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Dieter Burdenski "Hautnah" bei torwart.de (13.04.11)

"Alter ist doch relativ"

von Alex Raack


D. Burdenski (foto firo)

torwart.de: Dieter Burdenski, Jens Lehmann kann einen Rekord brechen: Wenn er mit dem FC Arsenal am Wochenende auch gegen Liverpool im Tor steht, ist er mit seinen 41 Jahren der älteste Spieler der Vereinsgeschichte. Sie waren sogar zehn Jahre älter, als Sie 2002 noch einmal für die zweite Mannschaft von Werder Bremen im Tor standen. Warum tun sich verdiente Torhüter so etwas an?

Dieter Burdenski: Warum steigt Michael Schumacher noch einmal in seinen Mercedes und fährt doch den anderen Fahrern hinterher? Weil er verrückt ist und seinen Sport so liebt. So bin auch ich, so ist Jens Lehmann, so ist fast jeder zweite Sportler, der in seinem Beruf mal erfolgreich war.

torwart.de: Sie waren 37, als Sie Ihre aktive Karriere nach 479 Spielen für Werder Bremen beendeten. Nur um in den kommenden Jahren noch zweimal Ihr Comeback zu geben: Für AIK Solna und Vitesse Arnheim. War Ihnen langweilig?

Dieter Burdenski: Absolut nicht. Aber das waren jeweils Gefallen, die ich Freunden getan habe. Sanny Åslund, damals Trainer in Solna, kannte ich aus seiner Zeit bei Werder Mitte der Siebziger. Also stellte ich mich ins Tor und verhinderte so den Abstieg von AIK.

torwart.de: Und brachen damit einen Rekord: Sie sind noch immer der älteste Erstligadebütant Schwedens.

Dieter Burdenski: Ich habe mich gar nicht so alt gefühlt. Wissen sie, Alter ist doch relativ. Wenn ich mich zu alt gefühlt hätte, wäre ich doch im Leben nicht mehr ins Tor gegangen. Aber in mehr als 500 Profi-Spielen für Schalke, Bielefeld und Bremen habe ich gelernt, mich fit zu halten. Ich stehe sogar noch heute zwischen den Pfosten: Für die DFB-Tradionsmannschaft.

torwart.de: Gab es trotzdem manchmal Momente, in denen Sie sich alt gefühlt haben?

Dieter Burdenski: 1985 kam der junge Oliver Reck nach Bremen, erst als dritter, dann als zweiter Torhüter, bis er in der Saison 1987/88 schließlich meinen Stammplatz übernahm. Er spielte das beste Jahr seines Lebens und profitierte unwahrscheinlich von unserer Zusammenarbeit. Wir wurden Meister und ich saß bis auf ein paar Partien nur auf der Ersatzbank. Da gab es manchmal schon Momente, wo ich dachte: Bist du vielleicht doch alt für den ganzen Zirkus? Nach der Saison beendete ich meine Karriere.

torwart.de: Wie häufig mussten Sie als Ü-30-Torwart eigentlich junge Mitspieler zurechtweisen, die Scherze über Ihr Alter machten?

Dieter Burdenski: Nie. Fußballer sind Sauhunde, die reagieren lediglich auf die aktuelle Form und die aktuelle Leistung ihrer Mitspieler und Konkurrenten. Das heißt: Das Alter ist nicht entscheidend und was du vor zehn Jahren mal geleistet hast, interessiert einen Fußballer überhaupt nicht. Es gibt keinen schlimmeren Fehler, den man als älterer Spieler machen kann, als mit den ollen Kamellen anzufangen. Wenn ich Oliver Reck mit dem Totschlagargument »Früher war aber alles besser« gekommen wäre, hätte der mich nur ausgelacht.

torwart.de: Bei Ihrem Comeback am 23. Februar 2002 verlor Werder II mit 1:3 gegen den Chemnitzer FC. Haben Sie Ihren Einsatz mit 51 Jahren im Nachhinein bereut?

Dieter Burdenski: Nein, als Fußballer sollte man nie einen Einsatz bereuen. Ich fühlte mich fit, man fragte mich, also sagte ich zu. Genauso wie jetzt bei Jens Lehmann. Nur dass der sein Comeback mit 3:1 gewonnen hat.


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