Das Torwart- und Fußballportal
  TORWART.DE ONLINE-SHOP Torwarthandschuhe von adidas, Reusch, Uhlsport, NIKE, Puma, Jako, Derbystar, Erima, Sells, Selsport, Storelli, McDavid, Under Armour, Lotto, TW1!
torwart.de-Shop:Torwarthandschuhe, Torwartausrüstung
torwart.de-Shop:Torwarthandschuhe, Torwartausrüstung
 


Home > Magazin > torwart.de-kompakt 25/26 > International > Bitterer Abend für Donnarumma und Buffon

Bitterer Abend für Donnarumma und Buffon

Historisches Scheitern: Italien verpasst die Weltmeisterschaft 2026

Autor: T. Rübe - 02.04.2026

Dieses Scheitern ist beinahe schon historisch. Italien scheitert im Play-off-Finale an Bosnien-Herzegowina tragisch und dramatisch im Elfmeterschießen. Damit fehlt die Squadra Azzurra zum dritten Mal in Folge bei der Weltmeisterschaft. Das Spiel als solches war an Toren eher spärlich. Sowohl nach 90 als auch nach 120 Minuten stand es 1:1. So ging es ins Elfmeterschießen und dennoch gab es einige Geschichten auf dem Platz vor dem finalen Showdown.

Die italienische Führung durch Moise Kean war begünstigt von einem Fehler von Nikola Vasilj, der im Spielaufbau einen katastrophalen Fehlpass spielte, wodurch der Torschütze letztlich wohl nur noch abstauben musste. Danach kam von den Italienern allerdings relativ wenig. In der 40. Minute wiederum musste Alessandro Bastoni nach einer Notbremse mit Rot vom Platz. Nach der Pause wurden die Bosnier etwas stärker und kamen nunmehr zu ersten guten Möglichkeiten, doch war Gianluigi Donnarumma jeweils auf dem Posten. Machtlos war er letztlich beim Ausgleichstreffer von Haris Tabaković in der 79. Minute, nachdem er noch unmittelbar zuvor einen Kopfball von Edin Dzeko stark parierte, beim Abstauber aber chancenlos war. So kam es zur Verlängerung, die relativ ereignislos blieb, wodurch die Entscheidung im Elfmeterschießen zugunsten der Gastgeber fiel. Salvatore Esposito mit dem ersten Versuch und als dritter Schütze Bryan Cristante verschossen für die Italiener.

Eklat im Elfmeterschießen: Donnarumma verliert die Nerven

Im Elfmeterschießen verlor Gianluigi Donnarumma wiederum komplett die Nerven. Nachdem er sich bereits beim Platzverweis von Bastoni vehement auch außerhalb seines Strafraums beschwerte und im weiteren Verlauf der Partie noch die Gelbe Karte kassierte, brannten bei ihm im Elfmeterschießen völlig die Sicherungen durch. So zerriss er kurzerhand einen Spickzettel seines Gegenübers, was vor allem auch medial wenig positiven Anklang fand. Dabei ist die Aktion bei Donnarummas Hintergrund durchaus ein wenig zu verstehen, denn zwar gewann er 2021 mit der italienischen Nationalmannschaft den Europameistertitel, eine Teilnahme an der WM blieb ihm allerdings bisher verwehrt.

Das bedeutet gleichzeitig aber auch, dass der mittlerweile 27-Jährige bisher nicht in die Phalanx der ganz großen Torhüter der Fußballgeschichte einziehen konnte. Zwar galt er bereits als Teenager als eines der größten Torwarttalente der Geschichte und setzte sich auch schnell und nachhaltig in der derzeitigen Weltspitze fest, doch fehlt ihm der letzte Punkt bisher zu einer absoluten Ausnahme-Karriere. Eine WM-Teilnahme kann der Torhüter bislang nicht nachweisen und dies wird auch zumindest vier weitere Jahre andauern. Dabei befindet er sich in Gesellschaft von beispielsweise Ryan Giggs, George Best oder auch George Weah. Die genannten Feldspieler aber hatten das Schicksal, dass sie mit großem Abstand die besten Spieler ihrer Nation waren. Bei der Squadra Azzurra jedoch handelt es sich um ein Team von Spielern internationalen Formats.

Donnarummas Gegenüber steht sein großer Vorgänger im eigenen Land, Gianluigi Buffon, der damals die Nummer 1 der Azzurra war, als diese letztmalig vor 12 Jahren bei der WM 2014 in Brasilien teilnahmen. Gleichzeitig ist Buffon auch Stammtorhüter beim letzten Weltmeistergewinn 2006 in Deutschland gewesen. Auch für den 48-jährigen Buffon behält das aktuelle Ausscheiden eine gewisse Tragik, denn als Teamkoordinator hatte er maßgeblichen Anteil am Abschneiden der italienischen Nationalmannschaft. Seine Aufgabe konkret ist dabei, als Bindeglied zwischen Verband, der Mannschaft sowie den Vereinen zu fungieren, um somit auch den Dialog und den ständigen Austausch mit den Vereinen zu halten. Gleichzeitig sollte er der Nationalmannschaft einen vereinsähnlichen Charakter anerziehen.

Das Verpassen der WM-Teilnahme bringt aber auch die Torwart-Legende in arge Erklärungsnot. Sagte er noch unmittelbar nach Abpfiff, dass er mindestens bis zum Sommer weitermachen werde, sofern der Verband ihn auch weiter arbeiten lassen wolle, steht nunmehr auch ein sofortiger Rücktritt zumindest im Raum. Bekannt ist nach derzeitigem Stand allerdings noch nichts. Gleichzeitig forderte bereits die italienische Regierungspartei Lega den sofortigen Rücktritt des Verbandspräsidenten Gabriele Gravina. Die "Gazzetta dello Sport" wiederum forderte den Rauswurf aller Verantwortlichen, einschließlich Buffon, der sich dadurch natürlich harscher Kritik gegenüber sieht.

Sowohl für Donnarumma als auch für Buffon ist die verpasste WM-Teilnahme 2026 jeweils eine bittere Niederlage, wovon sich der aktive Torhüter in den kommenden Jahren aber noch erholen kann. Für Buffon wiederum wird es schwierig, dieses Scheitern mit weiteren Aufgaben im Fußball noch einmal vergessen zu machen. Ursprünglich wurde Buffon zum Teamkoordinator gemacht, um die Squadra Azzurra wieder zur WM-Teilnahme zu führen. Diesen Makel wird er aber wohl kaum noch ausmerzen können, sodass das Vermächtnis Buffons einen markanten Kratzer bekommt. Donnarumma hingegen arbeitet noch an ähnlichen Meriten. Die Zukunft wird zeigen, ob er sich noch in die Liste der ganz großen Torhüter der Fußball-Historie wird hineinarbeiten können.


Kommentare (0)

Keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

© 1999-2026 torwart.de - Impressum

TIP A FRIEND SITEMAP TORWART.DE _Sitemap _oben

Um unsere Website laufend zu verbessern, verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos