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B. Fernandez (Lotte): „Lotte ist ein Glücksgriff für mich“

von T. Schlitzke


Benedikt Fernandez (Foto: Firo)

Benedikt Fernandez war der DFB-Pokalheld für Lotte in dieser Woche. Der Keeper spielte famos gegen seinen Ex-Verein Bayer Leverkusen und war der Matchwinner im Spiel. Torwart.de sprach mit dem Torwart über das Spiel und über seine letzten Jahre, die alles andere als leicht waren.

torwart.de: Benedikt, der Sieg gegen deinen Ex-Verein Bayer Leverkusen, war der Sieg für dich eine besondere Genugtuung?

Benedikt Fernandez: Eine Genugtuung war das nicht. Ich habe kurz nach dem Spiel gesagt, dass es mir auch leidgetan hatte. Es geht ja bei dem Verein aktuell drunter und drüber und ich war ja elf Jahre bei Bayer und hatte keinen bösen Abschied. Ich hatte dort ja am Ende eine Verletzungsstory und wurde durch jüngere Spieler wie Fabien Giefer verdrängt. Daher war der Abschied immer im Guten.

torwart.de: Dennoch war es ein großer Sieg für dich.

Fernandez: Absolut. Wir hatten im letzten Jahr ja schon gegen Bayer gespielt und dort noch verloren. Daher war es eine tolle Revanche. Nach dem Sieg gegen Werder Bremen ist das nun schon der zweite tolle Erfolg in dieser Saison. Für Spieler aus der dritten Liga ist so ein Sieg dann natürlich schon mehr wert.

torwart.de: Sind in solchen Spielen Spieler wie du, mit viel Erfahrung, besonders gefragt?

Fernandez: Ich bin jemand, der das dann doch noch realistischer einschätzen kann in der Mannschaft. Ich versuche das alles sehr realistisch zu sehen. Im Prinzip haben wir ja keine Chance, und wir müssen bei so einem Spiel über uns hinauswachsen. Das kann nur mit viel Glück am Ende gelingen! Aber natürlich gehe ich immer vorneweg als zweitältester Spieler.

torwart.de: Hattest du vor dem Elfmeterschießen einen besonderen Nervenkitzel?

Fernandez: Das Elfmeterschießen war eine besondere Pointe, auch in dieser Geschichte. Früher in Leverkusener Zeiten war ich schon so ein Elfmeterkiller. Aber in den letzten Jahren waren von sechs Elfer fünf drin, und viermal war ich im falschen Eck. Aber jetzt gegen Bayer Leverkusen war ich fast immer im richtigen Eck. Ein Elfer im Elfmeterschießen ist noch besonderer als im Spiel. Wenn du gewinnen willst, kannst du als Torwart den Unterschied ausmachen. Ich war voller Adrenalin und habe mich noch zum Kasper gemacht als ich einen Krampf hatte. Aber mir war am Ende alles egal.

torwart.de: In Spielen wie im DFB Pokal, denkst du da auch schon mal, „Mensch, eigentlich könnte ich auf noch von der Leistung her auf der anderen Seite im Tor stehen?“

Fernandez: Den Gedanken hege ich nicht. Ich bin sehr fußballinteressiert, schaue mir alles aber an. Und ich bin überzeugt, wenn ich das Seuchenjahr 2008/09 nicht gehabt hätte und nicht dreimal operiert wurde, dann wäre ich heute viel weiter oben gelandet.

Infos zu Benedikt Fernandez:
  • Nationalität: deutsch
  • Geburtstag: 8. Januar 1985
  • Geburtsort:in Berlin
  • Verein:Lotte
  • Position: Torwart
  • Liga: 3.Liga
  • Größe (cm): 184
  • Bisherige Vereine als Spieler:Lotte, Elversberg, Saarbrücken, Leverkusen

torwart.de: Wieso ging es in Leverkusen damals nicht weiter? Hatte das auch mit deiner Verletzung zu tun?

Fernandez: Der Hauptgrund war, dass ich unter Jupp Heynckes noch mal auf der Bank der Profis saß, 2010 dann aber meinen Bandscheibenvorfall hatte und ich das letzte halbe Jahr meines Vertrags in der 2. Mannschaft spielen wollte nach einem Jahr Abstinenz. Dann gab es im Sommer mehrere Anfragen, auch von Mainz 05 und ich wollte einen neuen Schritt wagen. Am Ende aber wurde es alles damit nichts und ich hatte auch noch einen Beraterwechsel und war dann am Ende vereinslos für ein Jahr. Ich hatte da sehr viel Pech.

torwart.de: Dann gab es in Saarbrücken einen Neuanfang.

Fernandez: Ja, Saarbrücken war gut für mich Wobei mich die Presse dort ganz schön hart angegangen hat wegen meiner Gesundheit. Das hat sich die letzten drei Jahre dann immer wieder wiederholt, so dass die meisten Vereine vorsichtig geworden sind. Das war teilweise schon sehr enttäuschend.

torwart.de: Wie war der Unterschied für dich auf einmal im Fast-Amateurbereich zu spielen und trainieren?

Fernandez: Dein eignes Niveau ist umso höher du trainierst. Das ist klar. Wenn du mit den Vidals und Tony Kroos trainierst, bringt dich das schon weiter in jedem Training. Vielleicht bin ich heute nicht mehr auf dem Leistungsniveau im Bereich Sprungkraft und Torwartfähigkeiten wie damals, aber das mache ich mit meiner Erfahrung komplett wett. Auch bin ich heute ein guter Führungsspieler und im Fußballerischen deutlich besser wie damals.

torwart.de: Hattest du in dem Jahr, in dem du vereinslos warst, auch Selbstzweifel?

Fernandez: Das Jahr als ich vereinslos war, war extrem schwer, ich durfte mich zwar fit halten bei Bayer 04 II und hatte auch mal im Feld mitgespielt, aber irgendwann fragst du dich auch, warum keine Mannschaft kam. Als dann Saarbrücken kam, war ich überglücklich, dass ich dort war und es ist wichtig, dass du als Fußballer Ziele hast, was absolut notwendig ist. Es war schwer und deprimierend mit Selbstzweifeln, aber es hat mich im Kopf stärker gemacht für die letzten Jahre und auch für die Akzeptanz, dass man zwischen Amateur und Profibereich tätig ist, brauchte ich eine Weile um das so anzuerkennen. Dann muss man das Beste daraus machen und es akzeptieren. Es hat mich am Ende alles gestandener gemacht. Ich habe das ganze Auf und Ab des Fußballgeschäfts mitgemacht. Ich habe ab und zu noch Kontakt zu Rene Adler und er sagt ja oft, dass wenn du gut bist, du auch gefragt, bist. Und wenn nicht, dann ist man allen egal. Und das muss man eben akzeptieren im Fußballgeschäft und kann so am Ende bestehen.

torwart.de: Und wie geht es dir heute?

Fernandez: Es war ein Glücksgriff, dass ich in Lotte etwas mitgestalten kann. Ich bin momentan sehr zufrieden. Ich weiß ja ganz ehrlich, dass mein Knie nicht mehr fünf Jahre durchhalten würde. Ich habe keine Familie und keine Kinder und möchte das eines Tages und auch dann noch sportlich aktiv sein. Ich weiß, dass ich in den nächsten zwei bis drei Jahren noch das Maximum herausholen kann. Ich gebe mir aber keinen Illusionen hin eines Tages noch mal Bundesliga zu spielen. Wenn ich weiter nach oben will, dann nur noch mit Lotte. Deshalb werde ich alles für Lotte geben. Auch wenn wir nach unser DFB Pokal Feierorgie am letzten WE verloren haben, alles ist möglich.

torwart.de: Gibt es denn noch einen Traum von dir?

Fernandez: Noch einmal ich in der 2.Liga zu spielen, selbst wenn es nur im Kader ist. Ich habe in allen Ligen gespielt, aber nie in der 2.Liga. Das kann aber nur mit Lotte klappen und werde die Jungs zur Raison rufen, wenn sie dieses Ziel nicht erreichen (lacht). Und wer sagt, denn dass wir gegen 1860 München im DFB Pokal keine Chance haben werden und der Torwart wieder im Mittelpunkt stehen wird?

torwart.de: Welche Gedanken machst du dir zu deiner Zukunft?

Fernandez: In Lotte gibt es immer nur Einjahresverträge. Das ist hier so Politik. Daher mache ich mir erst Gedanken, wenn es so weit ist. Aber klar, am liebsten das Sportliche mit dem Wirtschaftlichen, Verein oder als Berater. Das weiß ich aber nicht. Aber kann auch sein, dass ich bei einem Unternehmen im Controlling lande.

torwart.de: Du stehst bei Neblung unter Vertrag. Wie kannst du ihn als Berater einschätzen?

Fernandez: Über meinen ehemaligen TWT kam ich dort in Kontakt. Es ist aber schwierig für mich das Beraterwesen zu beurteilen, da ich durch meine Verletzung schon immer sehr schwierig zu vermitteln war. Aber am Ende bin ich dankbar gewesen für jeden Support.

torwart.de: Danke dir!

Fernandez: Gerne und bis bald!

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