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Home > Archiv > 1.5 Euro 2008 - Schweiz Österreich > Spiele und Spielplan > #04 - Deutschland - Polen 2:0

Erleichterung bei Jens Lehmann (firo)

Lehmann trotzt der Kritik – Boruc lässt Klasse aufblitzen

von Alex Raack

Man kann es sich regelrecht vorstellen, wie vor dem Spiel Deutschland gegen Polen die ZDF-Konferenz einig-freudig die Hände schüttelt und dabei beschließt, den Fokus der Berichterstattung auf Jens Lehmann, den zuletzt oft kritisierten Torhüter der deutschen Nationalmannschaft, zu lenken. Also kommentierte TV-Mann Belá Rethy stoisch jede einzelne Aktion des 38-jährigen und listete minutiös angebliche Fehler auf. Der unbedachte Zuschauer wollte Rethy fast glauben, als er eine „gewisse Unsicherheit“ bei Lehmann erkannt hatte, ganz genau hingeschaut machte der neue Stuttgart-Schlussmann eine souveräne Partie. Zwar fasste Lehmann bei einer Flanke am Ball vorbei, doch der baumlange Mertesacker hatte ihn dabei behindert. Erst nach einer guten Viertelstunde bekam Lehmann die Möglichkeit mit einer gradlinigen Aktion Ruhe in sein Torwartspiel zu bekommen: einen Rückpass bolzte der Keeper mit so viel Wucht nach vorne, dass man hätte meinen können, das neuartige Spielgerät würde direkt im Wörthersee landen. Das Tor durch Podolski (20.) ließ auch Lehmann spürbar erleichtern, fortan hatte auch Rethy nur noch brühwarme Worte für den deutschen Torwart übrig.

Artur Boruc, der immer etwas wild aussehende Torsteher bei den Polen, war gegen Podolskis Abstauber nach schöner Vorarbeit von Klose machtlos und musste anschließend ein undankbares Spiel über sich ergehen lassen. Im Gegensatz zu Lehmann, den die gegnerischen Verteidiger vor allem in Halbzeit zwei mehr als einmal prüften, blieb Boruc weitestgehend beschäftigungslos. Nur einmal musste er sein Können demonstrieren: Michael Ballack hatte in der 69. Minute einen Schuss aus zehn Metern abgefeuert, Boruc parierte mit einer famosen Parade und verhinderte das zweite Tor. Nur drei Minuten später war der Mann von Celtic Glasgow allerdings erneut geschlagen, Podolski war per Zufall in eine günstige Schussposition gerückt und schepperte den Plastikball in den linken oberen Winkel.

Nach dem Schlusspfiff gehörte auch Jens Lehmann zu den Gewinnern einer siegreichen deutschen Elf. Fünf gefährliche Schüsse auf sein Tor zählte die so objektiv wie möglich beobachtende torwart.de-Redaktion. Fünf Schüsse, die Lehmann so gut, wie eben möglich, entschärfte. Der hielt den Ball, den er im Vorfeld so arg kritisiert hatte, einfach fest. Auch sein Trainer hatte einen starken Auftritt des Schlussmanns gesehen. „Jens hat sehr souverän gespielt“, resümierte der Bundestrainer trocken. Etwas anderes hatte der Trainerstab auch nicht erwartet.

Das sagt torwart.de-Experte Lars Leese

„Ich sehe die Aussagen der Medien, in diesem Fall die des TV-Kommentators, in Bezug auf Jens Lehmann kritisch. Man sollte nicht anfangen Erbsen zu zählen. Klar, am Anfang gab es diese Torraumszene, doch: er war da und hat den Ball nicht rein gelassen! Bei der Szene mit Mertesacker hat man gespürt: Lehmann will gleich was zeigen, ein Zeichen setzen. Als Torhüter hat man keinen Katalysator, da will man gleich eine Aktion haben, in der man den ersten Druck ablassen kann. Sonst wäre er auch gar nicht bei dieser Szene aus dem Tor gekommen. Ich betone es immer wieder, wir haben auf der Torhüterposition in Deutschland kein Problem. Lehmann war präsent und souverän. Doch sollten auch wir von außen, insbesondere die Medien, jetzt alle an einem Strang ziehen. Die Spieler auf diesem Niveau lesen auch Zeitungen, haben Internetzugang. Die wissen, was über sie geschrieben wird und spüren den öffentlichen Druck.

Auch Artur Boruc hat ein starkes Spiel gemacht, auf mich hat er einen guten Eindruck hinterlassen. Seine Parade gegen Ballacks Schuss war natürlich Weltklasse. Überhaupt habe ich bei dieser EM bislang nur gute Leistungen der Torhüter gesehen. Lediglich Portugals Ricardo ist ein Wackelkandidat. Dem fehlt offenbar das Prestige im eigenen Team, nicht selten wurde er von den Gegenspielern angeschnauzt. Man darf gespannt sein!

 

Deutschland:

Lehmann - Lahm, Mertesacker, Metzelder, Jansen - Frings, Ballack - C. Fritz, Podolski - Klose, Gomez

Einwechslungen:

  • 55. Schweinsteiger für C. Fritz
  • 75. Hitzlsperger für Gomez
  • 90.+1 Kuranyi für Klose

Polen:

Boruc - Wasilewski, Mi. Zewlakow, J. Bak, Golanski - Dudka, Lewandowski - Lobodzinski, Krzynowek, Smolarek – Zurawski

Einwechslungen:

  • 46. Roger Guerreiro für Zurawski
  • 65. Piszczek für Lobodzinski
  • 75. Saganowski für Golanski
Tore: 1:0 (20.); 2:0 (69.) Podolski

Firo Foto (zum Vergrößern bitte anklicken)
 

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