituation mit Lucas Chevalier und Matvey Safonov zunächst nicht ohne Weiteres geben konnte. Daher rührte auch der ursprüngliche Plan, Suzuki zunächst weiter in der Serie A reifen zu lassen.
Mit dem Platzen des PSG-Deals ist die Personalie Suzuki erneut komplett offen. Nach Angaben von Transfer-Insider Fabrizio Romano soll sich nun ausgerechnet Aston Villa in Stellung bringen. Suzuki selbst steht bei Parma weiterhin bis 2029 unter Vertrag; in der abgelaufenen Saison kam er verletzungsbedingt auf 22 Pflichtspieleinsätze für die Norditaliener. Die „Villans“ wiederum bereiten sich auf einen drohenden Abgang von Martínez vor. Bereits im vergangenen Jahr galt die argentinische Nummer eins als heißer Kandidat für einen Wechsel weg aus Birmingham. Nun soll der Transfer tatsächlich forciert werden: Durch den geplatzten Deal um Suzuki soll Juventus erneut Martínez ins Visier genommen haben, um den Routinier doch noch nach Italien zu lotsen.
Für PSG bleibt es vorerst beim Gespann aus Chevalier und Safonov als Optionen zwischen den Pfosten, nachdem der Klub klargestellt hatte, sich nicht auf überzogene Beraterforderungen einlassen zu wollen. Für Suzuki dagegen bedeutet das geplatzte Geschäft eine erneute Hängepartie – nach einem Sommer voller Spekulationen muss der japanische Nationalkeeper weiter auf seinen ganz großen Wechsel warten. Dennoch gilt als wahrscheinlich, dass Suzuki Parma Calcio noch im laufenden Transferfenster verlassen wird.
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