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Michael Rechner (TSG Hoffenheim) "Hautnah" bei torwart.de (11.10.15)

"Wir suchen Torhüter und Torwarttrainer, die mit großer Leidenschaft, Fleiß und Akribie voran gehen!"

von Marcel Schäfer


Michael Rechner (Foto TSG 1899 Hoffenheim)

Die TSG Hoffenheim zählt im Torwart-Bereich zu den Top-Adressen im deutschen Fußball. Michael Rechner ist seit Januar 2015 Torwarttrainer der Profis der TSG Hoffenheim und er koordiniert des weiteren das Torwartspiel gesamtverantwortlich bei den Kraichgauern. Wir unterhielten uns mit dem 35 Jahre alten Torwarttrainer über seine Arbeit und seinen Werdegang bei der TSG Hoffenheim.

torwart.de: Seit 2008 bist Du als Torwarttrainer und -koordinator bei der TSG Hoffenheim beschäftigt. Wie kam es zu deinem Engagement bei den Kraichgauern?

Michael Rechner: Ich war bis 2004 Profi-Torwart (u.a. HSV und Waldhof Mannheim) und entschied mich dann jedoch früh für ein Sport-Studium in Heidelberg. Bereits damals befasste ich mich mit dem Torwarttrainer-Job. Bevor ich nach Hoffenheim kam, spielte ich noch parallel zum Studium und übernahm das Torwarttraining bei meinem alten Bekannten Peter Hogen in Neckarelz. Er brachte mich auch auf die Idee einer Bewerbung bei der TSG. Dann ging alles ganz schnell und ich saß im Büro bei Bernhard Peters.

torwart.de: Wie konntest Du einen Experten, wie Bernhard Peters (früher Direktor Sport TSG Hoffenheim, heute in gleicher Funktion beim Hamburger SV), von Dir überzeugen?

Michael Rechner: Ihm gefiel meine Vita. Ich hatte selbst Erfahrung als Profi-Torwart, zudem aber auch ein sportwissenschaftliches Studium. Der konzeptionelle Ansatz war ihm sehr wichtig. Bernhard bin ich sehr dankbar, dass er mir mit 28 Jahren den Einstieg ermöglicht hat.

torwart.de: Wie waren die ersten Jahre in Hoffenheim?

Michael Rechner: Die ersten Jahre waren geprägt vom Strukturaufbau. Stadion, Trainingszentrum, Internat, Personalstruktur…alles kam erst nach und nach. Doch schon damals hatten wir interessante Jungs bei uns. René Vollath spielt heute beim KSC oder Daniel Lück in Cottbus.

torwart.de: Wie sieht nun aktuell die Arbeit bei den Torhütern aus?

Michael Rechner: Inzwischen arbeiten wir mit 5 Torwarttrainern, 3 davon hauptamtlich und einem Torwart-Scout (nebenberuflich). Wir haben eine einheitliche Philosophie entwickelt, nach welcher gearbeitet wird.

torwart.de: Was beinhaltet diese Philosophie?

Michael Rechner: Wir überlegen uns, was das Spiel verlangt. Was fordert es vom Torwart? Die Spielanalyse ist also die Grundlage. Es zeigen sich drei große Bereiche: Die Spieleröffnung, die Torverteidigung und die Raumverteidigung. Alle technischen Abläufe und taktischen Verhaltensweisen, die zu diesen Bereichen gehören, müssen regelmäßig trainiert werden. Und zwar in entsprechenden Umfängen. Wir suchen Torhüter aber auch Torwarttrainer, die mit großer Leidenschaft, Fleiß und Akribie voran gehen und diese Gedanken umsetzen. Philosophie ist ein sehr künstliches Wort, am Ende sind es die unzähligen Stunden auf dem Platz – die dann entscheiden, ob man oben ankommt oder nicht! Diese Arbeit auf dem Platz muss jedoch strukturiert und zielführend sein. Diese Ziele geben wir klar vor.

torwart.de: Wer oder was hat Dich selbst geprägt?

Michael Rechner: Ich habe seit meinem 13. Lebensjahr regelmäßigen Kontakt zu Jörg Daniel, der beim DFB hauptverantwortlich für die Torwarttrainer-Ausbildung ist. Er hat mich sicher sehr stark geprägt und von ihm hole ich mir immer wieder Rat. Zudem habe ich viele wertvolle Aufenthalte bei erstklassigen Kollegen machen dürfen. So war ich beispielsweise bei Ebbo Trautner in Stuttgart, bei Frans Hoek in München und schon einige Male bei Patrick Foletti in der Schweiz. Trautner, Hoek oder Foletti sind sicher Trainer, die führend sind in ihrem Bereich. Am Ende muss man jedoch seine eigene Linie finden und das habe ich gemacht.

torwart.de: Wie sieht die derzeitige Konstellation des Torwart-Teams bei der TSG Hoffenheim aus?

Michael Rechner: Oli Baumann ist unsere Nr. 1. Er gehört sicher zu den stärksten Torhütern der Liga, ein Vollprofi mit einer top Einstellung. Dahinter ist Jens Grahl. Mit Jens arbeite ich sehr gerne zusammen, auf ihn ist zu 100 Prozent Verlass. Er ist ein hervorragender Torwart, zudem ein klasse Typ. Über Alex Stolz kann ich das gleiche sagen. Sehr guter Keeper, toller Charakter mit einer fantastischen Einstellung zum Training. Ebenfalls zum Team zähle ich Marvin Schwäbe, er wurde mit unserer U19 deutscher Meister. Marvin haben wir zum VfL Osnabrück ausgeliehen. Dort holt er sich Spielpraxis auf hohem Niveau. Er zählt zu den besten Keepern der 3. Liga und wurde sogar zur U21 eingeladen. In unserer U23 haben wir drei junge Talente aus den Jahrgängen 95, 96 und 97 – alle aus unserer U19. Auch hier steht der Nächste, nach Marvin Schwäbe, auf dem Sprung nach oben.

torwart.de: Wie ist die Situation im Nachwuchs?

Michael Rechner: Wir sind sehr gut aufgestellt. Aktuell haben wir 4 Juniorennationaltorhüter bei uns und einige weitere, die auf dem Sprung sind. Das Torwarttrainer-Team in der Akademie macht einen fantastischen Job!

torwart.de: Wie ist dieses Team zusammen gestellt?

Michael Rechner: Wir haben im Sommer mit Steffen Krebs vom VfB Stuttgart einen exzellenten Mann geholt. Er trainiert den Bereich U23 und U19. Darunter arbeitet Dominik Weber (U17 und U16) schon seit 2009 bei uns. Als Lehrer hat er einen sehr guten Zugang zu den Jungs. Dennis Neudahm trainiert die U15 und U14 und ist ebenfalls schon seit 2011 hier. Dennis ist extrem fleißig und organisiert das komplette Torwart-Scouting. Durch seine hervorragende Arbeit haben wir uns in diesem Bereich stark verbessert. Die Kleinen (U13-U10) trainiert Julian Kühn, unser jüngster Torwarttrainer im Team. Ein Trainer-Talent mit 21 Jahren. Karsten Lange übernimmt das überregionale Torwart-Scouting. Er ist ein alter Hase mit viel Erfahrung und ergänzt unser junges Team perfekt.

torwart.de: Du arbeitest seit 1 1/2 Jahren mit einer neuartigen Software. Wie nutzen Sie `Goalkeeping Development`?

Michael Rechner: Der Hintergrund war der, dass die Vereine im Zuge der Zertifizierung durch den DFB mit Datenbanken bzw. Portalen arbeiten müssen. Das Torwartspiel existierte jedoch kaum oder nur am Rande in diesen Portalen. Die Idee war, für unseren Bereich eine eigene Software mit einer integrierten Datenbank zu entwickeln. Über die Uni Karlsruhe kam der Kontakt zu Michael Butzke zustande und wir (Marcel Schäfer, Christian Niemann und Michael Rechner) entwickelten mit ihm dieses Tool. Mit Hilfe eines webbasierten Tools dokumentieren wir damit alle Trainingseinheiten, Spiele und Verletzungen unserer Torhüter genau nach den Analysekriterien, nach welchen wir auch unser Training aufbauen (Spieleröffnung, Tor- und Raumverteidigung). Alle Daten werden statistisch ausgewertet. Wir arbeiten nun schon 1 1/2 Jahre damit und es hilft uns noch mehr im Detail zu arbeiten. Wir sind hochzufrieden und haben damit auch unser Torwartspiel in allen Mannschaften des Vereins nachhaltig verbessert.

Infos zu Michael Rechner:
  • Nationalität: Deutschland
  • Geburtstag: 27.05.1980
  • Geburtsort: Mosbach
  • Größe (cm): 1,85
  • Vereine als Spieler: Hamburger SV, VfR Mannheim, SV Waldhof Mannheim, Sachsen Leipzig, 1.FC Schweinfurt 05
  • Ausbildung: Studium Sportwissenschaft, UEFA Trainer-A-Lizenz, Referent beim Deutschen Fußball-Bund
torwart.de: Es ist bekannt, dass Du regelmäßig neue Reize im Training setzt. So verwendest Du unter anderem Augenklappen, Zugseile oder andere Hilfsmittel. Was ist der Hintergrund?

Michael Rechner: Jedes Mittel hat einen eigenen Hintergrund. Die Augenklappe schult die Wahrnehmung und das Zugseil die Explosivität. Es geht aber auch um Variabilität im Training. Neue Methoden erhöhen Konzentration, bringen Spaß und am Ende verbessern sie die Jungs – das ist immer das Ziel. Bei jedem neuen Reiz, den wir setzen wollen, orientieren wir uns immer an der Spielsituation.

torwart.de: Wie siehst Du den Vergleich zu anderen Klubs in der Torwart-Arbeit?

Michael Rechner: Einen Vergleich zu ziehen ist sicher schwer. Wir wollen uns immer weiter entwickeln und verbessern – in der Auswahl der Jungs und in der täglichen Arbeit auf dem Platz. Dabei hinterfragen wir uns regelmäßig. Wir wissen, dass in anderen Klubs ebenfalls erstklassig gearbeitet wird.

torwart.de: Wie ist der Austausch mit dem Cheftrainer bei Hoffenheim?

Michael Rechner: Der Austausch mit Markus Gisdol ist sehr eng und sehr gut. Das Training ist immer aufeinander abgestimmt. Das gesamte Trainer-Team bespricht den jeweiligen Tag und die Trainingsinhalte etwa 1 ½-2 Stunden vor dem Training. Abhängig vom Team-Inhalt steuere ich dann meinen spezifischen Teil. Hier habe ich absolut freie Hand. In der Vorbereitung auf die Spiele besprechen wir dann taktische Verhaltensweisen des Torwarts, etwa in der Spieleröffnung. Ich kann mir keinen besseren Chef als Markus vorstellen.

torwart.de: Wie bildest Du Dich persönlich fort?

Michael Rechner: Neben meinem Studium habe ich auch die A-Lizenz beim DFB erworben und zudem die DFB-Torwarttrainer-Ausbildung absolviert. Zusätzlich habe ich häufig Kontakt mit Jörg Daniel, da er nur eine Viertelstunde entfernt wohnt und wir uns schon lange kennen. Der Austausch mit Kollegen ist sicher sehr hilfreich. Ich spreche oft mit Thomas Schlieck vom BVB, den ich sehr schätze oder treffe andere Kollegen wie den Schweizer Foletti, der ebenfalls sehr modern denkt und arbeitet!
Generell sind Veranstaltungen wie im Mai von torwart.de eine optimale Möglichkeit der Fortbildung. Ich war zum ersten Mal 2009 in Stuttgart auf einer torwart.de-Fortbildung bei Ebbo Trautner damals.

torwart.de: Wie hilft Dir der sportwissenschaftliche Hintergrund und die Trainerausbildung bei der täglichen Arbeit?

Michael Rechner: Gerade in der Trainings- und Belastungssteuerung hilft mir das natürlich sehr. Oft kombinieren wir athletische und torwartspezifische Elemente. Im Studium hatten wir viele Schwerpunkte, die heute sehr hilfreich sind, wie die Sportpsychologie oder die Trainingslehre. Die Trainerausbildung hilft gerade im Verständnis der mannschaftstaktischen Inhalte, die der Cheftrainer vorgibt.

torwart.de: Wie bewertest Du den aktuellen Saisonstart?

Michael Rechner: Das Auftaktprogramm mit Spielen gegen Bayern, Dortmund und Leverkusen war sicher nicht einfach. Zudem hatten wir einige Spiele mit Gegentreffern in den Schlussminuten. Deshalb ist die Punkteanzahl nicht optimal. Oli Baumann hat seine Sache bislang sehr gut gemacht und stabilisiert unsere Defensive. Im letzten Spiel gegen Stuttgart hat er mit einem spektakulären Abwurf sogar einen Treffer vorbereitet.

torwart.de: Michael, wir wünschen Dir, Deinem Torwarttrainerteam und Deinen Torhütern alles Gute für den weiteren Saisonverlauf und bedanken uns sehr für das Gespräch.

Michael Rechner: Vielen Dank.



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