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Christoph Semmler: "Courtois Einfluss auf die Jugend erst in einigen Jahren sichtbar!"

von T.Schlitzke


C. Semmler in Portugal (foto SportsTotal)

Thibaut Courtois wurde Weltthorhüter 2018! torwart.de wollte wissen, was in Belgien, dem Heimatland des Keepers, so läuft und hat daher mit Christoph Semmler gesprochen, der ein ehemaliger deutscher Fußballtorwart ist, der u.a. für Gladbach, Oberhausen und in der ersten portugieschen Liga spielte. Von Juli 2013 war er Torwarttrainer im Jugendbereich (U-15 bis U-19) und der U-23 von Borussia Mönchengladbach. Nun ist er erstmalig Torwarttrainer im Profibereich in der ersten Liga in Belgien bei KAS Eupen! Bei torwart.de erzählt er von seiner Karriere und über seine aktuelle Herausforderung!

torwart.de: Du bist aktuell Torwarttrainer in der ersten Liga in Belgien. Wie kam es dazu?

Semmler: Wie es oft so ist. Ich kannte jemanden der jemanden kennt usw. Eupen suchte schon länger einen TW-Trainer und am Ende ging alles ganz schnell.

torwart.de: Wie ist der Verein auf der Torwartposition aufgestellt?

Semmler: Wir haben ein recht junges Trio zusammen. Mit Hendrik van Crombrügge einen 25-jährigen Belgier, mit Babacar Niasse Mbaye einen 21-jährigen Senegalesen und mit Manaf Abdul Nurudeen einen 19-jährigen Ghanesen.

torwart.de: Wie funktioniert die Nachwuchsarbeit bei deinem Verein? Bist du dort involviert?

Semmler: Wir haben einen TW Trainer für die Jugend der leider in relativ großen Gruppen arbeiten muss. Er arbeitet zweimal pro Woche mit diesen Gruppen. Meistens spielt einer der Torhüter aus der ersten Mannschaft in der U21. In der U21 befinden sich zwei Torhüter die eigentlich noch U19 bzw. U17 Spieler sind, im Kader. Mit beiden Torhütern arbeite ich auch von Zeit zu Zeit. Spielt ein Torwart der ersten Mannschaft in der U21, spielen die Jugendtorhüter in ihren Jugendmannschaften, ansonsten in der U21.

torwart.de: Wie ist deine eigene Philosophie dort?

Semmler: Ich möchte den Torhütern das moderne TW Spiel vermitteln. Dazu gehört der athletische Bereich (um den ich mich selber komplett kümmere), der technisch/taktische Bereich und der immer wichtiger werdende kognitive Bereich. In der Regel versuche ich in einer Woche alle Elemente unter zu bringen. Trotzdem setze ich Blöcke um gewisse Inhalte zu erlernen bzw. zu festigen. Des Weiteren halte ich mich über die Entwicklungen und Trends im Torwartspiel auf dem aktuellen Stand und übernehme diese in meine Arbeit, sofern ich denke das es Sinn macht.

torwart.de: Wie siehst du das Level der Torhüter in Belgien?

Semmler: Die Leistungsdichte ist nicht so hoch wie in Deutschland. Bis jetzt habe ich noch nicht alle Torhüter der Liga gesehen aber durch die Spielvorbereitungen schon eine ganze Menge und ich denke das einige Torhüter in der Liga noch eine etwas altmodische Art haben, speziell auf das Positionsspiel bezogen. Mein Torwart gehört sicherlich zu einen der besten der Liga.

torwart.de: Thibaut Courtois wurde Welttorhüter, was bedeutet das für die Keeper in Belgien?

Semmler: Das ist schwer zu sagen, da auch nur sieben Stammtorhüter der Liga Belgier sind, der achte hat gerade seinen Stammplatz an einen Franzosen verloren. Vielleicht kann man das erst in ein paar Jahren sehen ob Courtois Einfluss auf die Jugend hatte und als Vorbild agiert.

torwart.de: Welche Erfahrungen konntest du beim Mönchengladbach als Jugendtrainer sammeln?

Semmler: Bei Borussia konnte ich eine Menge lernen, da ich von der U15/16/17/19/23 und Profis in allen Mannschaften gearbeitet habe. Dadurch durfte ich mit vielen verschiedenen Mannschaftstrainern zusammenarbeiten und konnte somit viele unterschiedliche Arbeitsweisen und Gedankengänge der Trainer miterleben. Des Weiteren konnte ich erfahren wie in einem NLZ Probleme entstehen können und wie sie gelöst werden und wie die Abläufe von statten gehen. Ich durfte mit vielen guten jungen, talentierten und auch erfahrenen Torhütern zusammenarbeiten. Ich konnte viel ausprobieren und mich weiterentwickeln und auch von meinen Torhütern eine Menge lernen.

torwart.de: Wie schwierig war die Umstellung von selbst zu spielen zum Trainersein?

Semmler: Mein letztes Jahr bei Wuppertal war leider von Querelen geprägt, daher viel es mir anfangs nicht schwer. Ich habe allerdings die ersten zwei Jahre einmal die Woche noch in der U23 mittrainiert und da kam doch wieder Sehnsucht hoch. Es gibt nichts schöneres als Fußball zu spielen. Mittlerweile freue ich mich, wenn ich hobbymäßig noch ein bisschen spielen kann.

torwart.de: Wie ist MG im Torwartjugendbereich aufgestellt? Welche Philosophie wurde dort vermittelt?

Beck: Wie der Bereich aktuell aufgestellt ist möchte ich nicht beurteilen, da sich seitdem ich nicht mehr vor Ort bin schon wieder einiges geändert hat. Auch in der Philosophie könnte sich seitdem etwas geändert haben.

torwart.de: Du konntest in Portugal spielen. Was hast du dort als Mensch mitgenommen?

Semmler: Seit ich das erste Mal in Portugal war, wollte ich immer dort spielen. Ich habe mich super gefreut das es geklappt hat. Wenn es keine finanziellen Probleme gegeben hätte, hätte ich wohl um zwei Jahre verlängert aber so bin ich wieder zurück und konnte meine Diplomarbeit abschließen und meinen Trainerscheine absolvieren. Es hat also alles etwas Gutes. Einen Umzug ins Ausland, eine neue Sprache, ein komplett anderes Leben, das hat mich nochmal reifen lassen. Zudem ist Lissabon ein wunderschöne Stadt in der es sich Leben lässt.

torwart.de: Wie war das Torwartniveau dort? Was hast du aus Deutschland dort vermisst?

Semmler: Was am auffälligsten war, dass die Torhüter des Auswärtsteams schon in der ersten Minute auf Zeit gespielt haben. Das ist was ich noch am meisten in Erinnerung habe. Ansonsten waren damals schon viele brasilianische Torhüter in der Liga.

torwart.de: Du hast Sportwissenschaft studiert, wie schwierig war das während der Karriere?

Semmler: Das kann ich in mehrere Phasen unterscheiden. In den ersten Semestern habe ich bei Borussia in den Amateuren gespielt, Training war immer um 14:00. Daher bin ich zu den Kursen und Seminaren von 08:00 bis 12:00. Aufstehen früh morgens, Uni, und zurück. Meistens habe ich in der Bahn von Köln nach MG geschlafen. In Oberhausen, war in der ersten Saison meist der Montag der freie Tag, da bin ich dann von 08:00 bis 19:00 zu den Kursen (damals konnte man sich den Stundenplan zum Glück noch selber zusammenstellen). Es gab Semester in den ich mich nur für ein Seminar einschreiben konnte, aber ich habe mir gesagt: ich mache das was geht und irgendwie und irgendwann werde ich schon fertig. Für meine Diplomarbeit habe ich fast ein anderthalb Jahre vorgearbeitet und extra ein Thema gewählt das ich auch bearbeiten kann ohne immer in Köln zu sein.

torwart.de: Welche Elemente aus dem Studium helfen dir heute in deiner Arbeit?

Semmler: Vieles hilft mir, sei es Trainingsplanung und -steuerung, psychologische Aspekte oder das Wissen was und wie in anderen Sportarten trainiert wird.

torwart.de: Welche weiteren Ziele setzt du dir?

Semmler: Aktuell habe ich die A-Lizenz und den Torwartleistungskurs absolviert. In naher Zukunft möchte ich die A-Lizenz für Torhüter absolvieren. Gerne würde ich auch in anderen Vereinen hospitieren, was aus Zeitgründen oft nicht ganz einfach ist. Ansonsten möchte ich mit Eupen in der Liga bleiben, was dann kommt wird man sehen.

torwart.de: Danke sehr!!

Semmler: Bitte sehr!


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