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Stefan Wessels "Hautnah" bei torwart.de (01.09.13)

"Die Arbeit mit jungen Torhütern finde ich sehr spannend!"

von  Henrik Stadnischenko

Stefan Wessels im Trikot des VfL Osnabrück (Foto: firo)

Seitdem Stefan Wessels vor gut einem Jahr seine Profikarriere beendet hat, ist es ruhig um den ehemaligen Torwart vom FC Bayern München geworden. Wir hatten die exklusive Möglichkeit, mit ihm seine Karriere Revue passieren zu lassen und über seine neue Aufgabe beim SV Meppen zu sprechen.

torwart.de: Du hast im vergangenen Jahr deine Karriere bei Odense BK in Dänemark beendet und dass obwohl du dort Leistungsträger warst. Was waren deine Gründe für diesen Schritt?

Stefan Wessels: Ausschlaggebend waren familiäre Gründe. Wir haben als Familie in den letzten Jahren sehr viele Wechsel durchgemacht und damit sollte Schluss sein. Vor der Zeit in Dänemark hatten wir uns schon für Osnabrück als unseren Wohnort festgelegt. Gerne wäre ich auch noch einige Zeit in Dänemark geblieben, aber die Konstellation im Verein war zu der Zeit sehr verworren. Dennoch war die Zeit in Dänemark sehr schön. Ich durfte zum Abschluss meiner Karriere noch mal in der Champions League Qualifikation sowie in der Europa League spielen.

torwart.de: Mittlerweile bist du wieder in die Nähe deiner Heimat Lingen gezogen und trainierst die Torhüter des Regionalligisten SV Meppen. Wie kam es zu diesem Kontakt?

Wessels: Der Kontakt kam über den damaligen Meppen-Trainer Heiko Flottmann zustande. Heiko kenne ich noch aus meiner Zeit beim VfL Osnabrück. Seit Januar 2013 trainiere ich jetzt die Nachwuchstorhüter und -torhüterinnen und seit dem Sommer auch die Keeper der ersten Mannschaft.

torwart.de: Als das Angebot kam überwog zunächst Freude oder eher Skepsis? Schließlich handelt es sich beim SV Meppen „nur“ um einen Regionalligisten.

Wessels: Bei mir überwog definitiv die Freude. Schließlich ist es eine interessante und spannende Aufgabe, die jungen Torhüter zu entwickeln und zu fördern. Dementsprechend bin ich sehr froh in Meppen dabei zu sein.

torwart.de: Viele ehemalige Fußballprofis fallen nach dem Karriereende in ein Loch, weil sie ohne Perspektive dastehen. War es für dich von Beginn an klar, dass du Torwarttrainer werden willst?

Wessels: Ich hatte während meiner Karriere zwei Phasen, in der ich ohne Verein war und in der ich mir bereits Gedanken über die Zeit nach dem Fußball gemacht habe. Folglich war der Schritt Torwarttrainer zu werden bewusst von mir gewählt. Zudem baue ich seit letztem Jahr das Projekt „Ballschule“ in Osnabrück mit auf. Daher war ich auf das Karriereende vorbereitet und musste keine Angst haben, in ein Loch zu fallen.

torwart.de: Wie sind die Bedingungen und das Umfeld mit denen du in Meppen zusammen arbeitest?

Wessels: Dafür, dass das Jugendleistungszentrum in Meppen erst seit zwei Jahren existiert und keinem Proficlub angeschlossen ist, sind die Bedingungen sehr gut. Wir sind gut aufstellt und wollen uns von Jahr zu Jahr zu verbessern.

torwart.de: Unter welchem Torwarttrainer hast du das meiste gelernt?

Wessels: Jeder Trainer hat seine eigene Art. So konnte ich von jedem etwas mitnehmen. Äußerst spannend war meine letzte Zeit in Dänemark. Bei meinem dortigen Torwarttrainer Tom Sterobo habe ich viele neue Eindrücke sammeln können und auch seine Philosophie zu schätzen gelernt.

torwart.de: Fließen die Trainingsmethoden dieser Trainer mit in dein Training ein? Oder baust die Übungen komplett mit deinen eigenen Ideen auf?

Wessels: Für mich zeichnet einen guten Trainer aus, dass er offen ist und sich neuen Einflüssen nicht verschließt. Daher freue ich mich immer wieder, wenn ich interessante Ansätze finde.

torwart.de: Wie schwierig ist es für jemanden, der jahrelang auf Topniveau trainiert hat auf einmal Torhüter zutrainieren, die dieses Niveau noch nicht haben?

Wessels: Die größte Umstellung für mich war, dass ich mich nun auf der anderen Seite befinde. Als Spieler komme ich zum Training und bin gespannt auf das, was im Training passiert. Als Trainer muss ich eben dieses Training vorbereiten und dann natürlich auch umsetzen und coachen. Speziell die Arbeit mit den jungen Torhüter finde ich sehr spannend. Wenn ich den Spaß und die Begeisterung sehe, mit der sie meine Ideen und Verbesserungsvorschläge aufnehmen und sich weiterentwickeln, dann kommt bei mir eine große Freude auf.

torwart.de: Deinen Lebensunterhalt verdienst du mit Projekt „BaKoS - Die Osnabrücker Ballschule e.V.“ einer Art Sportschule für Kinder. Erzähl uns kurz, was es damit auf sich hat.

Wessels: Die „Ballschule“ wurde vor 15 Jahren an der Uni Heidelberg entwickelt und wird permanent weiterentwickelt. Die Ballschule richtet sich an Kinder im Alter von 3-10 Jahren. Wir möchten den Kinder den Spaß an der Bewegung und dem Spielen mit Bällen aufzeigen. Die Kinder sollen viele verschiedene und verschiedenartige Bälle kennenlernen und sich im Laufe der Zeit bewusst für eine Ballsportart entscheiden.

torwart.de: Wie wichtig ist es für dich den Nachwuchs zu fördern?

Wessels: Für jeden Menschen in Deutschland sollte es das Ziel sein die Kinder zu fördern. Schließlich sind die Kleinen unsere Zukunft.

torwart.de: "BaKoS - Die Osnabrücker Ballschule e.V. “ bezieht sich auf deinen neuen Wohnraum Osnabrück. Was hat deine Familie und dich dazu bewegt wieder nach Osnabrück zu ziehen? Schließlich wurdest du damals durch eine „Bauchentscheidung“ zur Nummer 2 beim VfL Osnabrück degradiert.

Wessels: Für mich war das sicherlich der bitterste Moment in meiner Karriere. Mehr möchte ich dazu aber nicht mehr sagen. Dennoch war die damalige Entscheidung für Osnabrück als Lebensmittelpunkt bewusst getroffen und speziell im Fußball kann ich inzwischen einschätzen, wie manche Entscheidungen gefällt werden.

torwart.de: Verfolgst du die Spiele des VfL´s trotzdem noch, was hältst du vom derzeitigen Lila-Weißen-Schlussmann Daniel Heuer-Fernandez?

Wessels: Ich habe im letzten Jahr zunächst bewusst Abstand vom Fußball genommen und mich mehr mit anderen Dingen beschäftigt. Mittlerweile verfolge ich den VfL aber wieder sehr intensiv. Aktuell kann man in der Stadt die Begeisterung für den Verein wieder deutlich spüren. Der VfL hat mit Maik Walpurgis einen guten Trainer verpflichtet. Es macht Spaß, das Konzept und die Handschrift des Trainers zu erkennen. Daniel Heuer-Fernandes habe ich erst zwei Mal beim Training sehen können, aber er hat meiner Meinung nach großes Potenzial.

torwart.de: Könntest du dir vorstellen irgendwann als Torwarttrainer zum VfL zurückzukehren?

Wessels: Natürlich könnte ich mir das vorstellen.

torwart.de: Du standest unter anderem beim FC Bayern München, dem 1. FC Köln und dem FC Basel unter Vertrag. Rückblickend, wie zufrieden bist du mit deiner Profikarriere?

Wessels: Ich bin sehr zufrieden mit meiner Laufbahn und würde das Meiste genauso wieder machen. Sicherlich gab es einige Höhen und Tiefen in meiner Karriere, aber dadurch habe ich auch eine Menge lernen können.

torwart.de: Worauf bist du besonders stolz und woran erinnerst du dich gar nicht gerne?

Wessels: Mein absolutes Highlight war mein erstes Spiel für die Bayern. Im ausverkauften Ibrox Park in Glasgow durfte ich als Amateurtorwart gegen die Rangers spielen. Einen extremeren Einstieg in den Profifußball hätte ich mir nicht ausmalen können. Auch die Internationalen Spiele mit Odense waren am Ende noch einmal Ausrufezeichen in meiner Karriere.

torwart.de: Abschlussfrage: Wird es noch mal ein Comeback von dir geben, vielleicht beim SV Meppen in der Regionalliga Nord?

Wessels: Nein!


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