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Matthias Hamrol (FC Emmen): "Uwe Kamps hat mich geprägt!"

von T.Schlitzke

Matthias Hamrol (Foto: Firo)

Matthias Hamrol war einst bei RB Leipzig ein hoffnungsvolles Torwarttalent. Den Schritt in die Profimannschaft schaffte er aber erst in Polen. Nach schwierigen Jahren ist der Keeper in Hollands erster Liga gelandet und kämpft dort aktuell um sein Comeback! Mit torwart.de sprach der Torwart über seine Karriere!

torwart.de: Anfang 2011 war bist aus dem Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach zu RB Leipzig gekommen. Kannst du die Philosophie von Gladbach im Tor beschreiben?

Matthias Hamrol: Das ist schon ziemlich lange her. Aber ab der U17 haben wir zweimal in der Woche mit Uwe Kamps trainiert. Da waren die Torhüter der U19 und U17 mit dabei. Montags war es immer intensiver. Viele Sprünge, flache, hohe Bälle. Donnerstag ging es um die Technik. Da haben wir soweit alles mit dem Fuß gemacht. Es wurde natürlich viel auf die Technik geachtet, egal ob es ums Fangen ging oder um das Fußballerische!

torwart.de: Welchen Einfluss hatte Uwe Kamps dort?

Hamrol: Uwe Kamps hatte zu meiner Zeit einen sehr großen Einfluss auf die Torhüter. Wie gesagt es wurde ab der U17 nur mit ihm trainiert und bei dem Training konnte man nur profitieren. Auch menschlich war Uwe Kamps top.

torwart.de: Bei RB warst du gerade 17 und wurdest sofort zur Nummer 1 der U19! Wie gelang dir das?

Hamrol: Erst einmal war es vor RB eine harte Zeit. Viele Wechsel sind im Sommer gescheitert und ich war bis Winter ohne Verein. RB war auch schon im Sommer interessiert, aber der Verein ist eigentlich erst gegründet worden und es war noch alles neu. Aus diesem Grund habe ich erstmal ein wenig gezögert. Das Interesse klang aber nie ab, weshalb ich mir Leipzig dann im Winter angeschaut habe und von der Philosophie überzeugt war. Aber ich wollte auch einfach wieder Fußball spielen! Ich bin dann in der Wintervorbereitung ins Training einsteigen und konnte auf Anhieb überzeugen! Das war natürlich super! Richtung Sommer sollte ich dann schon häufiger mit der ersten Mannschaft trainieren, aber wegen der Schule war das nicht so einfach.

torwart.de: Was war das besondere an der Jugendförderung von RB?

Hamrol: Man hat bei RB natürlich sofort gemerkt, dass sie Großes vorhaben. Es wurde viel Geld in ein neues Trainingszentrum investiert und es kamen immer mehr Spieler aus weiterer Entfernung. Das Ziel war klar: Alle Mannschaften sollten so schnell wie möglich in den höchsten Spielklassen spielen und dafür wurde alles getan! Wir trainierten fast täglich auf höchstem Niveau, aber die Schule sollte natürlich nicht vernachlässigt werden. Ich hatte dort meinen größten Förderer, Norman Becker, mit dem ich heute noch einen sehr engen Kontakt pflege. Er war sofort von mir überzeugt und hat auch wahrscheinlich den größten Einfluss auf mich gehabt.

Infos zu Hamrol:
  • Nationalität: deutsch
  • Geburtstag: 31.12.1993 in Troisdorf, Deutschland
  • Verein: Emmen
  • Position: Torwart
  • Liga: 1.Liga
  • Größe (cm): 195

torwart.de: Wieso gelang dir bei RB nicht der Durchbruch?

Hamrol: Da kommen natürlich einige Faktoren zusammen. Ich habe natürlich Fehler gemacht, ich war jung, aber es sind einige Sachen auch nicht fair gelaufen. In meiner letzten U19 Saison war ich sehr häufig bei der ersten Mannschaft, Trainer und auch die Leute im Vorstand waren von mir überzeugt und erhofften sich einiges von mir. Ich habe dann im Sommer die Schule ein Jahr vor dem Abitur abgebrochen um mir meinen Traum zu erfüllen. Doch als Zorniger kam, änderte sich alles. Mir wurde auf einmal gesagt, dass ich zu jung wäre und noch nicht gut genug wäre um zu spielen. Das hätte ich akzeptiert wenn es 1.,2. Bundesliga wäre aber 4. Liga, in der wir souverän Meister wurden?! Ich habe auch nicht erwartet sofort zu spielen, aber ich war 18 und nach nicht mal 3 Monaten wurde ich gleich fallen gelassen. Das war dann schon ein wenig merkwürdig und auch schwierig. Irgendwann wurde ich in die 2. Mannschaft gesteckt und habe so langsam mit dem Fußball abgeschlossen. Dies wäre ohne meine Familie, vor allem meinem Bruder und auch Norman Becker wahrscheinlich passiert.

torwart.de: Warst du auf eine vereinslose Zeit vorbereitet?

Hamrol: Ich war natürlich nicht drauf vorbereitet und habe mir alles anders vorgestellt. Ich bin grade erst hoch zu den Senioren gekommen und nach nicht einmal einem Jahr soll alles vorbei sein?! Ich habe nach meinem Schulabbruch ein Fernstudium zum Abitur angefangen. Aber bis zum Abitur waren es noch 3-4 Jahre und ich musste die monatlichen Kosten zahlen. Zum Glück hatte ich noch Norman Becker. Er ist im Sommer nach Wolfsburg gewechselt und auf Grund von Verletzungen in der 2. Mannschaft, bekam ich die Chance mich dort zu beweisen. Ich habe mich in nicht einmal einem halben Jahr vom 4. zum 1. Torwart gekämpft. Mit der Zeit war ich häufiger bei den Profis und in meinem 2. Jahr trainierte ich auch während der Vorbereitung komplett mit den Profis. Während Ismael Trainer war, lief es sehr gut. Ich war auf dem Weg zu den Profis. Ich musste nur weitermachen. Das haben mir zur damaligen Zeit auch Pablo Thiam, Allofs und Hecking gesagt. Aber im 2. Jahr kam auch ein neuer Trainer, weil Usmael nach Nürnberg gegangen ist. Mit Brdaric lief es dann gleich zu Beginn schlecht. Er wollte mich schon von Beginn an nicht spielen lassen, obwohl ich die Vorbereitung bei den Profis absolviert habe. Seine Ausrede war, „ich kenne dich noch nicht, hab dich nie trainieren sehen!“ Ich denke jeder weiß, wenn er als junger Spieler bei den Profis ist, dann hat das eine gewisse Bedeutung!

torwart.de: Auch nach Wolfsburg bist du wieder in so eine Phase gekommen. Woran lag das?

Hamrol: Mit der Zeit wurde es dann schlechter. Ich war nicht mehr bei den Profis und habe bei der 2. Mannschaft nur trainiert. Im Sommer scheiterte leider ein Wechsel nach Polen, weil der Trainer zur neuen Saison ersetzt wurde. Meine Berater zu der Zeit waren auch schlecht. Die haben überhaupt nichts gemacht! Das Beste was die dann fanden war Reutlingen, in der 5. Liga. Ich habe es nur gemacht weil ich nur noch ein Jahr zum Abitur hatte und mich schon mal bewerben konnte. Außerdem konnte ich die Kosten für das Abitur mit dem Gehalt zahlen. Da habe ich auch fast endgültig mit dem Fußball abgeschlossen, bis ich nach der Saison, die Möglichkeit hatte bei Köln in der 2. Mannschaft zu unterschreiben. Ich dachte hey, alle guten Dinge sind 3. wer weiß, was nach der Saison passiert. Aber auch meine Familie und mein Bruder überzeugten mich davon. Ich war in meiner Heimat und konnte auf ordentlichen Niveau Fußball spielen und von da an ging es aufwärts. Nach kurzer Zeit trainierte ich häufiger mit den Profis und landete nach der Saison in der höchsten Spielklasse Polens, was ich auch meinem damaligen Berater Jakob Slowik zu verdanken habe. Ich war das erste Mal richtig im professionellen Fußball angekommen! auf höchstem Niveau in der ersten Liga.

torwart.de: Zu Bernd Dreher hast du ja ein sehr inniges Verhältnis, oder?

Hamrol: Bernd ist super! Ein richtig ehrlicher und direkter Typ - leider ist der Kontakt abgebrochen, ich habe seine Nummer leider nicht mehr. Wir hatten keinen Torwarttrainer in Reutlingen und er war in der damaligen Zeit bei der gleichen Agentur. Er sollte mich eigentlich nur eine Woche trainieren, aber er hat mein Potenzial schnell erkannt und hat sich auch gefragt was ich in der 5. Liga zu suchen habe. So kam er für ein halbes Jahr, jede Woche fast auf eigene Kosten von München nach Reutlingen, um mit mir zu trainieren und wir haben auch am Abend viel gemeinsam unternommen. Ich habe in dieser Zeit sehr viel gelernt und die Hoffnung auch deshalb nicht aufgegeben. Immerhin war er eine lange Zeit bei Bayern Spieler. Und danach auch Torwarttrainer in München und Schalke und hat mit den besten Torhütern trainiert. Also kann man deiner Aussage auch glauben, wenn er sagt dass ich viel höher spielen kann!

torwart.de: In Polen ging es endlich wieder nach oben und auch international fandest du Beachtung. Wie sehr tat dir das gut und wie bist du eigentlich nach Polen gekommen?

Hamrol: Es war ein harter Weg dahin, aber ohne die Hilfe und den Glauben meiner Familie und Freunde hätte ich es nicht geschafft. Ich wusste natürlich immer, dass ich das Zeug dazu habe, aber nach so vielen Rückschlägen fängt jeder an zu zweifeln. Letzte Saison habe ich auch die Bestätigung bekommen, dass ich es drauf habe. Und auch die Bestätigung, dass noch mehr drin ist! Nach Polen bin ich durch meinen damaligen Berater und Freund Jakob Slowik. Ich wurde dann zum Probetraining eingeladen und bekam die Chance mich zu beweisen. Ich muss ehrlich sagen, ich war echt schlecht und mein Bruder, der mich am meisten unterstützt, war ziemlich sauer (lacht), aber ich bekam trotzdem die Chance, die ich dann auch genutzt habe! Dafür muss ich auch bei meinen ehemaligen Trainern, Miro Dreszer und Gino Lettieri bedanken. Sowie beim Präsidenten Zając. Es war eine ziemlich schöne Zeit dort.

torwart.de: Aktuell bist du in Holland nur die Nummer zwei. Kannst du etwas zu deiner Position sagen?

Hamrol: Ich wollte diesen Sommer den nächsten Schritt machen, um nach dieser Saison den noch größeren Schritt zu machen. Ich denke, dass Holland eine bessere Plattform als Polen ist. Deswegen bin ich als eigentliche Nummer eins nach Emmen gekommen. Leider habe ich mich im Sommer gleich verletzt, weshalb ich seit August ausfalle. Es läuft bei mir halt meistens erstmal unrund, bevor es dann wirklich läuft! Ich hoffe das ich demnächst einsteigen kann und dieses Jahr noch zu meinen ersten Spielen komme. Dafür tue ich alles!

torwart.de: Wie siehst du das Torwartspiel in Holland?

Hamrol: Hier ist es ganz anders als in Polen oder Deutschland. In Polen steht das Fußballerische im Hintergrund. Es ist mehr Kampf als Fußball. Deswegen wird hinten kaum rausgespielt. In Deutschland ist es ein Mix aus beiden. Unter Druck wird der Ball auch lieber nach vorne geschlagen. Natürlich gibt es Ausnahmen wie Neuer. In Holland wollen sie am liebsten alles spielerisch lösen, selbst wenn das Risiko eigentlich viel zu hoch ist. Darauf wird sich viel wert im Training gelegt

torwart.de: Was sind deine weiteren Ziele für die nächsten Jahre noch?

Hamrol: Ich verfolge weiterhin mein Ziel für den Sommer. Ich will schnellstmöglich auf den Platz und der Liga und zeigen was ich drauf habe. Natürlich will ich weiter auf mich aufmerksam machen. Meine Vergangenheit hat mir gezeigt, dass ich es noch nie leicht hatte. Deswegen bin ich mir umso sicherer, dass ich es schaffen werde!

torwart.de: Danke für das Gespräch.

Hamrol: Gerne!

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