Der 28.06.1959 war der Tag, an dem Legenden für die Ewigkeit entstanden. Vielleicht nicht für eine Nation oder die ganze Welt, aber für Eintracht Frankfurt bleibt dieser Tag bis heute etwas Besonderes. An diesem Tag feierten die Hessen ihren bis heute einzigen Meistertitel. Ausgerechnet gegen den großen Rivalen, Kickers Offenbach, wurde die Eintracht damals Meister. Es war die Geburtsstunde der legendären Meister-Elf der Hessen, die im Jahr darauf auch noch im sogenannten Jahrhundert-Spiel des Europapokals der Landesmeister stand.
Im Glasgower Hampden Park vor offiziell 127.000 Zuschauern – inoffiziell wird sogar bis heute von bis zu 135.000 Zuschauern gesprochen – gingen die Frankfurter sogar in Führung. Doch dann drehten die Königlichen von Real Madrid mit Legenden wie Alfredo Di Stéfano, Ferenc Puskás oder José Santamaría die Partie und gewannen in einem mitreißenden Spiel mit 7:3. Das Ergebnis war aus Frankfurter Sicht fast zweitrangig. Man stand gegen das große Real Madrid im Finale, nachdem man im Halbfinale die favorisierten Glasgow Rangers ausgeschaltet hatte.
Ein elementarer Bestandteil der ersten richtig glorreichen Frankfurter Mannschaft war Torhüter Egon Loy. Der „schwarze Panther“, wie er genannt wurde, ist nun am 15.05.2026 gestorben – einen Tag nach seinem 95. Geburtstag. Das gaben die Hessen am Wochenende bekannt. Der großgewachsene Torhüter war einer der letzten vier lebenden Spieler der Frankfurter Meistermannschaft von 1959. Gleichzeitig geht damit die erste Frankfurter Torwart-Legende von der Bühne.
Geboren wurde Loy am 14.05.1931 in Nürnberg, fußballerisch ausgebildet wiederum beim TSV 04 Schwabach. Dort spielte sich Loy bis in die höchste Amateurliga Bayerns, bevor er mit 23 Jahren zur Frankfurter Eintracht wechselte, gemeinsam mit seinem bisherigen Mannschaftskameraden Erich Bäumler. Sein Debüt feierte der Torhüter am 22.08.1954 ausgerechnet auf dem Bieberer Berg, der Heimstätte der Offenbacher Kickers. Es war der erste Sieg in Offenbach von Eintracht Frankfurt nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Höhepunkt von Loys Laufbahn war der bereits angesprochene Meistertitel 1959, gefolgt vom Finale des Europapokals der Landesmeister ein Jahr später. Bis heute konnten die Hessen keinen weiteren Meistertitel feiern.
Bis 1967 war Loy im Klub und absolvierte insgesamt 349 Spiele für die Hessen. Doch das war nach seiner ersten Saison so gar nicht abzusehen, denn aufgrund mehrerer Knieverletzungen feierte der Torhüter erst ab der Saison 1957/58 bei den Frankfurtern seinen endgültigen Durchbruch. Er war Stammtorhüter der Hessen in den ersten beiden Spielzeiten der neu gegründeten Fußball-Bundesliga. Ebenso stand Loy als Nummer 1 der Hessen im DFB-Pokal-Finale gegen die Münchner Löwen am 13.06.1964. Sein letztes Bundesliga-Spiel absolvierte Loy am 08.10.1966, war zu diesem Zeitpunkt aber bereits hinter einer weiteren späteren Ikone, Dr. Peter Kunter, die Nummer 2. Sein Beiname der „schwarze Panther“ kam nach eigener Aussage von seiner Vorliebe für schwarze Trikots, die der Torhüter nahezu ausschließlich in den Spielen trug.
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