Donnarummas Gegenüber steht sein großer Vorgänger im eigenen Land, Gianluigi Buffon, der damals die Nummer 1 der Azzurra war, als diese letztmalig vor 12 Jahren bei der WM 2014 in Brasilien teilnahmen. Gleichzeitig ist Buffon auch Stammtorhüter beim letzten Weltmeistergewinn 2006 in Deutschland gewesen. Auch für den 48-jährigen Buffon behält das aktuelle Ausscheiden eine gewisse Tragik, denn als Teamkoordinator hatte er maßgeblichen Anteil am Abschneiden der italienischen Nationalmannschaft. Seine Aufgabe konkret ist dabei, als Bindeglied zwischen Verband, der Mannschaft sowie den Vereinen zu fungieren, um somit auch den Dialog und den ständigen Austausch mit den Vereinen zu halten. Gleichzeitig sollte er der Nationalmannschaft einen vereinsähnlichen Charakter anerziehen.
Das Verpassen der WM-Teilnahme bringt aber auch die Torwart-Legende in arge Erklärungsnot. Sagte er noch unmittelbar nach Abpfiff, dass er mindestens bis zum Sommer weitermachen werde, sofern der Verband ihn auch weiter arbeiten lassen wolle, steht nunmehr auch ein sofortiger Rücktritt zumindest im Raum. Bekannt ist nach derzeitigem Stand allerdings noch nichts. Gleichzeitig forderte bereits die italienische Regierungspartei Lega den sofortigen Rücktritt des Verbandspräsidenten Gabriele Gravina. Die "Gazzetta dello Sport" wiederum forderte den Rauswurf aller Verantwortlichen, einschließlich Buffon, der sich dadurch natürlich harscher Kritik gegenüber sieht.
Sowohl für Donnarumma als auch für Buffon ist die verpasste WM-Teilnahme 2026 jeweils eine bittere Niederlage, wovon sich der aktive Torhüter in den kommenden Jahren aber noch erholen kann. Für Buffon wiederum wird es schwierig, dieses Scheitern mit weiteren Aufgaben im Fußball noch einmal vergessen zu machen. Ursprünglich wurde Buffon zum Teamkoordinator gemacht, um die Squadra Azzurra wieder zur WM-Teilnahme zu führen. Diesen Makel wird er aber wohl kaum noch ausmerzen können, sodass das Vermächtnis Buffons einen markanten Kratzer bekommt. Donnarumma hingegen arbeitet noch an ähnlichen Meriten. Die Zukunft wird zeigen, ob er sich noch in die Liste der ganz großen Torhüter der Fußball-Historie wird hineinarbeiten können.
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