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Kevin Trapp vor dem Achtelfinale

Der hatte schon Gelb

von Alex Raack (Februar 2016)


Kevin Trapp (Foto: Firo)

Deutschlands Nationalspieler Kevin Trapp tritt heute mit seinem PSG gegen den FC Chelsea an. Es ist das wichtigste Spiel seiner Karriere.

Nein, in einem gelben Trikot wird Kevin Trapp heute Abend nicht auflaufen. Sein Verein, Frankreichs Hauptstadt-Klub Paris Saint-Germain, empfängt den FC Chelsea zum Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale. Es ist das vielleicht wichtigste Spiel in der Karriere des 25-jährigen Torhüters. Und, nein, ein gelbes Trikot wird er sicherlich nicht anziehen.

Gelb trug der damals 22-Jährige bei seinem Debüt für Eintracht Frankfurt. In der 1. Runde des DFB-Pokals gegen Erzgebirge Aue gab Eintracht-Trainer Armin Veh seinem jungen Neuzugang vom 1. FC Kaiserslautern den Vorzug vor dem Urgestein Oka Nikolov. Nach 20 Minuten foulte Trapp den Aue-Angreifer Jakub Sylvestr, flog vom Platz und musste mit ansehen, wie der Underdog aus dem Erzgebirge seinen Patzer zur 1:0-Führung und schließlich zum 3:0-Sieg ausnutzte.

Fußballer sind abergläubisch. Also verzichtete Trapp anschließend auf das gelbe Leibchen, setzte sich als Stammkraft bei den Hessen durch und machte in seiner ersten Saison 27 Pflichtspiele. 2013/14 schaffte er den ganz großen Sprung: 46 Pflichtspiele, darunter 15 ohne Gegentor, machten den 1,89 Meter Mann zu einem der gefragtesten Keeper Europas. Experten sahen in ihm den würdigen Nachfolger von Manuel Neuer – oder zumindest eine würdige Nummer zwei im deutschen Tor.

Dann zog sich Trapp im September 2014 wieder ein gelbes Trikot über. Und riss sich das Syndesmoseband – zehn Spiele Zwangspause. Trapps Kommentar: »Gelb bleibt jetzt weg!« Wobei: die kurioseste Verletzung seiner noch jungen Karriere zog sich der gebürtige Merziger ganz ohne gelb zu. Für einen Werbedreh im Frühjahr 2013 mit der U-21-Nationalmannschaft sollte Trapp in einem Pulk auf eine Kamera zulaufen – eine PR-Idee mit Folgen. Auf dem rutschigen Untergrund geriet Trapp ins Stolpern und brach sich beim Sturz die linke Hand. Vor lauter Ärger über den unnötigen Ausfall hätte die Eintracht fast den DFB-Werbepartner verklagt.

Infos zu Kevin Trapp:
  • Nationalität: deutsch
  • Geburtstag: 08.07.1990
  • Geburtsort: Merzig
  • Größe: 1,89 m
  • Verein: FC Paris Saint-Germain
  • Bisherige Vereine: 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Frankfurt
  • Bisherige Spiele:
  • Bundesliga: 114
    Ligue 1: 25
    Champions League: 6

Seit Beginn dieser Saison ist Trapp nun in Paris. Kurz vor dem Angebot aus Frankreich hatte er seinen Vertrag bei der Eintracht bis 2019 verlängert. Gut für die Frankfurter, die für den Wechsel ihres Kapitän 9,5 Millionen Euro erhielten – Rekordablöse am Main. Trapp selbst sagt: »Wenn man eine Offerte von einem Weltklub wie PSG bekommt, kann man nicht nein sagen.« Da hat er Recht, bietet ihm der von den katarischen Geldgebern fürstlich ausgestattete PSG doch die Möglichkeit, seine Fähigkeiten auf internationalem Top-Niveau anzubieten.

Bei den Parisern stellte er sich dem Zweikampf mit der nominellen Nummer Eins Salvatore Sirigu aus Italien – und gewann zur Überraschung vieler dieses Duell. Trainer Laurent Blanc adelte seinen Schlussmann: »Kevin ist meiner Meinung nach einer der besten Torhüter der Welt. Er ist ein moderner Torwart, der vieles vorhersieht. Er hat großes Potential.« Die moderne deutsche Torwartschule, die aus sehr guten Ballfängern auch gute Fußballer macht, hatte sich mal wieder durchgesetzt.

Ganz unumstritten ist der Deutsche jedoch nicht. Zwar rauscht der PSG auch dank seiner Leistung locker-leicht durch die laufende Saison (aktuell hat Paris 24 Punkte Vorsprung auf den Zweiten Monaco...), doch in der erfolgsverwöhnten Startruppe wiegt jeder Fehler gleich doppelt schwer. Im September 2015 verschuldete er beim 2:2 gegen Girondins Bordeaux gleich beide Gegentore, im November verschätzte er sich im Gruppenspiel der Champions League gegen Real Madrid und wurde anschließend für das einzige Tor des Spiels verantwortlich gemacht. Die größte Sportzeitung des Landes, »L´Equipe«, urteilte scharf: »Muss Trapp jetzt aufs Abstellgleis? Das fatale Zögern des Deutschen beim Gegentor wird die Diskussion um die Wahl des Torhüters in Paris neu aufleben lassen.«

K. Trapp (Foto: Firo)

Ein Tiefschlag, der andere Keeper schon ausgeknockt hat. Trapp aber erinnerte sich an den Leitspruch seines erstens Mentors, Torwarttrainerlegende Gerry Ehrmann, der Trapp schon mit 15 beim 1. FC Kaiserslautern unter seine Fittiche genommen hatte: »Wenn du Angst hast, Fehler zu machen, hast du den ersten Fehler schon gemacht.« Nach dem Real-Spiel schrieb Ehrmann Trapp eine kurze Nachricht: »Ist passiert, dumme Situation, Fehler passieren. Abhaken. Die nächsten Spiele gut spielen.«

Große Torhüter zeigen in der Krise, was wirklich in ihnen steckt. Und dieser Kevin Trapp scheint ein Großer zu sein. Mit Trapp zwischen den Pfosten startete Paris eine großartige Siegesserie, die erst am vergangenen Wochenende gegen den OSC Lille riss. Nach neun Siegen am Stück endete die Partie mit 0:0. Wobei der erneute Gewinn der Meisterschaft für die Mannschaft um Superstar Zlatan Ibrahimovic (Trapp: »Sehr willensstark, ein super Typ. Für mich ein Weltklassespieler«) nur noch Formsache ist. In der Champions League soll es endlich einmal zu mehr reichen, als nur dem Viertelfinale. Auch deshalb gaben die schwerreichen PSG-Bosse vor der Saison viel Geld aus. Die Ablöse für Trapp war da lediglich eine Randnotiz – allein für Angel di Maria bezahlte PSG sage und schreibe 63 Millionen Euro. Der kündigte gleich mal an: »Mit mir überstehen wir das Viertelfinale.«

Das kann er heute gleich mal beweisen. Der FC Chelsea spielt in der Premier League eine katastrophale Saison, ist aber immer noch ein Klub von Weltformat. Bei den Parisern im Tor wird definitiv Kevin Trapp stehen. Trotz der neuerlichen Kampfansage von Kontrahent Sirigu (»Im Fußball weiß man nie!«) ist der Deutsche, der im November 2015 gegen die Niederlande erstmals auch im DFB-Kader stand, weiterhin gesetzt. Und so lange er kein gelbes Leibchen überstreift, dürfte dieser Zustand auch weiterhin anhalten. Mindestens bis zum Viertelfinale.


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