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"hautnah" bei torwart.de

H. Roleder: "Torhüter können nur reagieren"


H. Roleder zu seiner aktiven Zeit (Foto: Privat)

Die Fälle Ralf Rangnick und Markus Miller haben in der Bundesliga aufhorchen lassen. Vor allem seit Robert Enke scheinen auch die Torhüter im Blickfeld zu stehen. Wir haben bei dem ehemaligen Nationalkeeper, Helmut Roleder, nachgefragt.

Seit 2006 ist Roleder als Businesstrainer tätig. Die Schwerpunkte seiner Seminare und Coachingsliegen in den Bereichen Motivation, Teambildung, Unternehmensführung und Konfliktbewältigung. Einige seiner Klientenkommen aus dem Bereich des Sports. Auch die Jugendarbeit der Vereine liegt ihm sehr am Herzen. 

torwart.de: Markus Miller und Ralf Rangnick haben zurzeit eine Auszeit genommen.Worin liegen sehen Sie die Ursachen für diese Häufungen?.

Helmut Roleder: Ich würde noch nicht von einer Häufung reden. Es kommt uns nur so vor, weil das Thema bisher weitgehend tabu war. Tatsache ist, dass die Anforderungen im Profifußball heute ernorm hoch sind. Bei Ralf Rangnick kommt hinzu, dass er nach seinem Ausscheiden in Hoffenheim eine Pause einlegen wollte, dann aber zu schnell den Verlockungen aus Schalke erlegenist.

torwart.de: Ist der Profisport seit Robert Enkes Suizid sensibler geworden?

Roleder: Einige Menschen, vor allem aus Führungsgremien der Vereine und des Deutschen Fußball-Bundes, propagieren mehrSensibilität. An den Anforderungen hat sich wenig geändert. Ohne den tragischen Tod von Robert Enke wäre es MarkusMiller sicher schwerer gefallen, sich zu äußern und behandeln zu lassen.

torwart.de: Gab es zu Ihrer Zeit auch "Burnouts", nur dass man sie anders genannthatte oder sich gar nicht dazu bekannt hatte?

Roleder: Auch zu meiner Zeit gab es Spieler, die in manchen Phasen am Limit ihrer mentalen und körperlichen Kräfte agierten. Die Belastungen waren jedoch geringer, da der Fußball noch nicht den gesellschaftlichen Stellenwert hatte. Heute ist der Druck größer, weil die Medien anders arbeiten, die Spieler ihre Berater ernähren müssen und Fußballvereine riesigeWirtschaftsunternehmen sind. Außerdem ist das Anspruchsdenken der Fans gestiegen. Das habe ich hautnah erlebt, als ich beim VfB Stuttgart als Präsident kandidieren wollte.

torwart.de: Hat Markus Miller noch eine realitische Chance wieder Anschluss zufinden oder hat ihn das "Outing" geschwächt?

Roleder: Man sollte ihn behandeln, als hätte er sich eine fußballspezifische Verletzung zugezogen. Wenn er wieder gesund ist, kann er wieder spielen. Bei Ralf Rangnick sehe ich die Gefahr, dass ihm die Vereine kein Vertrauen mehr schenken, als größer an.

torwart.de: Vor allem Torhüter spüren zusätzlichen Druck als Feldspieler. Wie lässt sich diese Drucksitution erklären?

Roleder: Ganz einfach, der Torspieler ist auf das angewiesen, was ihm vorgesetzt wird. Er kann nur reagieren und muss auf wenige Situationen im Spiel fokussiert sein. Seine Fehler haben gravierende Auswirkungen. Der Feldspiele kann Fehler durch eigenes Engagement ausbügeln.

torwart.de: Was kann ein Torhüter neben dem normalen Training unternehmen, um Drucksituationen "zu erlernen"?

Roleder: Mentales Training sollte beim Torspieler verstärkt stattfinden. Bei Bedarf bitte bei mir melden!

torwart.de: Manuel Neuers Wechsel zu den Bayern hat für enormen Wirbel gesorgt. Dennoch schien Neuer enorm gelassen zu sein. Was ist sein Erfolgsgeheimnis?

Roleder: Er ist sehr jung Stammtorhüter geworden, weil er ein Ausnahmetalent ist. Dann wurde er vor der Weltmeisterschaft 2010 die Nummer 1 in Deutschland. Das hat ihn noch stärker gemacht. Wie er tickt, sieht man an folgender aktuellen Aussage: „Wir machen unseren Job, bei Mercedes machen sie auch ihren Job, Helden sind sie deshalb aber nicht. Wir auch nicht.“

torwart.de: Viele Vereine beschäftigen heute bereits Sportpsychologen. Reicht diese Maßnahme?

Roleder: Wichtig ist, dass wir die Jugendlichen auf eine sportliche Karriere und parallel dazu auf Alternativen vorbereiten. 

torwart.de: Was würden Sie jungen Spielern mit auf den Weg zur Profikarriere geben?

Roleder: Sich realistische Ziele und nicht zu sehr von Beratern unter Druck setzen lassen. Und immer daran denken, dass Fußball ein Spiel ist, bei dem es Sieger und Verlierer geben kann. Wichtig ist es, auch aus Niederlagen Kraft zu ziehen.

torwart.de: Danke für das Gespräch!

Roleder: Bitte sehr.

 


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