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Eintracht Frankfurt: Kevin Trapp auf dem Prüfstand

Bei der Eintracht ist man sich um Trapp nicht mehr ganz sicher

Autor: T. Rübe - 09.07.2024

Die Europameisterschaft neigt sich dem Ende zu, viele Nationalspieler werden noch einige Zeit im Urlaub verbringen, doch beginnt bei den meisten Bundesliga-Klubs die Vorbereitung auf die neue Saison. Bei Eintracht Frankfurt wird es nun zu einem kleinen Novum kommen, denn das erste Mal seit seiner Rückkehr im Jahr 2018 wird Kevin Trapp schon zu Vorbereitungsbeginn am Training bei der Eintracht teilnehmen. Dies liegt daran, dass Kevin Trapp kurz vor der Europameisterschaft den erneuten Sprung in den DFB-Kader nicht geschafft hat. Bundestrainer Julian Nagelsmann sah vor der Frankfurter Galionsfigur gleich fünf andere Torhüter: Manuel Neuer, Marc-André Ter Stegen, Bernd Leno, der aufgrund einer Verletzung ausfiel und Alexander Nübel.

Rückschlag für Trapp

Für Trapp war dies ein enormer Rückschlag, denn seit Jahren war es erst die zweite richtige Ausbootung. Lediglich im Oktober 2021 wurde er kurzerhand vom damaligen Bundestrainer Hansi Flick außen vorgelassen, denn Trapp befand sich damals in einer veritablen Schaffenskrise. Nach seiner Ausbootung vor fast drei Jahren schwang sich der Frankfurter Torhüter zu seiner besten Phase seiner Karriere auf und trug seinen Klub bis zum Gewinn der Europa League. Doch von diesen Sphären waren sowohl Klub als auch Torhüter in der vergangenen Saison deutlich entfernt, für die eigenen Ansprüche sogar viel zu weit. Die Eintracht spielte zumeist wie eine graue Maus. Dass es dennoch für Rang 6 gereicht hat, sorgte vor allem in Frankfurter Fan-Kreisen für einige Verwunderung. Die Basis für eine Saison, die niemand der Eintracht für wirklich richtig gut befunden hat, lag vor allem an der Spielweise. Die Mannschaft sollte vor der Saison weg vom klassischen Umschalt-Fußball und näher zu einem am Ballbesitz orientierten Fußball gebracht werden, doch wirklich erfolgreich war diese Metamorphose bisher nicht.

Infos zu Kevin Trapp:
  • Nationalität: Deutschland
  • Geburtstag: 8. Juli 1990 (34)
  • Verein: Eintracht Frankfurt (seit 2018)
  • Größe (cm): 189
  • Gewicht (kg): 88
  • Ehemalige Vereine: 1. FC Kaiserslautern (2005-2012), Eintracht Frankfurt (2012-2015), Paris St. Germain (2015-2018), Eintracht Frankfurt (2018-)
  • Bundesligaspiele: 299

Probleme in der Spieleröffnung

Was hierbei auch sehr auffällig war: Kevin Trapp konnte seine bisherige Spieleröffnung nicht dergestalt anpassen, als dass sie zur neuen Herangehensweise passen würde. Trapp operierte weiterhin mit vielen langen Schlägen, die überdies zu häufig im Seitenaus oder aber beim Gegner landeten. Zu mehr Spielkontrolle kann so ein Spielaufbau des Torhüters nicht beitragen. Darüber hinaus aber war nicht nur Trapps Spieleröffnung nicht auf dem optimalen Level. In der Betrachtung der Fähigkeiten auf der Linie war Trapps Performance im Jahr 2022 bis ins Frühjahr 2023 noch einmal über der letzten Saison anzusiedeln. In vielen Statistiken bezüglich der klassischen Zielverteidigung rangierte der Keeper lediglich im grauen Mittelmaß der Bundesliga. Für einen designierten Nationaltorhüter war das natürlich deutlich zu wenig, das wird auch im Klub ähnlich betrachtet.

Schwierigkeiten in der Raumverteidigung

Dabei ist die Zielverteidigung eigentlich die Paradedisziplin des 1,89 m großen Torhüters. Was wiederum nicht zwingend dazugehört, ist die Raumverteidigung mit der damit verbundenen Strafraumbeherrschung. Seit jeher bleibt Trapp bei Hereingaben gern eher auf der Linie. Mutiges Herauskommen ist nicht das bevorzugte Mittel der Wahl, was wohl auch an der Ausbildung unter dem ehemaligen Lauterer Torwarttrainer Gerri Ehrmann liegt. Äußerst mutige Keeper nicht aus der Schmiede von Ehrmann, was den Wert seiner Arbeit aber nicht schmälern soll. Unter den heutigen Gesichtspunkten aber ist das nicht immer das, was nunmehr von vielen Trainern gewünscht ist. Daher war auch die neuerliche Nichtberücksichtigung für die Nationalmannschaft nicht wirklich überraschend. Sie war zweifelsohne schmerzlich für den Torwart, doch nichts, womit niemand wirklich rechnen konnte.

Zweifel und neue Anforderungen

Doch nicht nur beim DFB gab es nun Zweifel an der aktuellen Qualität vom gebürtigen Saarländer. Auch in Frankfurt mehren sich die Stimmen, die die jahrelange Nummer 1 vermehrt in Frage stellen. Das liegt zum einen an den Leistungen des vergangenen Jahres, als am Profil des Torhüters, der pünktlich zum Trainingsauftakt am Montag seinen 34. Geburtstag feierte und zum anderen auch am Anforderungsprofil, was die Eintracht sich in Zukunft vorstellt. Von Kevin Trapp wird nunmehr im leicht fortgeschrittenen Torwartalter verlangt, möglichst seinen Stil ein Stück weit zu modifizieren und darüber hinaus noch einmal auf sein absolutes Maximum zu kommen. Das Trainingsprogramm für ihn war daher in der nunmehr beendeten Urlaubsphase dem Vernehmen nach deutlich härter, als er es in den letzten Jahren gewohnt war.

Zukunftsperspektiven mit Kaua Santos

Gleichsam möchte der Verein Talent Kaua Santos verstärkt als zukünftige Nummer 1 aufbauen. Bislang absolvierte der junge Brasilianer, für den der Klub vor einem Jahr rund 1,5 Millionen in dessen Heimat überwies, lediglich 13 Partien in der Regionalliga mit insgesamt 17 Gegentreffern. Den uneingeschränkten Stammplatz hatte der 21-Jährige in der Regionalliga nicht, darauf ist die zweite Mannschaft der Hessen auch nicht ausgelegt- es geht vielmehr um die Talent-Entwicklung. Vom 1,96 m großen brasilianischen Junioren-Nationaltorwart ist der Klub überdies überzeugt, man sieht in ihm nach Diant Ramaj das nächste Top-Talent, was man ausbilden und schleifen kann. Bis 2028 besitzt Santos, der bisher die Nummer 3 hinter Trapp und Ersatzmann Jens Grahl war, ein gültiges Arbeitspapier. Er gilt als sehr mutiger Torhüter, der Risiko geht, auch mal bei Hereingaben das Abfangen forciert und auch den Fuß für eine offensive Spieleröffnung besitzt. Frankfurts Torwarttrainer Jan Zimmermann ergänzte gegenüber der "Frankfurter Rundschau": “Er beherrscht seinen Strafraum und was mich bei jedem Torwart begeistert: Er hält Bälle.”

Herausforderungen und Erwartungen

Der nächste Schritt für den brasilianischen U20-Kapitän aber wird sein, den Status der dauerhaften Nummer 2 zu erlangen. Daher soll er auch vermehrt in Testspielen zum Einsatz kommen. Die offene Herausforderung an Kevin Trapp kommt aber noch deutlich zu früh, doch das ist auch noch nicht angedacht, denn Trapp besitzt noch bis 2026 einen gültigen Kontrakt und ist nach dem Wegbrechen von den Führungsspielern Hasebe und Rode- beide beendeten Ihre Karriere nach der letzten Saison- einer der Stützpfeiler eines ansonsten jungen Teams, da Sportvorstand Markus Krösche zusammen mit Cheftrainer Dino Toppmöller auf ein sehr talentiertes aber eben auch sehr junges Team setzt. Erfahrung in dieser Konstellation ein sehr kostbares Gut. Einen erfahreneren Spieler als Trapp gibt es in den Frankfurter Reihen kaum. Auf absolutem Top-Niveau kann gerade noch Mario Götze mit dem Torhüter mithalten. Außerdem hat der Klub über Jahre hinweg die Mannschaft ein Stück weit um Kevin Trapp herum gebaut. Einen kompletten Paradigmenwechsel kann man diesbezüglich in relativ kurzer Zeit nur sehr schwer umsetzen, sodass es für die Hessen im Grunde genommen unabdingbar ist, weiter auf Trapp zu bauen, der aber wiederum dazu angehalten ist, sein volles Potenzial abzurufen. Ein mögliches Hemmnis konnte der Torwart in seinem Urlaub nun dem Vernehmen nach beheben. Bisweilen plagte sich Trapp in der vergangenen Spielzeit mit gravierenden Rückenproblemen herum. Diese sollen jetzt aber der Vergangenheit angehören.


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