Der Held von 1994: Der Kapitän führt Bulgarien ins Halbfinale
Zu diesem Zeitpunkt war der damals 31-Jährige Kapitän der bulgarischen Nationalmannschaft und führte die Mannschaft letztlich ins Halbfinale. Schon im Achtelfinale gegen Mexiko war der Keeper entscheidend, als er zwei Elfmeter parierte und dadurch letztlich der Garant für das Erreichen des Viertelfinales gegen Deutschland war. Die deutsche Mannschaft, die bis dahin nicht richtig ins Rollen kam, war allein aufgrund des Weltmeistertitels von 1990 und der individuellen Klasse der große Favorit. Kurz nach der Halbzeit ging der Favorit auch durch einen Elfmeter von Matthäus in Führung. Die Bulgaren drehten die Partie jedoch durch die Treffer der Stars Hristo Stoitschkow und Jordan Letschkow. Bis heute werden die beiden Torschützen als die großen bulgarischen Helden des besten Abschneidens bei einer Weltmeisterschaft verehrt. Der Torhüter bestritt bei diesem Turnier alle sieben Spiele.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Michajlow auch im Viertelfinale eine starke Leistung zeigte und zahlreiche Paraden verbuchte. Darüber hinaus war der 102-malige bulgarische Nationalspieler an diesem Tag in East Rutherford mit dem Aluminium im Bunde. Bis 1996 war der Keeper Stammkraft in der Nationalmannschaft und führte die Mannschaft 60-mal als Kapitän aufs Feld – bis heute Rekord. Das letzte Länderspiel bestritt er schließlich 1998. Dabei war es beim 2:0-Sieg gegen Algerien in seiner Geburtsstadt noch einmal ein echtes Heimspiel. Zudem stand er auch noch im Alter von 35 Jahren im Kader der bulgarischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Frankreich, blieb dort aber ohne Einsatz.
Ein Jahr später endete die aktive Karriere Michajlows. Ab 2001 war er Vizepräsident des bulgarischen Fußballverbandes, ab 2005 fungierte er im Amt des Präsidenten des nationalen Verbandes. Bis 2019 war er dabei der höchste Fußball-Funktionär in Bulgarien, prägte wie bereits zu seiner aktiven Zeit eine weitere Ära und war zeitweise auch Teil des Exekutivkomitees der UEFA. Im vergangenen Jahr erlitt er einen schweren Schlaganfall und lag seitdem im Koma. An dessen Folgen verstarb nun der Torhüter, der bis 2011 der bulgarische Rekord-Nationalspieler war. Der Verband ehrte seinen ehemaligen Präsidenten als „Legende des bulgarischen Fußballs“.
Michajlow war zudem Teil einer Torhüter-Dynastie. Sowohl sein Vater Bisser als auch sein Sohn Nikolaj Michajlow waren Nationaltorhüter. Der Tod von Borislav Michajlow stellt einen großen Verlust für den bulgarischen Fußball dar, denn er war einer der Helden, als das 6-Millionen-Einwohner-Land den vierten Platz bei einer Weltmeisterschaft erreichte und damit das beste Ergebnis bei einem Turnier erzielte. Im eigenen Land wird Borislav Michajlow aufgrund der eigenen Karriere, aber auch als Teil einer der größten Fußballer-Familien, immer eine Legende sein.
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