Es erfolgte wenig später der Wechsel zurück nach Deutschland zu Arminia Bielefeld. Von da an gehörte Koch bis 2007 im positivsten Sinne zum Inventar in der Ersten und Zweiten Liga. Insgesamt absolvierte der Keeper 213 Spiele in der Bundesliga und 165 Spiele in der 2. Bundesliga. Er spielte nach seiner Zeit in Bielefeld, die 2000 endete, noch für den 1. FC Kaiserslautern, den MSV Duisburg und Energie Cottbus. Gerade in Duisburg war er von Beginn an ein absoluter Publikumsliebling, zwei Jahre hintereinander "Spieler der Saison" bei den Zebras und zeitweise auch Mannschaftskapitän. In Kaiserslautern soll er einem bis heute unbestätigten Gerücht zufolge dem damaligen Trainer Otto Rehhagel einen gewissen Miroslav Klose empfohlen haben – zumindest ihn in die erste Mannschaft zu holen. Der Rest ist Geschichte.
Spät in seiner Karriere gewann er noch das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg. Dieses erreichte er gemeinsam mit einem jungen Luka Modrić in der Saison 2007/2008 mit Dinamo Zagreb. Nach einem Jahr in Kroatien ging es für Koch zu Rapid Wien, wo er infolge eines neben ihm explodierten Böllers ein Knalltrauma erlitt und dadurch immer wieder mit Gleichgewichtsproblemen zu kämpfen hatte. Seine Karriere konnte er nicht mehr fortführen und war später noch als Torwarttrainer aktiv, doch wirklich lange blieb er nirgends. Seine letzte Station als Torwarttrainer hatte Koch bei Viktoria Köln bis 2023.
Im selben Jahr erhielt er die niederschmetternde Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs – eine der härtesten Tumorerkrankungen überhaupt. Die Ärzte gaben ihm zum damaligen Zeitpunkt nur noch wenige Monate Lebenszeit. Koch aber kämpfte gegen die schwere Krankheit an, wenngleich er wusste, dass seine Überlebenschancen verschwindend gering waren. Im Jahr 2024 machte er die Diagnose gegenüber der "BILD" öffentlich und setzte sich fortan auch für krebskranke Kinder ein. So fand noch einmal ein Benefiz-Spiel statt, dessen Erlöse der Kinderkrebshilfe zugutekamen.
Er selbst verlor nie seine Zuversicht, obwohl er auch zugab, an manchen Tagen sehr traurig über sein Schicksal zu sein. Dennoch gab er zu bedenken, dass er ein deutlich besseres Schicksal als krebskranke Kinder habe, denn er konnte ein gutes Leben führen und sein früheres Einkommen habe ihm auch in den letzten Monaten geholfen. Kinder wiederum hätten nicht die Chance auf ein erfülltes Leben. Allein dieser Umstand beschreibt Georg Koch sehr treffend. Er war vielleicht nicht immer der einfachste Charakter, wie er auch selbst zugab, aber er war ehrlich und reflektiert. Zudem war er ein typischer Torwart seiner Zeit – verbissen kämpfte er immer und immer wieder, auch wenn es ausweglos schien. Seinen letzten Kampf konnte er nicht gewinnen und dennoch verlor er auch nicht den Blick für andere Menschen mit einem ähnlichen Schicksal.
Kommentare (0)
Keine Kommentare vorhanden!