Es hatte sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet – jetzt ist der Transfer von Daniel Peretz fix. Der 25-Jährige bricht die Leihe beim Hamburger SV vorzeitig ab und wechselt sofort zum FC Southampton. Beim englischen Zweitligisten unterschreibt der israelische Nationaltorhüter einen Vertrag bis zum Sommer. Der Klub wiederum besitzt eine Kaufoption, um den Torhüter anschließend fest verpflichten zu können.
Damit endet für Klub und Spieler eine Halbserie voller Missverständnisse. Peretz wechselte im vergangenen Sommer auf Leihbasis zum Bundesliga-Aufsteiger, um dort regelmäßige Spielpraxis zu sammeln und sich möglicherweise für Höheres bei seinem Stammverein, dem FC Bayern München, zu empfehlen. Als Peretz an die Säbener Straße wechselte, war sein Ansinnen, Nachfolger des großen Manuel Neuer zu werden, doch gelang ihm das zu keiner Zeit, wenngleich er in seinen wenigen Einsätzen einen guten Eindruck hinterlassen konnte. Nachdem aber im Januar 2025 Jonas Urbig noch zu den Bayern kam, war Peretz fortan nur noch die Nummer 3, sodass er bereits im Winter den Klub verlassen wollte, was aber auch aufgrund einer Rippenverletzung nicht realisiert werden konnte.
Leihe im Sommer zum HSV
Im Sommer folgte dann der Wechsel, doch konnte sich Peretz bei den Rothosen nicht durchsetzen und wurde dort zum Backup von Stammtorhüter Daniel Heuer Fernandes, der sich nach einer kleinen Schwächephase auch wieder stabilisieren konnte, wenngleich er nicht zu den besten Torhütern der bisherigen Saison gehört. In den vergangenen Monaten sprach die Leihgabe aber bereits offen über einen vorzeitigen Abschied, da er nach eigener Aussage auch fest davon ausgegangen war, beim HSV die klare Nummer 1 zu sein. Mehr als zwei Einsätze im Pokal konnte er aber nicht verzeichnen.
Nach "BILD"-Informationen gab es bereits vor Weihnachten zwischen den Bayern und dem HSV die mündliche Vereinbarung, dass Peretz den Klub bereits im Winter verlassen könnte. Der Israeli wiederum zeigte sich bisher aber auch als durchaus streitbarer Charakter. Nicht nur, dass er öffentlich mehr Spielzeit forderte – vielmehr boykottierte er nach dem Jahreswechsel alle Mannschaftseinheiten mit der Begründung, dass er sich nicht in der Lage sehe, am Mannschaftstraining teilzunehmen. Stattdessen arbeitete er individuell im Kraftraum.
HSV auf der Suche nach einer neuen Nummer 2
Nun aber bekommt der Keeper mit dem Wechsel nach England seinen Willen, was aber auch für die Bayern und den HSV noch Konsequenzen hatte. Die Bayern mussten dem Bundesliga-Konkurrenten zusichern, dass die Leihgebühr geringer ausfiele als ursprünglich für die Halbserie vertraglich vereinbart. Zeitgleich musste nun der FC Southampton einen höheren Betrag zahlen. Parallel brauchen die Hamburger nun dringend eine neue Nummer 2. Diese wurde bisher noch nicht gefunden. Daher wird sich in den kommenden Wochen noch ein Transfer ergeben müssen, denn eine starke Nummer 2 für den Ernstfall wird für den HSV im Kampf um den Klassenerhalt zwingend benötigt.
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