Im Sommer ging eine Ära zu Ende: Kevin Trapp verließ Eintracht Frankfurt und schloss sich dem Paris FC an. Für Trapp, der bereits zwischen 2015 und 2018 für Paris Saint-Germain spielte, war es eine Rückkehr in die französische Hauptstadt und auch fast an alte Wirkungsstätte, denn die Stadien der beiden Klubs befinden sich in unmittelbarer Nähe. Der jetzige Klub des neunmaligen deutschen Nationaltorhüters besitzt bei Weitem nicht die Strahlkraft des französischen Serienmeisters, ist aber hoch ambitioniert. Große Anteilseigner des Klubs sind Red Bull und zuvorderst die Familie Arnault, Eigentümer des Luxus-Konglomerats LVMH.
In Paris ist der 35-Jährige allerdings wie abgesprochen die eigentliche Nummer 2. In erster Linie soll er als erfahrener Routinier agieren und den jungen Stammtorhüter Obed Nkambadio unterstützen. Dass er die Rolle ausfüllen kann und will, hat er auch in einem anderen Zusammenhang gezeigt, wie er vor Kurzem im "KMD"-Podcast bestätigte. So hatte er mit seinem ehemaligen Konkurrenten im Frankfurter Tor, Kaua Santos, Kontakt, nachdem dieser den Posten der Nummer 1 in Frankfurt nach wenigen Spielen wieder verlor: "Ich hatte nach dem Freiburg-Spiel kurz Kontakt, habe mit ihm gesprochen. Er macht eigentlich einen guten Eindruck. (...) So wie ich Kaua kenne, wird er sich aber davon befreien und aus dieser Situation wieder herauskommen."
Bisher teilen sich also Santos und Trapp dieses Schicksal, doch offenbar findet in Paris allmählich ein Umdenken statt, denn mit 15 Punkten nach 14 Spielen befindet sich der Aufsteiger im Abstiegskampf. Nkambadio spielte bislang in dieser Saison elfmal, kassierte dabei 20 Gegentore bei einer weißen Weste. Eine weiße Weste hat auch Trapp bereits in seinen drei Einsätzen in der Ligue 1 vorzuweisen. So spielte er im Auswärtsspiel gegen die AS Monaco, welches der Gast überraschend mit 0:1 gewinnen konnte. Trapp zeigte eine herausragende Leistung, welche Cheftrainer Stéphane Gilli nachhaltig beeindruckt zu haben scheint.
Auch wenn das folgende Spiel gegen Lille verloren ging, wird wohl weiterhin Kevin Trapp spielen, wie der Trainer gegenüber "RMC Sport" erklärte: "Ich habe oft gesagt, dass ich zwei gute Torhüter habe, zwei sehr gute Torhüter. Sie haben unterschiedliche Profile. Obed ist jung, er ist ein Junge mit vielen Qualitäten. Er hat einen guten Saisonstart in der Ligue 1 hingelegt. Kevin hat etwas mehr Erfahrung, vielleicht etwas mehr Reife in Bezug auf die aktuelle Situation." Als Strafe für Nkambadio will der Trainer seine Entscheidung nicht interpretiert sehen. Vielmehr geht es um eine Anpassung an die derzeitige Situation. Eine ähnliche Argumentation hatte Frankfurts Dino Toppmöller auch verwendet, als er Kaua Santos wieder aus dem Tor nahm.
Der Pariser Kapitän Timothée Kolodziejczak zeigte wiederum Verständnis für alle Beteiligten: "Obed muss noch alles lernen. Er ist frustriert, weil er ein Kämpfer ist. Aber er darf sich davon nicht aufhalten lassen, er wird seine Chance bekommen. Der Trainer trifft Entscheidungen und Kevin bringt seine Erfahrung ein – er ist immer zur Stelle."
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