Die Weltmeisterschaft in den USA war durchaus ein Turnier für die Torhüter. So konnte sich mancher mit überraschend starken Partien in einen Fokus spielen, den er selbst so bis dahin wohl weniger für möglich gehalten hätte. Eine dieser großen, positiven Überraschungen war Ørjan Nyland, seines Zeichens Stammtorhüter Norwegens. Die Wikinger scheiterten letztlich knapp im Viertelfinale gegen England. Dabei patzte auch der Torhüter, der bis dahin ein überragendes Turnier gespielt hatte und vor allem auch im Achtelfinale gegen Brasilien regelrecht brillieren konnte.
Nach dem Turnier wurde wochenlang spekuliert, wohin es den Torhüter jetzt ziehen würde. Sein Vertrag beim FC Sevilla war zuvor ausgelaufen und er war damit ab Juli 2026 vereinslos und somit auch ein durchaus gefragter Wechsel-Kandidat. Der 36-Jährige entschied sich letztlich zu einer Rückkehr zu RB Leipzig, wo er zuvor bereits als Nummer zwei agierte und ab dieser Saison den abgewanderten Péter Gulácsi ersetzte.
In der Nationalmannschaft Norwegens ist der Torhüter bisher gesetzt. Allerdings gibt es nun erste kritische Stimmen gegenüber dem Routinier, vor allem aus den norwegischen Medien. So patzte der Keeper nicht nur gegen England, sondern auch in seinen darauffolgenden zwei Länderspieleinsätzen gegen Dänemark und auch gegen Portugal. Gegen Dänemark reichte es trotz des Fehlers des Torhüters zu einem 3:2-Sieg. Gegen die Portugiesen aber verschuldete er letztlich den Siegtreffer Portugals und leistete sich anschließend eine weitere große Unsicherheit. Aufgrund dessen wurden nun Stimmen laut, die den Einsatz von Egil Selvik von Stade Brest forderten. Norwegens Nationaltrainer Ståle Solbakken stärkte seinem Torhüter bisher demonstrativ den Rücken: „Wir haben großes Vertrauen in Örjan. Er wird ein Teil dieser Gruppe hier sein.“ Als möglichen Grund der kürzlichen Patzer nannte er die fehlende Spielpraxis: „Das kann man so sagen. Das ist ein Argument, dem man nicht widersprechen kann.“
Sollte der Torhüter aber in den kommenden Partien nicht wieder seine bisherige Leistungsfähigkeit abrufen können, könnte sich auch der Trainer gezwungen sehen, von seiner bisherigen Entscheidung abzurücken und ihn auf die Bank zu setzen. Der Keeper selbst geht derzeit noch gelassen mit der Kritik um. So sagte er gegenüber der norwegischen „VG“: „Norwegen ist ein freies Land, und man darf sagen, was man will. Ich sehe das nicht so und versuche, die Sache abzuhaken und mich auf Donnerstag zu konzentrieren.“
Kommentare (0)
Keine Kommentare vorhanden!