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Manuel Neuer wird 40

40 Jahre Manuel Neuer: Die Ära des “falschen” Liberos

Autor: T. Rübe - 27.03.2026

Am 27.03.1986 erblickte Manuel Neuer in Gelsenkirchen das Licht der Welt. Damals, vor nunmehr 40 Jahren, erahnte niemand, dass das gerade neugeborene Kind einmal Fußballgeschichte schreiben würde. Das mag pathetisch klingen, doch nach nunmehr über 20 Jahren Profikarriere mit unzähligen Titeln ist es nicht von der Hand zu weisen, dass der Torhüter eine beeindruckende Laufbahn vorzuweisen hat.

Einige Anekdoten sind legendär, denn bis zu seinem 14. Lebensjahr spielte er neben dem Fußball auch noch Tennis und wurde einst von keinem Geringeren als Boris Becker dabei maßgeblich beeinflusst. Bis heute ist er Mitglied beim Tennis-Club Gold-Weiß Gelsenkirchen. Letztlich entschied er sich aber für den Fußball – eine Leidenschaft, die er mit seinem älteren Bruder Marcel teilt. Dieser war als Schiedsrichter für den FC Schalke 04 aktiv und ist immer noch mit dem Schiedsrichterwesen verbunden. Für Manuel Neuer wäre es aber beinahe gar nicht zu der großen Karriere gekommen, denn in der Jugend stand er auf dem Prüfstand. Zwar zeigte der Torhüter, der bereits 1991 Königsblau beigetreten war, große Anlagen, doch wäre er wohl nicht weiter gefördert worden, wenn ein notwendiger Wachstumsschub nicht noch eingesetzt hätte.

Aber die körperliche Größe stellte sich noch ein, 1,93 m misst er heute. Ab der Saison 2005/2006 stand er im Schalker Profikader und im August 2006 absolvierte Neuer in Aachen seinen ersten Pflichtspieleinsatz für die erste Mannschaft des Klubs. Wenig später stieg er komplett zur Schalker Nummer 1 auf, während der bisherige Stammtorhüter Frank Rost beim damaligen Trainer Mirko Slomka in Ungnade fiel und den Klub wenig später verließ.

Früh zeigte sich die spektakuläre Spielweise Neuers, mit der er auf Schalke für Furore sorgte und im Sommer 2011 zum FC Bayern München wechselte. Zu diesem Zeitpunkt war der damals 25-Jährige bereits Stammtorhüter der deutschen Nationalmannschaft und eine absolute Größe im deutschen Fußball. Dennoch stieß der Torwart auf hochemotionale Gegenwehr, als sich der Transfer anbahnte. Bis heute sind die „Koan Neuer“-Plakate berühmt und bekannt.

Was aber in den kommenden eineinhalb Dekaden passierte, ist etwas ganz Besonderes. Der Torhüter wurde zu einem der prägendsten Akteure der Geschichte. Sein Spielstil als „falscher Libero“ ist bis heute „State of the Art“. Heute ist es im Grunde genommen die Aura des Manuel Neuer, die auf dem Platz omnipräsent ist und den Gegner allein durch seine Präsenz einschüchtert – auch mit 40 Jahren. Für viele ist er immer noch einer der besten Torhüter der Welt, oder wie Andreas Köpke es ausdrückt: „Das Torwartspiel, das er hat, da gibt es keinen Zweiten. Vor allem in Deutschland nicht. Es gibt andere gute Torhüter auf der Welt. Aber er gehört immer noch zu den Top-Torhütern.“ Zusätzlich fügte er an: „Man hat immer dieses Algerien-Spiel bei der WM 2014 vor Augen. Da hat er ja eigentlich Libero gespielt. Da hat er als Torwart die Bälle außerhalb des Strafraums abgelaufen. Er hat das Torwartspiel auf ein anderes Niveau gehoben.“ Auch Deutschlands aktuelle Nummer 1, Oliver Baumann, adelte den Torhüter noch einmal und sagte, dass er nicht wie Neuer spielen könne, da er schlichtweg die Fähigkeiten dazu nicht habe.

Der ehemalige deutsche Bundestorwarttrainer wünscht sich, dass Neuer noch ein Jahr weitermacht. Gleichzeitig scheint immer noch nicht sicher zu sein, ob Neuer seinen im Juni auslaufenden Vertrag bei den Bayern noch einmal verlängern wird. In der aktuellen Saison fällt er wiederholt mit einer Muskelblessur aus und braucht nun merklich länger, um zu regenerieren. Anders als noch 2020, als Alexander Nübel als der designierte Nachfolger verpflichtet wurde, zeigt sich Neuer nun auch bereit, Spiele abzugeben, um Jonas Urbig die entsprechende Spielpraxis zu ermöglichen, damit dieser sich weiterentwickeln kann.


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