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Simon Smith (TWT Newcastle United) - Der Entdecker von Jordan Pickford im Interview!

von T.Schlitzke


Simon Smith (Foto: Firo)

Simon Smith ist aktuell der Torwarttrainer in der Premiere League bei Newcastle United! Der Coach spielte selbst sehr lange in England aktiv, war einer der ersten hauptamtlichen Torwarttrainer auf der Insel und gilt als einer der Entdecker von Jordan Pickdord! torwart.de sprach mit dem versierten Trainer!

Infos zu Simon Smith :
  • Nationalität: Englisch
  • Geburtstag: 16 September 1962
  • Verein: Newcastle United
  • Position: Torwarttrainer
  • Liga: 1.Liga
  • Größe (cm): 190 cm
  • Bisherige Vereine: Sunderland, Carlisle United












torwart.de: Du bist seit vielen Jahren Torwart und Torwarttrainer. Wie hat sich das Torwartspiel in den letzten Jahren und Jahrzehnten für dich verändert?

Simon Smith: Seitdem ich als Torwart aufgehört habe, hat sich die Rolle des Torwarts vornehmlich in einem Bereich geändert; Man benutzt heutzutage viel mehr seinen Fuß! Heute braucht man viel Vertrauen und Kontrolle am Ball, um das Spiel zu kontrollieren. Aber auch das Passspiel ist extrem wichtig geworden und der Torwart heute der erste Passgeber und in das Offensivspiel eingebunden!

torwart.de: Du hast über 501 Spiele für einen einzigen Klub in England, Gateshead FC, gespielt. So viel Treue gibt es heute nur noch selten! Wie kam es dazu?

Smith: So viele Spiele bei einem Club zu spielen, passiert nicht so oft! Ich habe besonders viel Glück in Bezug auf Verletzungen gehabt, und habe eine Konstanz geschafft, die mir es ermöglicht hat, in der Mannschaft ohne Verletzungen eine Saison nach der anderen zu sein. Über Treue habe ich nicht nachgedacht, und dies sagt vermutlich etwas über meine Persönlichkeit aus: Ich habe das Spiel immer genossen; während meiner Zeit bei Gateshead haben wir mehrmals Auf- sowie Abstiege zwischen die Ligen gehabt, welche unterschiedliche Herausforderungen mitgebracht haben. Wir haben dabei viele, neue Spieler und Trainer gehabt, die immer wieder neuen Wind einbrachten und das hat es mir erleichtert mich zu motivieren.

torwart.de: Wie bleibt man denn so fit über so viele Jahre?

Smith: Wie gesagt, ich habe viel Glück mit Verletzungen gehabt. Entweder konnte ich noch mit einer Verletzung weiter spielen oder ich war im letzten Spiel am Ende der Saison verletzt, was mir eine lange Genesungszeit ermöglicht hat. Eine Wadenzerrung hat dann aber meinen Rekord gebrochen und ich wusste, dass ich auf gar keinen Fall mehr spielen konnte. Ich war dennoch nicht traurig. Denn ich habe Vieles erreicht und man kann nicht immer alles im Leben beeinflussen.

torwart.de: Wie kamst du zu deinem Job als Torwarttrainer?

Smith: Am Anfang meiner Trainerkarriere habe ich hart als Torwarttrainer gearbeitet und war gleichzeitig bei verschiedenen Clubs tätig, um mir einen guten Namen zu machen. Das größte Problem war, dass ich die Torhüter beim Spielen nicht gesehen habe. Deswegen war es sehr anspruchsvoll mit meinen Torhütern zu arbeiten, weil ich nur Highlights im Fernsehen anschauen und die Problembereiche oder Schwächen nur im Training beeinflussen konnte.

torwart.de: Wieso haben die Vereine eine solche Rolle akzeptiert?

Smith: Das war vor einigen Jahren noch ganz normal. Torwarttrainer spielten keine große Rolle und wurden eher rein für das Training gesehen. Manche Vereine hatten gar keine Torwarttrainer gehabt. Unsere Anerkennung hat sich erst in den letzten Jahren erhöht.

torwart.de: Wie konntest du dazu beitragen, dass Torwarttrainer als Vollzeitjob auch in England mehr akzeptiert wurde?

Smith: Mir wurde gesagt, dass als Torwarttrainer ich nicht in der Lage wäre, einen Lebensunterhalt zu verdienen! Wie gesagt, ich habe als Torwarttrainer bei Pro-Clubs wie Carlisle United und Hartlepool United gearbeitet. Ich habe auch für den Verband gearbeitet: Für das Senior Women’s Team, danach mit der männlichen U-Jugendmannschaft und nachdem habe ich Kurse für junge Torwarte mit meinem eigenen Programm “Simon Smith Goalkeeping” gemacht habe, wurde man auf mich aufmerksam! Dies war eine großartige Erfahrung für mich als Trainer mit unterschiedlichen Altersgruppen, Geschlechtern und Fähigkeiten zusammen zu arbeiten. Da es “neu” war, wurde es positiv aufgenommen und ich glaube, dass Managern, Trainer, Torhütern und Eltern das fachspezifische Coaching, die sie erhalten hatten, geschätzt haben und so hatte es sich weiter verbreitet!

"Annahme des Balles und Passspiel wurde immer wichtiger!"

torwart.de: Wie hat sich dein Torwarttraining in den ganzen Jahren verändert?

Smith: Mein Training hatte sich nicht stark geändert, genauso wie die “Grundsätze” der Torhüter nicht geändert wurden. Dazu kam noch ein Hauptelement: “Annahme des Balles und Passspiel” sind ein Teil der Anforderungen des Torwarts geworden. Dazu habe ich gelernt, dass ich mit unterschiedlichen Gruppen im Training trainieren soll: Manchmal eins-gegen-eins, eins zu drei oder noch größere Gruppen oder Gruppen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Alter. Alles basiert auf meinem Konzept “Die Grundsätze der Torhüter”, um den Keepern zu helfen ihr Potential zu erreichen und ihre Konstanz und das eigene Vertrauen in ihr Torwartspiel zu verbessern.

torwart.de: Mit welchen Torhütern hast du am Liebsten gearbeitet?

Smith: Ich möchte niemand verärgern, weil es mir eine Freude war mit allen zusammen zu arbeiten, aber Shay Given war und ist immer noch ein erstklassiger Torwart! Er wollte der Beste sein und ich möchte denken, dass ich ihm geholfen habe um dies zu erreichen. Er hat eine Fünf-Jahres-Phase gehabt, als er in der Champions League gespielt hat, und als einer von Europas besten Torhüter angesehen wurde.

torwart.de: Wie liefen deine letzten Jahre genau bei der U17 von England genau ab?

Smith: Meine Hauptarbeit habe ich in den vergangenen Spielzeiten mit Englands U17-Teams geleistet, wir haben das EM-Turnier zwei Mal gewonnen und haben auch zwei Mal zu der WM geschafft, einmal in Mexico und in diesem Oktober in Chile. Jordan Pickford, und auch Jack Butland von Stoke City sowie Freddy Woodman, liefen durch meine Hände – alle mit enorm viel Talent! Und man sieht ja, wo heute Pickford gelandet ist. Ich bin froh, dass ich ihn trainieren durfte!

torwart.de: Wie siehst du Jordan Pickford heute?

Smith: Jordan hat eine super Karriere bisher hingelegt. Er hat sich sowohl auf als auch neben dem Platz weiter entwickelt. Er könnte das Torwartspiel von England über Jahre prägen. Aber er muss auch noch konstanter werden, dann kann er ein ganz großer werden!

torwart.de: Wie sieht deine Arbeit konkret bei der U17 aus?

Smith: Wir treffen uns bei Qualifikationsspielen, Endrunden oder Freundschaftspielen. Das erste Training ist immer ein allgemeines Training um die individuelle Stärken und Schwächen zu identifizieren; bei der zweiten Sitzung geht es um Ballhandling und Fußtechnik; bei der Dritten geht es um den Ball; bei der Vierten um Team-Training, nämlich kleine Spiele, 11 vs. 11…Das Passspiel wird bei der Aufwärmung eingeplant! Dies bietet mir eine Plattform um die Rolle, Verantwortlichkeiten und Erwartungen des Torwarts in internationalem Fußball zu erläutern.

torwart.de: Was ist der Schlüssel um in England Talente nach oben zu bringen?

Smith: Junge Torwarte benötigen eine Möglichkeit zu spielen und bedauerlicherweise in England ist das in der Premier League, die als “ Liga der Nationen” bezeichnet wird, nur eingeschränkt möglich, da die Klubs für jeden Spieler attraktiv sind und die Klubs in der Lage sind jeden Spieler, den sie haben wollen, zu kaufen. Deswegen ist es fast unmöglich, dass ein Nachwuchsspieler die Chance zu spielen bekommt! Im Gegensatz zu Deutschland, wo es großartig zu sehen ist, dass vielen jungen Nachwuchsspieler die Chance gegeben wurde in der Liga sich zu zeigen.

torwart.de: Wie siehst du den englischen Fußball im Allgemeinen und auf die Keeper bezogen?

Smith: Meiner Meinung nach ist die englische Art und Weise von ‘Kick and Rush’ von den Zuschauern diktiert, weil die dafür bezahlen um unterhalten zu werden und vor allem auch Torraumaktionen sehen möchten: Von Anfang bis Ende eben puren Fußball und viele Tore. Die britischen Wetterbedingungen haben auch eine Auswirkung darauf, dass die Fans “offensiven” und aufregenden Fußball sehen wollen. Wenn der Ball mehr als zwei Mal zum Torwart gepasst wurde, wird die Zuschauermenge schon unruhig auf den Plätzen. Ein auf Ballbesitz fokussiertes Spiel ist in England überflüssig, da das Wetter nur ein langsames Ballbesitzspiel zulässt. Die Auswirkung, die das auf einen Torwart hat, ist, dass er den Ball viel schneller und häufiger nach vorne passen muss.

torwart.de: Wo steht England heute im Torbereich?

Smith: England hat viele ausgezeichnete Torwarte hervorgebracht. Wie ich schon gesagt habe, viele wurden von einen Experten trainiert, der sie nie auf dem Spielfeld beim Spielen gesehen hat, so dass das technische Training das Einzige war, was sie mit ihnen machen konnten. Seit dem Vollzeittorwarttrainer auf Jungen- und Seniorenniveau eingesetzt wurden, ermöglicht dies, dass der Trainer den Torwarten eine bessere Ausbildung geben kann und sich auf die vier Grundsteine konzentrieren kann: Technisch, taktisch, physisch und psychologisch fit zu sein! Dies hilft schon um hervorragende Torwarte hervorzubringen und ich hoffe, dass die Zukunft der Torhüter damit in guten Händen ist. Auch wenn wir noch viel Arbeit vor uns haben werden, um zu Deutschland aufzuschließen.

torwart.de: Aktuell bist du auch Torwarttrainer bei Newcastle United. Wie ist dort dein Setting?

Smith: Ich bin sehr froh, bei einem Verein in der Premiere League trainieren zu dürfen! Mit Martin Dúbravka habe ich eine tolle Nummer eins und die Bedingungen sind top dort. Ich habe viele Freiheiten, aber ich arbeite auch sehr eng mit dem kompletten Trainerteam zusammen. Auch setzen wir sehr stark auf unsere Talentarbeit. Alles in allem ist es mit die schönste Station meiner Karriere!

torwart.de: Danke dir!

Smith: Bitte sehr!


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