Das Torwart- und Fußballportal
  TORWART.DE ONLINE-SHOP Torwarthandschuhe von adidas, Reusch, Uhlsport, NIKE, Puma, Jako, Derbystar, Erima, Sells, Selsport, Storelli, McDavid, Under Armour, Lotto, TW1!
torwart.de-Shop:Torwarthandschuhe, Torwartausrüstung
torwart.de-Shop:Torwarthandschuhe, Torwartausrüstung
 


Home > Magazin > torwart.de-kompakt 25/26 > Bundesliga > Georg Koch ist im Alter von 54 Jahren verstorben

Georg Koch ist im Alter von 54 Jahren verstorben

Abschied von einer Torwart-Legende: Georg Koch verstorben 

Autor: T. Rübe - 06.03.2026

Georg Koch ist verstorben. Er erlag einem schweren Krebsleiden am 04.03.2026 im Alter von nur 54 Jahren. Geboren wurde der Torhüter am 03.03.1972 in Bergisch Gladbach und wurde in der Jugend von Bayer 04 Leverkusen ausgebildet, ehe er im Jahr 1990 mit gerade einmal 18 Jahren zur Spielvereinigung Erkenschwick in die damals drittklassige Oberliga wechselte. Dort konnte er in 34 Partien schon derart auf sich aufmerksam machen, dass er nur ein Jahr später zu Fortuna Düsseldorf wechselte.

Koch war zunächst nur die Nummer 2. In der Saison 1991/1992 stieg Fortuna Düsseldorf ab. Er absolvierte sein Debüt im November 1992 gegen den VfL Wolfsburg in der Zweiten Liga und etablierte sich in der Folge als Nummer 1 bei der Fortuna. Den Abstieg in die Drittklassigkeit konnte Koch jedoch nicht verhindern. Gleichzeitig war er dann auch an den kommenden Erfolgen der Düsseldorfer beteiligt. So schaffte es der Klub in den folgenden beiden Spielzeiten mit Koch als Nummer 1 den Durchmarsch in die Bundesliga und er war dabei immer wieder ein starker Rückhalt.

Vor allem auf der Linie war der 1,91 m große Torhüter eine Bank und spielte sich zeitweise auch auf die Liste von Bundestrainer Berti Vogts. Dennoch reichte es für Koch nie für ein Länderspiel, da der Torhüter sich in der Karriereplanung einen kleinen Fehler erlaubte. So wechselte er 1997 zur PSV Eindhoven, geriet aber mit dem legendären Trainer Dick Advocaat aneinander. So forderte der Coach, dass Koch innerhalb von drei Wochen sämtliche Kommandos und Anweisungen auf Niederländisch verstehen sollte. Dieses Unterfangen erwies sich als unmöglich, sodass er nur drei Spiele in der Eredivisie absolvierte. Danach war eine Nominierung für die Nationalmannschaft nie wieder ein Thema.

Es erfolgte wenig später der Wechsel zurück nach Deutschland zu Arminia Bielefeld. Von da an gehörte Koch bis 2007 im positivsten Sinne zum Inventar in der Ersten und Zweiten Liga. Insgesamt absolvierte der Keeper 213 Spiele in der Bundesliga und 165 Spiele in der 2. Bundesliga. Er spielte nach seiner Zeit in Bielefeld, die 2000 endete, noch für den 1. FC Kaiserslautern, den MSV Duisburg und Energie Cottbus. Gerade in Duisburg war er von Beginn an ein absoluter Publikumsliebling, zwei Jahre hintereinander "Spieler der Saison" bei den Zebras und zeitweise auch Mannschaftskapitän. In Kaiserslautern soll er einem bis heute unbestätigten Gerücht zufolge dem damaligen Trainer Otto Rehhagel einen gewissen Miroslav Klose empfohlen haben – zumindest ihn in die erste Mannschaft zu holen. Der Rest ist Geschichte.

Spät in seiner Karriere gewann er noch das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg. Dieses erreichte er gemeinsam mit einem jungen Luka Modrić in der Saison 2007/2008 mit Dinamo Zagreb. Nach einem Jahr in Kroatien ging es für Koch zu Rapid Wien, wo er infolge eines neben ihm explodierten Böllers ein Knalltrauma erlitt und dadurch immer wieder mit Gleichgewichtsproblemen zu kämpfen hatte. Seine Karriere konnte er nicht mehr fortführen und war später noch als Torwarttrainer aktiv, doch wirklich lange blieb er nirgends. Seine letzte Station als Torwarttrainer hatte Koch bei Viktoria Köln bis 2023.

Im selben Jahr erhielt er die niederschmetternde Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs – eine der härtesten Tumorerkrankungen überhaupt. Die Ärzte gaben ihm zum damaligen Zeitpunkt nur noch wenige Monate Lebenszeit. Koch aber kämpfte gegen die schwere Krankheit an, wenngleich er wusste, dass seine Überlebenschancen verschwindend gering waren. Im Jahr 2024 machte er die Diagnose gegenüber der "BILD" öffentlich und setzte sich fortan auch für krebskranke Kinder ein. So fand noch einmal ein Benefiz-Spiel statt, dessen Erlöse der Kinderkrebshilfe zugutekamen.

Er selbst verlor nie seine Zuversicht, obwohl er auch zugab, an manchen Tagen sehr traurig über sein Schicksal zu sein. Dennoch gab er zu bedenken, dass er ein deutlich besseres Schicksal als krebskranke Kinder habe, denn er konnte ein gutes Leben führen und sein früheres Einkommen habe ihm auch in den letzten Monaten geholfen. Kinder wiederum hätten nicht die Chance auf ein erfülltes Leben. Allein dieser Umstand beschreibt Georg Koch sehr treffend. Er war vielleicht nicht immer der einfachste Charakter, wie er auch selbst zugab, aber er war ehrlich und reflektiert. Zudem war er ein typischer Torwart seiner Zeit – verbissen kämpfte er immer und immer wieder, auch wenn es ausweglos schien. Seinen letzten Kampf konnte er nicht gewinnen und dennoch verlor er auch nicht den Blick für andere Menschen mit einem ähnlichen Schicksal.


Kommentare (0)

Keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

© 1999-2026 torwart.de - Impressum

TIP A FRIEND SITEMAP TORWART.DE _Sitemap _oben

Um unsere Website laufend zu verbessern, verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos