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"Hautnah" bei torwart.de

F. Hoek: "Spielpraxis ist Pflicht für die Nationalmannschaft"

von Tobias Schlitzke/Marcel Schäfer


F. Hoek (Foto: Firo)

Der Holländer Frans Hoek gilt als einer der international anerkanntesten Experten im Torwarttrainerbereich. Neben seiner Tätigkeit als Torwarttrainer der niederländischen Nationalmannschaft ist er als Experte in Torwartfragen für diverse internationale Verbände, wie z.B. die UEFA und FIFA unterwegs. torwart.de unterhielt sich mit dem 53-Jährigen über seine vergangenen Vereinsstationen (Galatasaray Istanbul, ManU und Bayern München), sein aktuelles Engagement in der holländischen Nationalmannschaft und Trends im Torwartspiel. Dabei verrät er auch Details zu seinem neuen Buch zum Torwarttraining.

torwart.de: Frans, wie siehst du die Zeit bei Galatasaray im Nachhinein?

Frans Hoek: Es war sehr interessant und es war eine große Herausforderung, die in vielen Situationen unvorherrsehbar war. Egal ob Galatasaray, Besiktas oder Fenerbace, alle sind sehr gute Klubs mit guten Spielern. Die Zeit dort war daher sehr lehrreich, auch wenn sie nicht sehr lange war.

torwart.de: Du hattest Fernando Muslera, den Nationalkeeper aus Uruguay im Team. Wie siehst du ihn?

Hoek: Er ist ein sehr guter Torwart. Er kann in einem Team den Unterschied ausmachen und den Sieg retten. Er ist sehr verlässlich und stabil. Er hat eine gute Ausbildung genossen und ist der beste Keeper innerhalb der Türkei. Ohne Zweifel! Ich habe ihm schon öfters gesagt, dass er in der Englischen Premier League ohne Probleme spielen könnte. Er hat sogar mehrere Spiele mit einer Verletzung bestritten - so motiviert ist er!

torwart.de: Die Türkei ist nicht bekannt für international starke Keeper. Was ist die Herausforderung dort?

Hoek: Wie überall, zum einen Talent zu erkennen und zum anderen das Talent auszubilden. Dort fehlt es noch in der Breite an Wissen und Umsetzung. Aber ich bin gespannt, wie sich alles entwickelt. Als ich im Verein war, haben wir einen 17-Jährigen in das Team geholt. Er spielt jetzt bei den Profis mit und ich denke, dass er es schaffen wird. Ich bin gespannt, ob das eintrifft!

torwart.de: Wie siehst du das Jugendscouting generell in der Türkei?

Hoek: Sie müssen vor allem versuchen, eine eigene Identität zu erschaffen. Das Positive ist, dass der türkische Verband vor einigen Monaten auf mich zu kam und um Hilfe erbat. Das heißt, dass man auch von ganz oben erkannt hat, dass etwas getan werden muss. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Verband und bin positiv gestimmt, dass wir etwas gemeinsam erreichen können.

torwart.de: Du warst parallel auch Trainer beim holländischen Nationalteam. Wie war das möglich?

Hoek: Als ich bei Galatasaray unterschrieb, hatte ich klar gesagt, dass ich das A-Team von Holland auch weiterhin betreuen möchte. Ich habe das Scouting durch viel Arbeit im Internet und TV verfolgt und den Nationaltrainer immer über meine Eindrücke informiert. Auch war ich in den spielfreien Zeiten immer beim Nationalteam und habe das Team vorbereitet. Zur Erinnerung: Galatasaray war ja im Europacup suspendiert, von daher war es nicht ganz so hektisch wie bei Manchester United.

torwart.de: Mit Jasper Cillessen und Jeroen Zoet hast du einen Zweikampf im Team um die Nummer eins. Was sind deine Kriterien, um diese Entscheidung zu fällen wer langfristig die Nummer eins werden wird?

Hoek: Wir haben mehrere Kandidaten: Jasper Cillessen, Jeroen Zoet, Maarten Stekelenburg, Michel Vorm, Kenneth Vermeer und auch noch weitere: Sergio Padt. Auch habe ich noch weitere auf meiner Liste. Die Kriterien dafür hängen vom Cheftrainer ab und auch wer verfügbar ist. Für uns ist es wichtig, dass ein Torwart auch dauerhaft spielt und dann können wir ihn auf Basis der Kriterien bewerten.

torwart.de: Cillessen hat mit Marc-André ter Stegen sehr starke Konkurrenz im Barca Tor. Falls er nicht die Nummer eins ist, wie viele Chancen hat er trotzdem sich als Nummer eins zu etablieren?

Hoek: Bei Barca wird er hoffentlich zu einigen Spielen kommen. Vor allem auch im Cup! Aber man kann das natürlich nie wissen, wie sich Dinge im Verein ändern oder ob er sich verletzt. Aber ich kann ihn natürlich nur bewerten, wenn er auch im Tor steht. Nur dann kann er sich für die Nationalmannschaft empfehlen.

torwart.de: Wo sind eigentlich die ter Stegens, Lenos, Trapps in Holland im Nachwuchs?

Hoek: Ich war lange im Ausland, so habe ich den Anschluss an das Scouting etwas verloren - leider. So kann ich euch keine direkt Antwort geben. Ich habe meinen ganzen Fokus dem Nationalteam und den Spielern dort gewidmet und kann alles dazu sagen.

torwart.de: Dein Highlight war sicherlich Manchester United. Wie siehst du heute die Zeit mit etwas Abstand?

Hoek: Ich habe für viele, großartige Clubs gearbeitet. Das einzige, das immer gleich war ist, dass du Titel gewinnen willst. Ansonsten war jeder Klub ganz individuell aufgestellt. Das fängt von der Organisation bishin zur Philosophie des Klubs. Mein Bereich war es immer, den Torwartbereich neu aufzustellen und die Philosphie weiter zu entwickeln. Als ich ManU verließ, hatte der Verein de Gea, Romero, Johnstone (der nun bei Aston Villa spielt) und Perreira im Team. Das war eine gute Balance zwischen Alter, Erfahrung und Talent. Diese Mischung hat mir gut gefallen. Das war am Anfang meiner Zeit noch ganz anders.

torwart.de: In den 80zigern/90zigern hattest du ein Buch über Torwarttraining (Basisboek Keepers Training) veröffentlicht. Das Buch gilt bis heute als Pionierwerk. Planst du neue Bücher?

Hoek: Ja, schon seit 2012 arbeite ich an einem neuen Buch. Es wird hoffentlich im Juni 2018 auf den Markt kommen. Es wird komplett anders aussehen als was man vorher von mir gesehen hat und neu auf dem Markt. Ich möchte mit dem Buch die Menschen und ihren Ansatz im Torhüterspiel auf neue Gedanken bringen. Ich bin gespannt!

torwart.de: Du arbeitest als Consultant für die FIFA und UEFA. Was kannst du uns über diese Arbeit erzählen?

Hoek: Lest das Buch! (lacht)

torwart.de: In immer mehr Ländern gibt es die Torwarttrainerausbildung. Wie siehst du diesen Trend?

Hoek: Es gibt den Trainern endlich die Anerkennung, die sie verdienen. Sie untersützen die Trainer ja mit ihrer Spezialisierung: Die Torhüter! Sie setzen den Standard. Und abgesehen davon, es wird immer mehr Diskussionen und Entwicklungen über das Thema geben. Was am Ende uns allen hilft. Denn wir wollen alle, dass sich das Torhüterspiel weiterentwickelt und besser wird.

torwart.de: Die holländischen Frauen haben vor kurzem die WM gewonnen. Wie sind deine Eindrücke zu den Torfrauen im Allgemeinen?

Hoek: Ich habe mir einige Spiele tatsächlich angeschaut vor Ort. Aber aktuell bin ich noch in der Auswertung, daher kann ich noch nicht zu viel dazu zu sagen. Auch wenn mir einiges aufgefallen ist, was sich in der Tat von Männern unterscheidet.

torwart.de: Danke, Herr Hoek!

Hoek: Bitte sehr!


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