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Teil 2 des Interviews mit Mathias Hain

torwart.de:Was ist das Besondere an Deinen Handschuhen ?

Mathias Hain: Ich habe bisher nur mit Uhlsporthandschuhen gespielt. An meinen Uhlsport-Handschuhen ist eigentlich gar nichts groß anderes als bei den Modellen, die es im Laden zu kaufen gibt. Ich spiele die Modelle, die bei Uhlsport im Katalog angeboten werden. Vor der Saison lass ich mir von Uhlsport die neuen Handschuhe zu kommen und teste sie. Auf Grund dessen kann es dann höchstens sein, dass ich bestimmte Merkmale eines Handschuhs, wie Schnitt oder Belag neu kombiniere. Uhlsport unterstützt mich mit deren Expertenwissen und Service optimal. Ich denke, dass sie zu Recht an oberster Stelle stehen, was Torwarthandschuhe und Torwartbekleidung anbelangt. Wie flexibel und schnell die Firma Uhlsport ist, zeigte sich bei mir als ich 2002 als wir in die Bundesliga aufgestiegen sind. Damals habe ich mir im ersten Spiel den Zeige- und Mittelfinger gebrochen. Uhlsport hatte mir daraufhin einen Spezialhandschuh entwickelt, mit dem ich trotz der gebrochenen Finger auch weiter spielen konnte.

torwart.de: Was hältst Du von den Fingerprotektionshandschuhen ?

Mathias Hain: Wer nicht unbedingt die Schutztechnologie aufgrund einer Verletzung tragen muss, dem würde ich eher davon abraten, mit diesen Handschuhe zu spielen. Ich denke, dass der Torwart durch diese Handschuhe ein wenig in der Fangeigenschaft beeinträchtigt ist. Die Hand ist eigentlich stabil genug, um starke Schüsse abzufedern. Allerdings als ich mir die Finger gebrochen habe, habe ich fast zwei Jahre mit dem Supportframe von Uhlsport gespielt. Ohne diesen Schutz hätte ich kaum spielen können. Heute tape ich alle Finger aus Prophylaxe komplett durch.

 

torwart.de:Hast Du auch schon mit anderen Handschuhen als Uhlsport gespielt.

Mathias Hain:Nein. Mein Bruder war damals in Braunschweig auch bei Uhlsport schon unter Vertrag. Er hatte mir damals den Ausrüstervertrag mit Uhlsport mit 18 Jahren vermittelt. Seither spiele ich ausschließlich mit Uhlsporthandschuhen. Die Handschuhe müssen einfach optimal passen, da sie das wichtigste Arbeitsmaterial von mir sind.

torwart.de:Wie läuft bei Euch eine typische Trainingswoche für die Torhüter ab ?

Mathias Hain:Nach einem Bundesligaspiel am Samstag ist am Sonntag Auslaufen mit Sauna und Massage. Montag ist für diejenigen, die gespielt haben, frei. Am Dienstag ist zweimaliges Training. Zum einen werden bei diesen Einheiten Laufübungen gemacht , die sowohl für die Feldspieler als auch für die Torhüter gedacht sind. Die Torhüter machen auch bei Spielformen ohne Torhüter, wie z.B. 10 gegen 10 mit. Um die fussballerischen Belange der Torhüter zu trainieren, finde ich diese Formen ganz wichtig. Man lernt auch die Perspektive der Feldspieler viel besser kennen. Am Dienstag Nachmittag führen wir gemeinsam mit dem Torwarttrainer, Thomas Schlieck, und dem anderen Torwart, Dennis Eilhoff eine sehr intensive Torwarttrainingseinheit durch, die ca. 60 Minuten umfasst. Anschließend werden Spielformen oder Torschüsse mit der Mannschaft durchgeführt. Der Mittwoch steht im Zeichen der Spielformen, um die Laufwege und Abstimmung der einzelnen Mannschaftsteile abzustimmen und zu automatisieren. Daneben wird Torschusstraining durchgeführt und verschiedene Spielformen wie 2-gegen-2 durchgeführt. Mittwoch Nachmittag wird in der Regel ein großes Spiel durchgeführt, was für uns in der Regel etwas weniger Belastung bedeutet. Dabei haben wir auch die Möglichkeit beim Aufwärmen der Feldspieler noch die eine oder andere Torwarttrainingsübung durchzuführen. Der Donnerstag ist zwei Tage vorm Spiel frei. Die beiden Trainingstage zuvor waren sehr intensiv. Am Freitag ist noch eine weitere Einheit mit etwas Torwarttraining, Schusstraining und Abschlussspiel.

Ingesamt haben wir ausreichend Möglichkeiten für unser Torwarttraining. Andererseits machen wir auch sehr viele Dinge mit den Feldspielern zusammen, wie z.B. Laufformen, Koordinationsübungen und Spielformen, so dass auch die feldspielerischen Fähigkeiten ausreichend geschult werden.

torwart.de:Bei welchen Anlässen weicht Ihr von dem oben beschriebenen Trainingsrythmus ab ?

Mathias Hain: Wenn ich das Gefühl habe, dass ich bei den bisherigen Trainingsübungen vom Torwartspiel zu kurz gekommen bin, dann kann ich auch jederzeit einen zusätzliche Torwarttrainingseinheit durchführen. Wir nutzen dabei auch mal den freien Tag oder ich bin mit meinem Torwarttrainer eine halbe Stunde eher auf dem Platz. Sowohl der Cheftrainer, Thomas von Heesen, und mein Torwarttrainer sind da sehr flexibel. Für mich ist es wichtig, auch mal selber sagen zu können, das man noch zusätzlich was braucht, oder dass man auch mal sagen, können, dass die Trainingsbelastung zu hoch ist.

torwart.de:Ist das Torwarttraining speziell auf Dich zugeschnitten ?

Mathias Hain: Seit ca. 5 Jahren arbeiten wir zusammen. Ich würde aber nicht sagen, dass das Training ausschließlich speziell auf mich zugeschnitten ist. Mein Torwarttrainer hat bei Frans Hoek in Holland eine Torwarttrainerausbildung durchlaufen. In seinem Training sind sehr viele Elemente aus dieser holländischen Torwartschule übernommen. Z.B. legt er einen großen Schwerpunkt auf der Beinarbeit und auf das schnelle Herauslaufen, was z.B. benötigt wird, wenn ein Ball durch die Viererkette hindurch gespielt wird. In diesen Bereichen hat er sehr gute Übungen. Wir trainieren auch ganz speziell die fussballerischen Fähigkeiten, wie z.B. Rückpässe, direkte Pässe, schnelle Ballannahme, Dropkicks etc. Darüber hinaus habe ich auch einige Übungen, die ich sehr gerne mache, und die auch ins Training übernommen wurden. Er entscheidet, was gemacht wird und gibt das Trainingsprogramm vor.

torwart.de:Wie wird Dennis Eilhoff in das Torwarttraining integriert ? Kümmert sich der Torwarttrainer speziell um ihn, um spezielle Schwerpunkte bei ihm zu trainieren ?

Mathias Hain: Wir trainieren alles gleich. Durch die Orientierung des Trainings von Thomas Schlieck an den Anforderungen, die heute an einen Torhüter gestellt werden, ist das Training sowohl für Dennis als auch für mich ideal. Für Dennis Eilhoff mit seinen 23 Jahren ist es wichtig, dass er so früh wie möglich genau dieses Training durchläuft. Man kann heute schon sehen, dass Dennis bereits ein sehr kompletter Torhüter ist.

torwart.de:Bildest Du Dich speziell im Torwarttrainingsbereich fort ?

Mathias Hain: Ich schau mir sehr gerne andere Spiele an und versuche dabei einige Dinge der anderen Torhüter zu beobachten. Z.B. hatte ich früher gar kein Vorbild. Heute beeindruckt mich Edwin van der Saar, der für mich der kompletteste Torwart ist. In allen Bereichen, die ein Torwart abdecken muss, wie Strafraumbeherrschung, Reaktionsvermögen, Feldspielqualitäten, deckt er alles sehr gut ab. Das ist sehr ungewöhnlich, denn die meisten Keeper haben Ihre speziellen Stärken. Van der Saar ist in allen Bereichen sehr sehr gut und komplett und ist für mich ganz klar Orientierung und die Richtung, wonach ich streben möchte. Thomas und ich haben dahingehend die gleiche Philosophie und somit sind wir ein sehr gutes Team.

 

torwart.de:Am Beispiel Timo Hildebrand kann man erkennen, dass sich das Torwartspiel verändert hat. Gehören die wuchtigen und kräftigen Torwarttypen der Vergangenheit an ?

Mathias Hain: Hildebrand ist für mich der moderne Torwart. Er ist mit Mitte 20 schon sehr weit und komplett. Man könnte ihn beschreiben mit: schmächtig, schnell, flink, gut zu Fuss und mit dem Ball, er ist ein sehr guter Fussballer, er hat eine sensationelle Reaktion. Er ist nicht unbedingt sehr groß für einen Bundesligatorwart, wie man das von früher kennt als der Torhüter mindestens 1,90m groß sein musste. Er gleicht das mit Stellungsspiel und Sprungkraft aus und es ist ausreichend.

 

torwart.de:Wie beurteilst Du die Torwartrotation in der Nationalmannschaft ?

Mathias Hain: Ich denke, dass es keinen Sinn macht. Die Notwendigkeit einer derartigen Diskussion kann ich gar nicht verstehen. Die Torwartposition wechselt man in der Regel nicht so einfach. Es sei denn der erste Mann hat eine schlechte Form oder er ist verletzt, so dass der zweite Mann eine Chance bekommt. Natürlich kann Lehmann seine Ansprüche anmelden, aber für mich steht Kahn, der in den letzten 10 Jahren ständig Weltklasse war, nie zur Disposition. Die Leistungen, die Kahn momentan wieder bringt, sprechen für ihn. Diese Diskussion ist absolut unnötig und schadet mehr der ganzen Mannschaft als den Torhütern. Ich denke, dass Kahn und Lehmann mit der Situation gut umgehen können. Für mich ist Kahn die Nr. 1. Dahinter muss der Nationaltrainer entscheiden, ob er einen jungen Torwart aufbaut, oder ob er einen erfahrenen zweiten Mann, wie Lehmann, mit nimmt.

torwart.de:Welche persönlichen Ziele hast Du Dir vorgenommen ?

Mathias Hain: Primär steht der Klassenerhalt natürlich im Vordergrund. Ich hab gerade meinen Vertrag bis 2008 verlängert. Ich möchte gerne diese Zeit in der Bundesliga mit der Arminia verbringen. Nach der vergangenen sehr erfolgreichen Saison als wir den Klassenerhalt geschafft haben, müssen wir jetzt beweisen, dass wir das wieder hinbekommen. Für einen relativ kleinen Verein, wie die Arminia, ist es schwierig den Spagat zwischen er ersten und zweiten Liga hinzubekommen. Das heißt, mit dem Verein über eine längere Zeit sich in der ersten Liga zu etablieren, wäre eine tolle Sache.

torwart.de:Du bist Mannschaftskapitän in Eurer Mannschaft. Viele Trainer wollen keinen Torwart als Mannschaftskapitän. Wie siehst Du diese Fragestellung ?

Mathias Hain: Ein Stück weit kann ich diese Aussage verstehen. Ich habe mich nicht unbedingt nach diesem Amt gerissen. Ich führe das Amt gerne aus und stelle mich den Aufgaben, die die Kapitänsbinde mit sich bringt. Gerade im Aufstiegsjahr haben wir sehr turbulente Zeiten bei der Arminia erlebt. Gerade da war es für die Mannschaft sehr wichtig, dass sie jemand als Kapitän hatten, der bedingungslos für die Mannschaft in die Bresche gesprungen ist. Es ist angenehm, wenn die Mannschaft diese Leistung des Kapitäns honoriert. Letzten Endes ist es für mich als Torwart jedoch sehr schwer auf dem Platz dieses Amt auszuführen. Gerade bei Spielszenen, die etwas weiter entfernt ablaufen, und bei denen es zu Diskussionen mit dem Schiedsrichter kommt, ist es natürlich schwer für mich als Torwart, entsprechend mit einzuwirken. In unserer Mannschaft haben wir drei Leute, die erfahrener sind, und die auch in Drucksituationen mit dem Schiedsrichter ruhig sprechen können. Wie gesagt: auf dem Platz wäre ein Feldspieler besser. Allerdings findet die Hauptarbeit des Kapitäns außerhalb des Platzes und im täglichen Trainingsbetrieb statt. Zudem ist wichtig, dass der Kapitän eine Vorbildfunktion ausführen kann.


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