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Teddy de Beer (Dortmund) - "kompakt" bei torwart.de (10.09.06)

Torwarttrainer Teddy de Beer über Roman Weidenfeller

von Marcel Schäfer


Seit 2001 Torwarttrainer bei den Dortmunder Borussen

Teddy de Beer ist seit 2001 Torwarttrainer der Dortmunder Borussia. De Beer ist ein Dortmunder Urgestein. Seit 1986 spielte er für die Dortmunder Borussia. 2001 wechselte de Beer als Torwarttrainer in den Trainerstab der Westfalen. 2004/05 führte de Beer Roman Weidenfeller aus dessen Karriere- und Formtief wieder zurück in das Tor der Borussia. Mit erfahrenen ehemaligen Klassetorwart und Torwarttrainer sprach torwart.de nach dem Spiel der Borussia gegen den VfB Stuttgart

torwart.de: Roman Weidenfeller hat heute gegen den VfB Stuttgart eine sehr gute Leistung gezeigt. Wie schätzen Sie die Leistung ein und wie bewerten Sie seinen aktuellen Leistungsstand?

Wolfgang de Beer: Das Problem bisher war, dass er aufgrund einer größeren Verletzung, die er sich in der Vorbereitung zugezogen hat, keine optimale Vorbereitung durchführen konnte. In den letzten Wochen mussten wir diesen entstandenen Trainingsrückstand wieder aufarbeiten. Wenn dieser Umstand entsprechend berücksichtigt wird, dann hat er schon eine sehr gute Form erreicht, was normalerweise nicht ganz selbstverständlich ist.

torwart.de:In welchen Bereichen habt Ihr schwerpunktmäßig gearbeitet?

Wolfgang de Beer: Wir haben insbesondere im Grundlagenausdauerbereich torwartspezifisch gearbeitet. Des weiteren haben wir im Bereich der Sprungkraft sehr intensiv gearbeitet und auch Grundtechnikübungen, wie z.B. klassische Fangübungen, durchgeführt.

Primäres Ziel war es, seine Bewegungsabläufe wieder zu automatisieren und einzuschleifen. Insgesamt ist er seit fast 5 Monaten nicht mehr richtig im Tor gestanden. Bereits im April hatte er sich verletzt und während der Vorbereitung laborierte er ebenfalls an dieser Verletzung. In dieser langen Verletzungszeit ist es normal, dass automatisierte Bewegungen, wie die Faustabwehr, Sidesteps zum Ball, Fangtechniken nicht mehr in der notwendigen Form vorhanden sind. Das ganze breite Spektrum des Torwartspiels muss wieder eingeübt werden. Wie wir heute gesehen haben, sind wir da auf einem ganz guten Weg. Allerdings müssen wir auch noch weiter an diesen Dingen weiterarbeiten.

Weidenfeller und de Beer sind ein eingespieltes Team
torwart.de: Welche Rolle nehmen Sie bei der Heranführung von Roman Weidenfeller an seine alte Form ein?

Wolfgang de Beer: In meiner Rolle als Torwarttrainer habe ich eine bestimmte Vorstellung, welche Bewegungs- und Verhaltensmuster ein Torwart haben muss, um erfolgreich als Torwart zu halten. Wir arbeiten an dieser Stelle sehr akribisch. Ich lege auch sehr viel Wert auf die richtige Durchführung von Fangtechniken. Das alles zusammen, haben wir in den vergangenen Wochen intensiv im Training eingeübt und vertieft.

torwart.de: Was meinen Sie mit Verhaltensmustern?

Wolfgang de Beer: Über bestimmte Verhaltensmuster muss der Torwart z.B. bei der erfolgreichen Bewältigung einer 1-gegen-1-Situation verfügen. Viele Torhüter lassen sich relativ früh bei einer 1-gegen-1-Situation in eine Ecke fallen. Oftmals geht der Ball dann direkt dort ins Tor, wo der Torhüter noch kurz vorher gestanden hatte. Kann der Torwart gedankenschnell die Spielsituation richtig einschätzen und weiß er, dass der Stürmer oftmals unter Druck nur unkontrolliert vor dem Tor abschließen kann, so kann er durch die Anwendung eines situationsgerechten Verhaltensmusters, diese Szene erfolgreich bewältigen. Ein erfolgreiches Verhaltensmuster wäre dabei, z.B., dass er bei einer 1-gegen-1-Situation einfach stehen bleibt und kompakt dem Stürmer gegenüber steht.

torwart.de: Wo sehen Sie Roman Weidenfeller mittelfristig in Hinblick auf die Nationalmannschaftt?

Wolfgang de Beer: Ich denke, wenn Jens Lehmann tatsächlich 2008 seine Karriere beenden wird, sehe ich Roman als einer der aussichtsreichen Kandidaten, die sich um die Nummer eins in der deutschen Nationalmannschaft bewerben würden. Voraussetzung dafür ist ganz klar, eine konstant gute Leistung in den nächsten zwei Jahren in der Bundesliga. Ohne diese Konstanz geht gar nichts. Wenn er diese Leistung, die er gegen den VfB gebracht hat, und die Leistung bringt, die er in den vergangenen zwei Jahren gezeigt hat, und diese kompensieren kann, dann müsste er sehr gute Chancen haben.

Torwarttraining de Beer und Warmuz
torwart.de: Der zweite Mann von Borussia Dortmund ist Bernd Meyer. Wie sehen Sie seine Rolle im Torwartteam von Borussia Dortmund?

Wolfgang de Beer: Bernd ist ein sehr erfahrener und sehr guter Torhüter. Er hatte das Pech, dass er aufgrund eines Kreuzbandrisses auch eine lange Verletzungsphase hinter sich hatte. Wenn er aber seinen körperlichen Leistungsstand hat, an dem wir momentan intensiv arbeiten, dann hat er sicherlich auch die Aufgabe, Druck auf Roman auszuüben. Momentan ist es natürlich klar, dass Bernd Meyer die Nummer 2 ist. Allerdings können wir uns es nicht erlauben, dass die Nummer zwei schlechter als die Nummer eins ist. (Anmerkung der Red.: Mittlerweile hat sich Bernd Meyer wieder eine schwere Verletzung zugezogen. Dortmund wird allerdings keinen weiteren Torhüter verpflichten.)

torwart.de: Ist es ein Risiko, mit zwei Torhütern in die Saison zu gehen, die eine längere Verletzungsphase hinter sich hatten?

Wolfgang de Beer: Das Risiko ist kalkulierbar. Wenn natürlich eine der beiden noch längere Verletzungsprobleme gehabt hätte, dann hätten wir sicherlich nochmals auf dem Torwartmarkt aktiv werden müssen.

torwart.de: Vielen Dank für das Gespräch

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