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Borussia Dortmund: Unklare Torhüter-Situation - Bürki oder Hitz?

von T. Rübe


Hitz und Bürki im gemeinsamen Aufwärmen beim Revierderby - Wer ist die Nummer 1 bei den Borussen? (firo)

Obwohl Borussia Dortmund gerade das Derby gegen Schalke mit 3:0 souverän und dominant für sich entscheiden konnte und man darüber hinaus mit 12 Punkten aus 5 Spielen auf Rang 3 steht, gibt es hitzige Diskussionen im Dortmunder Umfeld.

Verantwortlich dafür ist Trainer Lucien Favre. Mit seinen Torhütern fährt er gerade einen bemerkenswerten Kurs. Roman Bürki war zu Saisonbeginn noch offiziell die klare Nummer 1. Bürki erkrankte vor wenigen Wochen und so rückte Marwin Hitz ins Tor der Borussen. Nach Bürkis Genesung vertraute Favre weiterhin auf Hitz. Bürki und Torwarttalent Luca Unbehaun saßen in der Partie gegen Hoffenheim auf der Bank und Hitz machte seine Sache gut.

Angesprochen auf diesen Umstand sagte Favre nach dem Hoffenheim-Spiel, dass Bürki noch nicht fit genug sei, um zu spielen und deswegen Hitz im Tor gestanden habe. Konsequent weitergedacht, hätte Bürki nach dieser Argumentation aber gar nicht im Kader stehen dürfen. Denn auch ein Torhüter, vor allem gegen einen offensiv starken Gegner wie Hoffenheim, muss körperlich absolut auf der Höhe sein, um auf dem höchsten Niveau bestehen zu können.

Zwar hat die Borussia mit Luca Unbehaun einen noch sehr unerfahrenen Keeper als Nummer 3, jedoch gilt dieser als großes Talent und ist auch nicht grundlos zur Nummer 3 ernannt worden. Gleichzeitig sollte man auch von einer Nummer 3 erwarten dürfen, dass dieser eben auch spielen könnte. Daher wirkt die Aussage Favres, Bürki war noch nicht fit genug, wie ein vorgeschobener Grund.

Auch gegen Lazio Rom in der Champions League in der vergangenen Woche stand Hitz wieder im Tor. Dieses Spiel endete für Dortmund mit einer enttäuschenden 1:3-Niederlage, bei der das Borussen-Team weiter unter ihren Möglichkeiten blieb. Hitz war bei allen drei Treffern schuldlos - konnte jedoch auch nicht die geforderte Sicherheit und Souveränität ausstrahlen.

Bürki und Favre nach seiner Auswechslung im Bundesliga-Spiel gegen Gladbach 2019 (firo)

Offensichtlich nahm Favre dies zum Anlasse, im Revierderby am vergangenen Wochenende eine Rolle rückwärts zu machen und wieder auf Bürki als Nummer 1 zu setzen. Als Favre nach der Partie auf die Torhüterfrage angesprochen wurde, reagierte er zuerst schmallippig und sprach von zwei starken Torhütern, die es beide verdient hätten zu spielen. Auf weitere Nachfragen reagierte er regelrecht ungehalten und sagte nur, dass man sehen werde, wer im nächsten Spiel im Tor stehen würde. Der Focus berichtete in der Folge davon, dass Favre den Wechsel zurück zu Bürki mit beiden Torhütern kaum besprochen habe und somit auch die sportliche Führung zumindest irritiert habe.

Mit diesen Aussagen und den wechselnden Aufstellungen läuft Favre Gefahr, seine Torhüter in ihrer Position zu schwächen und somit auch die defensive Stabilität, die phasenweise ohnehin noch fragil wirkte, zu riskieren. Gerade Roman Bürki spielte immer dann stark, wenn er das Vertrauen des Trainers spürte. Natürlich hat er in seltenen Fällen auch taktische und technische Schwächen, die auch bereits zu Gegentoren geführt haben, dennoch wirkte er bisher den Anforderungen des Vereins an sein Profil und seine Person mehr als gewachsen.

Gleichzeitig ist Marvin Hitz ein Torhüter, der auch über ein sehr gutes Niveau verfügt, aber spielerisch nicht die Fähigkeiten eines Bürkis besitzt. Ferner lag es unter Favres Führung nicht an den Torhütern, dass die Dortmunder Hoffnungen auf einen Titelgewinn bisher nicht erfüllt wurden. Jetzt eine Torhüter-Rochade einzuführen, klingt nach purem Aktionismus, um einen Unsicherheitsfaktor zu präsentieren, der aber real gar nicht existent war. Favre wäre daher gut beraten, sowie intern als auch in der Öffentlichkeit, die Position der eigenen Torhüter wieder zu stärken und die Hierarchie klar festzulegen, damit sich Hitz und Bürki auch gegenseitig unterstützen können.

Favre hatte dies bereits zu seinen Gladbacher Zeiten getan und einen damals 18-jährigen direkt in der Schlussphase der Saison, als es noch um den Klassenerhalt ging, zum unumstrittenen Stammtorhüter gemacht. Der Name des Torwarts: Marc-André ter Stegen. Auch jetzt wäre der mitunter eigenwillige Schweizer gut beraten, weniger gereizt über seine Torhüter zu sprechen, sondern vielmehr eine klare Linie zu zeigen, um erst gar keine Unruhe aufkommen zu lassen. Denn die Dortmunder Sehnsucht nach Titeln ist so groß, dass dies mittlerweile auch offen gefordert wird. Dazu braucht es aber ein stabiles Mannschaftsgefüge mit einem starken Torhüter, der das Vertrauen des eigenen Trainers spürt.

Im heutigen Champions-League-Spiel der Borussia bei Zenit St. Petersburg wird Favre wieder auf Roman Bürki im Tor setzen. Im Nervenspiel gegen die Russen müssen die Borussen bereits gewinnen, um die Chance auf das Erreichen der KO-Runde in der Champions-League aufrecht erhalten zu können. Ein starker Torwart Roman Bürki ist die notwendige Voraussetzung für dieses Vorhaben.


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