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Florian Beck (SV Seligenporten): "Jeden Tag Training für Keeper wünschenswert!"

von T.Schlitzke


Florian Beck (Foto: Verein)

Florian Beck ist der Torwarttrainer beim Bayernligisten SV Seligenporten. Er gilt als großes Torwarttalent und im Interview mit torwart.de erzählt er, welche Schwierigkeiten, aber auch welche Möglichkeiten ein Verein in den unteren Ligen auf der Torwartposition hat.

torwart.de: Florian, du bist aktuell beim SV Seligenporten Torwartrainer, ein Verein der zwischen der Regional- und Bayernliga pendelt. Was ist deine größte Herausforderung dort?

Beck: Ich gehe jetzt in meine 6. Saison beim SV Seligenporten mit dem Ziel nach dem zweiten Abstieg wieder in die Regionalliga aufzusteigen. Da der Verein sehr gut aufgestellt ist, sind die Bedingungen analog der Regionalliga. Da die Torhüter im semiprofessionellen Bereich arbeiten liegt hier die Herausforderung die Torhüter neben Studium und Beruf professionell ins Training einzubinden .

torwart.de: Auf was beneidest du deine Kollegen aus der Bundesliga im Trainingsbereich?

Beck: Ganz klar die Möglichkeit die Torhüter täglich entweder isoliert oder im Mannschaftstraining zu betreuen plus die die zusätzlichen Einheiten im Athletikbereich und der medizinischen Versorgung. Hier muss ich die Trainingsinhalte und Schwerpunkte in 4-5 Trainingseinheiten komprimieren. Neben dem optimalen Platzverhältnissen und den finanziellem Aspekt was die Trainingsmaterialien betrifft beneide ich die Kollegen um die Möglichkeit der hohen Leistungsqualität bzw. Leistungsdichte der Torhüter. Wenn du dann noch die Möglichkeit bekommst die Torhüter aus wissenschaftlicher Sicht zu betreuen und deren Entwicklung und Leistungsstand messbar widerlegt ist das schon beneidenswert. Ich kann zwar auch mit Videoanalysen arbeiten bin dann aber doch gerade in den Trainingseinheiten auf subjektive Eindrücke eingeschränkt.

torwart.de: Wie schaut eine normale Trainingswoche von dir aus?

Beck: Die Trainingswoche beginnt bei mir mit der Aufarbeitung der Videos vom letzten Spiel sowie die Vorbereitung auf den nächsten Gegner. Mit dem Cheftrainer bespreche ich dann die Trainingsinhalte der Woche und so plane ich die Trainingswoche mit den Torhütern. In der Regel trainieren wir 4x in der Woche wobei die Torhüter zusätzliche Einheiten im Fitnessstudio nach Rücksprache mit mir absolvieren.

torwart.de: Wie baust du ein Torwarttraining auf?

Beck: Mein Torwarttraining besteht zum einen aus einen „Pre“ Teil in dem ich einen Schwerpunkt Athletik /Neuro setze oder einem klassischen Pre Workout mit der Blackroll. Weiter geht’s mit den Basic Abläufen. Das ist der Teil den meine Torhüter mir als Feedback gegeben haben, den Sie immer im Trainingsablauf haben möchten. Einfachste Abläufe mit hoher Präzision arbeiten wir hier durch. Dann folgt schon der Schwerpunktteil. Diesen steure ich immer komplex, das heißt ich baue möglichst viele Torwartspezifische Anforderungen Raum- und Zielverteidigung, Eins gegen Eins mit ein. Dieser Schwerpunktteil bezieht sich immer schon als Vorbereitung und Übergang zum Mannschaftstraining. Wenn es dann ins Mannschaftstraining geht coache ich die Torhüter dementsprechend zu den Abläufen , Stellungsspiel und taktischem Verhalten. Im Mannschaftstraining werden die Torhüter ebenfalls auf Stresssituation geschult und so bekommen sie von mir verschiedenste Aufgaben wie z.B. wie viele Pässe von den Spielern mit welchem Fuß gespielt wurden. Letztlich ist es mir wichtig, dass jedes Training so spielnah wie nur möglich ist.

torwart.de: Wie schwierig ist der Sprung für einen Torwart von der Regionalliga in die 3.Liga? Was sind die größten Umstellungen?

Beck: Ich finde das der Sprung von einem Stammtorwart aus Regionalliga zu einem Verein aus der 3. Liga nicht allzu hoch ist. Schwierig wird wenn der Torwart in der Regionalliga nicht auf voll professionellem Niveau gearbeitet hat. Hier benötigen die meisten eine relative lange Adaptionszeit wenn der Rhythmus von 3-5 Einheiten plötzlich bei 6-8 Einheiten liegt und die gesteigerte Trainingsintensität hinzukommt und dementsprechend die Regenerationszeiten kürzer sind . Aktuell muss ich aber feststellen das der Durchlauf von der Regionalliga aufwärts immer höher wird.

torwart.de: Wie schaut deine eigene Torwartphilosophie aus?

Beck: Meine eigene Torwartphilosophie ist in den Grundrissen sehr von Torwarttechnik geprägt. Klar gehören physische und psychische Voraussetzungen dazu sowie eine offensive, in den Ball arbeitende Spielweise. Meine eigene Philosophie passe ich aber immer wieder an um hier nicht in starre Muster zu verfallen. Ganz wichtig ist mir auch das Feedback meiner Torhüter – wir tauschen uns intensiv aus und besprechen zurückliegende Zyklen – weil es wenig Sinnvoll ist einen Torhüter in seinem Spiel komplett umzustellen und er sich damit gar nicht wohlfühlt.

torwart.de: Hast du ein Vorbild im Torwarttrainerbereich? Wer inspiriert dich?

Beck: Hier hatte ich die Möglichkeit bei Michael Rechner mit seinen Kollegen Steffen Krebs (jetzt Mönchengladbach) und Dennis Neudam von der TSG Hoffenheim über die Schulter zu schauen. Hier hab ich auch schnell gemerkt das unsere Ansichten schon ziemlich decken und ich deren Arbeit sehr schätze. Auch Christian Fiedler von Greuther Fürth und Martin Scharrer (FC Ingolstadt und jetzt 1.FC Nürnberg) schätze ich und lass mich hier gerne inspirieren. Ansonsten inspiriere ich mich über die sozialen Medien über das Torwarttraining auf der ganzen Welt. Oft schaue ich mir auch ein Fußballspiel im TV an und anhand einer Spielsituation eines Torwarts entwickelt sich bei mir im Kopf schon ein Trainingsinhalt. Sehr gerne hol ich mir auch neue Ansätze in anderen Ballsportarten wie Handball, Basketball oder Volleyball.

torwart.de: Wie betreibst du Torwartscouting? Welche Charaktere gefallen dir persönlich?

Beck: Scouting ist bei mir ein sehr wichtiger Aspekt. Junge und talentierte Torhüter schaue ich mir über eine Saison 2-3 mal an um Ihre Entwicklung zu verfolgen und den Kontakt zu halten oder lade Sie regelmäßig zu unseren Trainingseinheiten ein. Einen bestimmten Charakter favorisiere ich aber nicht. Letztlich muss das Gesamtbild und die persönlichen Eigenschaften passen.

torwart.de: Haben es Torhüter von kleineren Vereinen heute schwerer zu einem großen Verein zu wechseln ohne Internat?

Beck: Das ist tatsächlich schwieriger da in den Internaten bzw. Nachwuchsleistungszentren hervorragende Arbeit gemacht wird und schon ein ziemlich hoher Standard geschaffen wird. Für einen Torwart ohne diese langjährige Ausbildung wird es dann doch sehr schwer das nochmal aufzuholen. Aber ein prozentual kleiner Teil bestätigt dann die Ausnahme der Regel.

torwart.de: Was sind deine eigenen Ambitionen für die nächsten Jahre?

Beck: Da ich in den letzten beiden Jahren schon diverse Anfragen hatte liegt bei mir der Focus zeitnah in den Profi Bereich zu wechseln.

torwart.de: Danke, dir!

Beck: Bitte sehr!


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