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M. Kranzfelder: "Schiedsrichter kommunizieren häufig verdeckt mit Torhütern"

von Tobias Schlitzke

M. Kranzfelder (Foto: BFV)

Manfred Kranzfelder, Verbands-Lehrwart des BFV, ist der TORWART und torwart.de-Schiedsrichterexperte. Im aktuellen Gespräch geht es vor allem um die Sechs-Sekunden-Regel, die von fast allen Torhütern nicht beachtet wird. Kranzfelder ist darüber aber so gar nicht überrascht und auch über das Stummbleiben der Schiedsrichter nicht.

torwart.de: Herr Kranzfelder, vor kurzem kam eine Statistik heraus, dass nur 2 von 18 Torhütern den Ball sechs Sekunden oder kürzer in der Hand halten. Hat Sie das überrascht?

Manfred Kranzfelder: Also überrascht hat mich das Ganze nicht. Die Torhüter nutzen die Zeit um einen eigenen Angriff starten zu können, den Ball in den eigenen Reihen zu halten ist hier die Maxime. Den Ball aber schnell wieder nach vorne zu bringen ist dagegen fast out.

torwart.de: Wieso pfeifen die Schiedsrichter in der Bundesliga das nicht?

Kranzfelder: Diese Sechs-Sekunden-Regel hat nicht eine so hohe Priorität wie andere Regeln im Spiel, d.h. wenn der Schiedsrichter erkennen kann, dass der Ball zeitnah wieder ins Spiel gebracht wird können es auch mal 7-8 Sekunden sein. Ginge man ganz streng nach den 6 Sekunden, hätten wir einige indirekte Freistöße, die eigentlich niemand will (auch die Mannschaften nicht). Hier muss man den Schiesdrichter eine gewisse Freiheit lassen. Dauert es allerdings, wie erst kürzlich bei einem Championsspiel 15 Sekunden, dann muss der Schiedsrichter eingreifen. Da war der Pfiff des Schiedsrichters völlig richtig und für jeden nachvollziehbar.

torwart.de: Wurde diese Thematik auf diversen Schiedsrichtertagungen schon diskutiert?

Kranzfelder: Nein, ein aktuelles Thema bei Schiedsrichter-Schulungen ist dies momentan nicht.

torwart.de: Wie können Schiedsrichter hierbei auf die Torhüter einwirken?

Kranzfelder: Der Schiedsrichter wirkt öfters auf die Torhüter ein, wie man es vielleicht in der Öffentlichkeit mitbekommt. Mit einem Handzeichen den Ball zu spielen oder durch Zuruf - Ball raus - wird den Torhütern schon verdeutlicht, dass man die Sache im Griff hat. Außerdem hat der Schiedsrichter immer die Möglichkeit dies auch in seine Nachspielzeit mit einzubauen.

torwart.de: Wieso wurde die Regel eigentlich damals eingeführt? Erinnern Sie sich noch daran?

Kranzfelder: Mit ein Auslöser zur Einführung dieser Regel war das damals ausgiebig praktizierte Spiel der Torhüter, nach einem gefangenen Ball diesen auf den Boden zu legen, quer durch den Strafraum zu laufen und dann, wenn ein Angreifer kam, den Ball wieder aufzunehmen (das durfte man damals noch). Da führte man dann die 4-Schritteregelung ein. Danach kamen aber Diskussionen dann auf: Denn ist der Torhüter einem Ball entgegen gelaufen und hatte in unter Kontrolle, kam aber erst nach 2-3 Schritten zum stehen, zählt dies schon zur 4-Schritteregelung? So hat man jetzt mit der Sechs-Sekunden-Regel etwas transparentes eingeführt, das für (fast) alle nachvollziehbar ist.

torwart.de: Etwas anderes noch zum Abschluss: Wie haben Sie das Verhalten von Marwin Hitz beim Elfmeter gegen sich bewertet?

Kranzfelder: Das war natürlich nicht korrekt, er hätte sich über eine Verwarnung nicht beschweren dürfen. Er hat sein Fehlverhalten im Nachgang auch bedauert. Leider wurde aber die Schwalbe des Kölner Spielers, die ja der Auslöser war, in der Öffentlichkeit fast nicht diskutiert.

torwart.de: Danke für das Gespräch.

Kranzfelder: Gerne!


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