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Home > Archiv > 2. Fotostrecken-Archiv > 2.8 Fotostrecken 11/12 > Frauen-WM 2011 Vorrunde 3 > Frankreich - Deutschland 2:4

Nadine Angerer / Deutschland:

Es schien ein einfaches Spiel zu werden für die deutsche Schlussfrau. So dachte man zumindest nach der ersten Hälfte der Partie, in der es die Französinnen eigentlich nie schafften, sich dem deutschen Tor auch nur in annähernd gefährlicher Weise zu nähern. Zu bieder, zu einfallslos, zu unterlegen ihren deutschen Konterparts. Doch wer Nadine Angerer kennt, weiß, dass auch 45 Minuten ohne Bewährungsprobe keinesfalls Easy Going und Däumchendrehen bedeuten. Denn Angerer hält die Konzentration hoch, sie liest das Spiel, bietet sich an, dirigiert, korrigiert und wartet voller Anspannung. Kaum verwunderlich, dass auch bei Angerer zur Halbzeitpause der Schweiß das Trikot nässte.

Die zweite Halbzeit sollte dann ebenfalls nicht viel mehr Arbeit für Nadine Angerer bringen als die erste. Lediglich der Ball musste zweimal aus dem eigenen Kasten gefischt werden. Vollkommen unbedrängt war es den Französinnen gelungen - jeweils mit wuchtigen Kopfstößen nach einer Ecke - die deutsche Fängerin zu überwinden. Angerer blieb hierbei chancenlos. Und die Anspannung entlud sich in Wut gegenüber ihren Mitspielern, die sie somit kurz vor Schluss wieder einmal antreiben musste, den Schlendrian einzustellen und konzentriert das Spiel zu bestreiten. Nicht zum ersten Mal während dieser WM.

Angerer selbst – von den hanebüchenen Tölpeleien ihrer „Kolleginnen“ gewarnt – ging bis zur letzten Minute auf Nummer sicher und zeigte auch so, dass sie für höhere Aufgaben bereit ist. Auf jeden Fall fürs Viertelfinale.

Berangere Sapowicz / Frankreich

Der Frauen-Fußball steht momentan im Fokus der medialen Öffentlichkeit. Jedes vermeintliche Geheimnis wird ausgeleuchtet, jede Besonderheit tot erklärt. Natürlich durfte da - nach einer Vielzahl handwerklicher Schwächen der Torfrauen bei dieser WM - der ein oder andere wohlmeinende Vorschlag über die körperliche Eignung der Torfrau an sich nicht fehlen. Auch Frankreichs Keeperin Berangere Sapowicz wird sich diesen Diskussionen stellen müssen, insbesondere nach dem zwischenzeitlichen 0 – 2 aus französischer Sicht, als ein Kopfball von Inka Grings an Berangere vorbei ins Tor zischte. Denn unhaltbar schien der Ball nicht. Woran also lag es? Fehlte es der französischen Keeperin hier an Sprungkraft, Körpergröße oder gar beidem? Hatten die sogenannten Experten Recht, die Torgrößen forderten, die der weiblichen Anatomie auch Genüge tun würden? Oder war der Kopfball einfach nur zu scharf und gut platziert gewesen?

Was bei dieser Diskussion jedoch gerne übersehen wird, ist die Tatsache, dass die Probleme der Torfrauen nicht auf der Linie, sondern davor liegen. In der Strafraumbeherrschung, dem Antizipieren des Spielgeschehens, oder - zusammengefasst – im modernen Spiel, welches bei den Männern von Edwin van der Saar oder auch Manuel Neuer vorexerziert wird. Insbesondere hier bewies auch Sapowicz ihre Schwächen. Wirkte sie beim 0 – 1 viel zu unentschlossen, war auch der verschuldete Elfmeter Konsequenz dieser Schwäche. Ein Problem, welches auch bei vielen ihrer Kolleginnen zu beobachten war während dieser WM. Anstatt also sich über die neuen Maße für das „Lady-Tor“ Gedanken zu machen, sollte viel eher dieser Lapsus angegangen werden. Denn der hat sicherlich nichts mit der weiblichen Anatomie zu tun.

Sapowicz bekam für das Foul an Bajramaj letztlich die Rote Karte und wurde darauf von Celine Deville ersetzt.

Celine Deville / Frankreich

In der 68. Minute eingewechselt und gleich mit einem Elfmeter zum Warmwerden konfrontiert. Da gibt’s Einfacheres. Grings verwandelte und Deville war geschlagen. Auch danach bekam Deville keine Chance sich auszuzeichnen. Entweder rettete die Latte, das Außennetz oder eine Mitspielerin oder aber die Deutschen zeigten sich zu abgezockt. So hatte Deville keine Chance, als Okoyino da Mbabi aus spitzem Winkel in der 89. Minute zum Endstand einschoss. Aufgrund der Roten Karte für Sapowicz wird Deville dafür im nächsten Spiel Gelegenheit bekommen, zu zeigen, dass Frankreich zwei gute Keeperinnen hat.


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